Holen oder bringen?

Grünen-Kreistagsfraktion spricht sich klar für Holsystem Biotonne im Landkreis aus

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grunIm Rahmen ihrer jüngsten Fraktionsklausur beschäftigte sich die Rosenheimer Kreistagsfraktion vom Bündnis 90/Die Grünen schwerpunktmäßig mit der Bioabfall-Entsorgung und dem zuletzt im Kreisumweltausschuss – gegen die beiden grünen Stimmen – gefassten Beschluss, den viermonatigen Pilotversuch eines Bringsystems in einigen ausgewählten Landkreisgemeinden nun auf den gesamten Landkreis auszuweiten …

Anita Fuchs, Grünen-Vertreterin im Umweltausschuss, berichtete über die Ergebnisse einer Nutzerbefragung des bifa-Umweltinstituts, die zum Pilotversuch des Landkreises auf vier Wertstoffhöfen durchgeführt wurde. Demnach wären nur wenige, nämlich 15 Prozent der Befragten auf den Wertstoffhöfen, bereit, einmal oder mehrmals in der Woche Küchenabfälle zum Wertstoffhof zu bringen.

Entsprechend gering ist die gesammelte Menge an Küchenabfällen, nämlich gerade einmal 690 Gramm pro Einwohner und Jahr.

Demgegenüber werden beispielsweise im Landkreis Miesbach pro Einwohner und Jahr 105 Kilogramm sowie im Landkreis München 77 Kilogramm im Holsystem mit der Biotonne gesammelt – gut einhundert Mal mehr als im Bringsystem.

Mit dem Bringsystem, so Anita Fuchs weiter, sei eine hohe Verkehrsbelastung verbunden.

In der Regel, laut bifa-Befragung 93 Prozent, werde der Pkw benutzt und zwar in 26 Prozent der Fahrten ohne Kombination mit anderen Erledigungen. Würden tatsächlich 70 bis 100 Kilogramm Bioabfall pro Einwohner im Bringsystem übers Jahr in unzähligen Einzelfahrten von den Haushalten zu den Wertstoffhöfen transportiert, werde der ökologische Nutzen einer Bioabfallerfassung konterkariert.

Kompostieren im eigenen Garten kann Spaß machen und sei sinnvoll, finde aber weit weniger statt, als oftmals angenommen und sei in Siedlungsbereichen mit Geschosswohnungsbau gar nicht möglich. So sei es verständlich, dass die Biotonne als bequeme Alternative, dort wo sie angeboten wird, gerne angenommen werde.

Die Biotonne mache die Kompostierungsanlagen nicht überflüssig. Es sei auch weiterhin sinnvoll, größere Mengen Grüngut aus dem Garten dort kompostieren zu lassen. Holzhaltige Bestandteile werden in der Anlage aussortiert und als Brennstoff in Biomasseheizkraftwerken eingesetzt. Nasse Bio- und Speiseabfälle aus der Biotonne sind dagegen für eine Vergärung mit Biogasnutzung und anschließender stofflicher Verwertung (Kompostierung) der Gärreste geeignet.

Christian Stadler, Fraktionssprecher der Grünen-Kreistagsfraktion, zog aus den Ergebnissen des Pilotversuchs folgendes Fazit: „Das Bringsystem für Bioabfall hat bereits jetzt im Pilotversuch deutlich gezeigt, dass keineswegs ähnlich große Sammelmengen wie mit der Biotonne und dem Holsystem erzielt werden können.

Eine Fortführung des Versuchs und Ausdehnung auf den gesamten Landkreis Rosenheim lässt sich daraus nicht ableiten und begründen. Stattdessen sollten die Erkenntnisse aus dem Pilotversuch vielmehr dazu führen, dass sich der Landkreis verstärkt mit der Einführung eines effizienten Holsystems befasst, wie es auch in anderen bayerischen Flächenlandkreisen längst bewährte Praxis ist.“

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