Hoch Wolle bringt uns Sonne und Hitze

Aber: Wie seriös sind die Pfingstprognosen? - Unser Wetterexperte informiert

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wetterHitzewelle am Wochenende – aber wo? Das werden sich sicher viele Menschen heute Morgen gefragt haben, als sie aus dem Haus gegangen sind, denn die Frühwerte waren alles andere als „hitzig“ oder sommerlich. Sie lagen vielfach unter der 10-Grad-Marke und damit war es richtig frisch. Noch kälter war es direkt am Erdboden oder knapp darüber: Im Harz gab es sogar Bodenfrost! „Kaum zu glauben, dass wir diese Frühwerte in den kommenden 48 bis 72 Stunden über 30 Grad übertreffen werden, denn auf Deutschland rollt dank Hoch Wolle alias Wolfgang und Saharaluft die erste richtige Hitzewelle des Jahres zu“, erklärt unser Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

 

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Großwetterlage am Freitagmittag.

 

„Vor uns liegen die heißesten Pfingsttage seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Natürlich kann es davor noch heißere Pfingsten gegeben haben, aber das weiß man heute leider nicht mehr. Schon heute wurde dafür der Grundstein gelegt. Die Nacht war vielfach wolkenlos und so ist der Freitag in vielen Regionen mit viel Sonnenschein gestartet. Daher war es heute früh auch so frisch, denn in der klaren Nacht konnte die Luft gut abkühlen“, so Jung.

„Doch ab jetzt wird eingeheizt. Die Sonne scheint heute je nach Region bis zu 16 Stunden vom Himmel. Die Höchstwerte liegen zwischen 20 Grad an den Küsten und schon bis knapp 30 Grad im Südwesten. Samstag, Sonntag und Montag wird es dann noch heißer. Die Spitzenwerte werden irgendwo zwischen 35 und 36 Grad liegen. Ob es sogar für 37 Grad reichen könnte, dass muss man abwarten. So oder so ist das für die aktuelle Jahreszeit eine Rekordhitze“, sagt der Wetterexperte.

Die Entwicklung der Temperaturen in den kommenden Tagen:

Samstag: 24 bis 32 Grad

Pfingstsonntag: 26 bis 35 Grad

Pfingstmontag: 29 bis 37 Grad

Dienstag: 25 bis 37 Grad

Mittwoch: 24 bis 29 Grad

Donnerstag (WM-START): 24 bis 30 Grad

Freitag: 20 bis 28 Grad

Ab Mittwoch steht somit eine Abkühlung ins Haus. Die Temperaturen pendeln sich dann auf einem für die Jahreszeit normalen Niveau ein. Über die Pfingsttage wird es fast durchweg sonnig und heiß sein. Aber Achtung: Einzelne lokale Hitzegewitter sind durchaus möglich. Und wenn die sich bilden, dann kann es mächtig zur Sache gehen. Die Atmosphäre ist buchstäblich geladen und dann kann es schnell zum heftigem Regen, Hagel und Sturmböen kommen.

WIE SERIÖS SIND DIE PFINGSTPROGNOSEN?

Gestern konnte man im Online-Portal der Süddeutschen Zeitung folgende Schlagzeile lesen: „Heiße Luft“ Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/wetterprognosen-heisse-luft-1.1986118 In dem Artikel wurde ein angeblicher Wetterstreit der Meteorologen um die höchste Temperatur zu Pfingsten als unseriös kritisiert. Der „behördlich zurückhaltend agierende“ Deutsche Wetterdienst ging in diesem Artikel von maximal 32 Grad für das gesamte Pfingstwochenende aus. Alle anderen Prognosen wurde quasi als unseriös abgestempelt.

Aber so ist das nun mal im Wettergeschäft. Der Deutsche Wetterdienst hat sein eigenes Modell und daneben gibt es weltweit noch eine Vielzahl weiterer Wettermodelle, der sich auch die privaten Wetterdienste bemächtigen. Und diese kommen für das kommende Pfingstwochenende nun mal zu anderen Erkenntnissen. Was soll daran unseriös sein?

„Ich kann schlecht die Ergebnisse unseres eigenen Wettermodells ignorieren, nur weil dieses nun Spitzenwerte von 35 Grad und mehr berechnet, und dies dem staatlichen Wetterdienst DWD bzw. einem Journalisten der Süddeutschen Zeitung nicht ins Konzept passt. Unseriös finde ich vielmehr, dass hier schon Prognosen verifiziert werden, die noch in der Zukunft liegen“, so Wetterexperte Jung.

„Spätestens am Montagabend, nach 20 Uhr, wissen wir, wie hoch die Temperaturen letztlich gestiegen sind. Dann wissen wir auch, ob tatsächlich bei 32 Grad Schluss war oder nicht! Ob der gleiche Journalist dann noch mal einen Artikel dazu verfassen wird?“

 

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