Große Pläne für nördliche Altstadt

Wachsen Heiserer-, Kaspar-Aiblinger- und Max-Emanuel-Platz zusammen?

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Fast zwei Stunden nahm sich gestern der Bauausschuss der Stadt Wasserburg für eine Vision Zeit, die Architekt Michael Leidl als „massive Verbesserung für die Altstadt“ bezeichnete. Es geht um das nordöstliche Gebiet vom Heisererplatz bis zur Palmanostraße, das in den kommenden Jahren komplett neu überplant werden soll. Ein zentrales Element ist dabei die Fläche zwischen den beiden Arealen (Foto), die jetzt noch „wenig schön und zerstückelt“ wirkt. Und es geht ums alte Waaghäusl.  

„Vor einem Jahr haben wir begonnen, uns über die Sache Gedanken zu machen. Mittlerweile gibt es erste Ideen für das Projekt“, so der Architekt, der gestern den Ausschussmitgliedern je drei Varianten für den „neuen“ Heiserer-Platz und für die Palmanostraße, Ecke Max-Emanuel-Platz vorlegte.

Man habe bereits mit einigen Anwohner gesprochen und werde alle eng in die Planungen mit einbinden, versprach Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann. Es gehe jetzt zunächst um Vorplanungen, um erste Ideen, mit denen man dann an die Öffentlichkeit gehen wolle. „Es wird noch viele Überlegungen brauchen und sicher ein eher langfristiges Projekt werden.“

Eine der ersten Ideen: Der wenig attraktive Spielplatz am Heisererplatz soll aufgelöst und im Park neu angelegt werden. Allerdings nicht zum Toben, sondern eher für Mütter mit kleinen Kindern zum Verweilen. Und natürlich nicht in Richtung Hauptverkehrsstraße, sondern hin zur Altstadt gewandt.

 

Und auch der Park selbst soll komplett neu gestaltet werden – um den wertvollen, alten Baumbestand herum. Im Zuge der Neuplanung will man sich auch über die Anordnung der beiden bestehenden Denkmäler und einer neuen NS-Gedenkstätte Gedanken machen.

 

Bei der dritten Variante für den Heisererplatz, die Michael Leidl für das Büro ARC Architekten gestern den Stadträten vorlegte und die schließlich einstimmig als Empfehlung für den Stadtrat auf den Weg gebracht wurde, ist die Anordnung der Parkplätze komplett neu – nicht mehr längs, sondern quer zur Fahrbahn. Durch die Änderung der Ausrichtung fallen übrigens keine Stellplätze weg – ganz im Gegenteil: Es entstehen einige zusätzliche.

 

Die Stellplätze an der Häuserfront (Foto unten) sollen komplett aufgelöst werden, um die Fassaden freizulegen. Klar ist aber auch: Die Straße soll auch weiterhin in beide Richtungen befahrbar bleiben. Die Stadtbaumeisterin: „Das ist der einhellige Wunsch der Anwohner und auch wir halten das für sinnvoll.“ 

 

Wegfallen soll diese Parkbucht (Foto unten). Sie wird für die Erweiterung der Grünfläche geopfert.

 

Kaum zu glauben: Hier führte einst eine Straße in Richtung Heisererplatz durch. Verkehrstechnisch ist das zwar nicht ins Auge gefasst, eine Öffnung des gesamten Platzes in Richtung Westen aber schon. Dafür …

…. müsste dann aber rund um die Palmanoanlage (Foto unten) für Ordnung gesorgt werden. Der Architekt: „Da ist einiges im Argen. Müllsammelplätze, der wenig angenommene Seniorengarten, ein Bolzplatz und Stellplätze – das alles müsste man komplett neu überplanen. Das ist eine der größten Freiflächen der gesamten Stadt. Da könnte wirklich was Tolles, Durchgängiges  geschaffen werden.“

Im zweiten Teil der Diskussion bei der gestrigen Sitzung ging es dann um die Palmanostraße und die Ecke zum Max-Emanuel- und Kaspar-Aiblinger-Platz. Auch dieser Bereich soll neu gestaltet werden.

Den Planern ein Dorn im Auge: Das alte Waaghäusl, für das auch Bürgermeister Michael Kölbl gestern wenig Zuneigung übrig hatte: „Ich glaube nicht, dass die Stadt mit Herzblut an dem alten, maroden Gemäuer hängt, das auch aus der Sicht des Denkmalschutzes wenig Argumente für sich liefern kann.“ 

 

Eine absolute Bausünde: Der Zugang zur Tiefgarage. Leidl: „Da war mal was ganz Anderes geplant, das dann aber nicht umgesetzt wurde.“

Im Zuge der Neuplanungen rund ums Waaghäusl (für das man sich übrigens auch einen Ersatzbau vorstellen kann), sollen auch neue Bushaltestellen mit eingeplant werden. Dazu Anderas Hiebl, bei der Stadt für den ÖPNV zuständig: „Die aktuelle Situation, dass die Busse in Richtung Badria am Max-Emanuel-Platz halten, die in der anderen Richtung aber in der Landwehrstraße, ist alles andere als ideal.“ Vor allem auswärtige Fahrgäste kämen mit dieser Regelung absolut nicht zurecht. „Den Halt an der Landwehrstraße finden die Wenigsten.“

Alle Vorhaben und die vom Bauausschuss favorisierten Varianten kommen jetzt nächste Woche, Donnerstag, 18 Uhr,  im Stadtrat auf den Tisch.  HC

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29 Gedanken zu „Große Pläne für nördliche Altstadt

  1. Ein Wasserburger

    Ein spannendes Projekt für die Altstadt, das unbedingt beraten werden muss. Ich finde die vorgestellten Ideen grundsätzlich sinnvoll und attraktiv. Man sollte aber unbedingt auch frühzeitig die Anwohner nicht nur informieren, sondern bewusst mit einbeziehen.

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    1. wasserburgmitte

      Sehe ich genauso. Schön, wenn das komplette Areal „schöner“ wird!!! Meine spontane Ideen: Wieso nicht aus zwei Spielplätzen EINEN ansprechenden gestalten? Und vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit, wieder einen „Biergarten“ einzuplanen. Der wurde seitens der Stadt ja damals versprochen…nur danach wollte keiner mehr etwas davon gewusst haben;-)

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  2. Was ich jetzt überhaupt nicht verstehe;
    – dürfen kleine Kinder nicht toben?,
    – dürfen die dann nur noch an der Hand der Eltern in den Park?
    – was dürfen die kleinen Kinder dann im neu angelegten Spielplatz, im Park, überhaupt noch?
    – wenn viele Eltern mit ihren Kindern in den neuen Park gehen und es gibt Kindergeschrei, oje oje, was ist dann?
    Schön war die Zeit (früher) als die halbe Wasserburger Kinderschaar in diesem Gebiet ihre Freizeit mit Schussern, spielen streiten und toben verbracht haben.

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  3. Altstadtbewohner

    Ist ja toll wenn unserer schöne Stadt noch schöner wird aber wenn ich lese „nur die kleine Parkbucht fällt weg“ und „Stellplätze an der Häuserfront sollen komplett aufgelöst werden“ frag ich mich schon wieder wo WIR Altstadtbewohner dann parken „dürfen“? 🙁

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    1. Christian Huber Beitragsautor

      Anmerkung der Redaktion: Genau lesen … es werden sogar mehr Stellplätze.

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      1. Ja, genau lesen …es werden sogar mehr Stellplätze… bezieht sich in dem Artikel nur auf die Änderung von Längs- auf Querparken, nicht auf die gesamte Parksituation, darüber ist keine Aussage getroffen.
        Weniger Stellplätze, die Nachts kostenlos sind wäre für die Stadtkasse zukünftig ein Vorteil. Die Finanzierung der Parkhäuser durch die Altstadtbewohnern wird ja angestrebt. Aber nachts wären die kostenlosen Parkplätze direkt vor dem Rathaus eigentlich immer frei, da Parken die Mottorräder zu Hause in den Garagen.

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      2. Altstadtbewohner

        Selbst genau lesen. Ein paar neue werden entstehen, damit Pi mal Daumen 20 wegfallen, oder ist der Artikel da nicht genau genug? 😉

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        1. Christian Huber Beitragsautor

          Anmerkung der Redaktion: Bestand Stellplätze am Heisererplatz = 28 / geplante Variante 3, Stellplätze = 41. Deutlich mehr als heute … das hätten wir aber auch gleich dazu schreiben können. Wir bitten um Nachsicht.

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          1. Altstadtbewohner

            Danke für die Info.
            Durch die letzten Jahre bin ich einfach etwas skeptisch geworden. 🙂

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  4. Man könnte ja gleich das ganze unterkellern wenn man schon dabei =1000 parkplätze für die altatadtbewohner!

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    1. Eine tolle Idee – wie viele Stockwerke soll es dann ihrer Meinung nach nach unten gehen, damit die 1.000 Parkplätze (ca. die Kapazität beider Parkhäuser zusammen) entstehen können? Fürwahr eine unglaublich pfiffige Methode, um gleich zwei kostentreibende Faktoren auf einmal zu kombinieren: Bauen im Bereich von Bodendenkmälern (frag nach bei den Investoren vom Fletzinger-Areal) und Bauen im Grundwasser. Selbstverständlich lohnt es sich, dafür dann erst einmal den ganzen Baumbestand umzuholzen. Man darf davon ausgehen, dass sie als Anwohner dann auch bereit wären, für die ganzjährige Nutzung einen großzügigen Obolus von 10 – 30 Euro zu entrichten und lediglich den Rest der Investitions- und Unterhaltsksoten dem Steuerzahler aufzubürden?
      Schon irre, bei wie vielen Menschen das eigene Auto samt Parkplatz offensichtlich das Maß aller Dinge ist…

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  5. „Die Parkbucht soll weg“ , da hätte man rückblickend den alten Schusserbaum auch stehen lassen können 😏. Dieser Baum hat wirklich Geschichte geschrieben was meine Generation betrifft. Ich hätte heute noch gern ein Bild davon … tatsächlich keines im alten Stadtarchiv 😔??? Ja schade, so ändern sich die Zeiten und Ansichten. Was damals unbedingt weg musste um ein paar Parkplätze zu schaffen, passt nun auch nicht mehr ins Konzept. Naja, kann aber wahrscheinlich nun nur schöner werden…

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    1. Hallo Susanne, wir können ja mal eine Seniorenschusserrunde veranstalten, vielleicht findet sich noch ein Schusserbaum in der Palmano-Anlage.

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    2. Es ist schon phänomenal. Vor nicht allzu langer Zeit hat man noch darüber diskutiert, dass es im städtischen Haushalt nicht sehr rosig aussieht. Jetzt scheint man aber genug Geld zu haben, um sich um ein solch ein großes Projekt Gedanken zu machen. Liegt hierzu bereits eine Machbarkeitsstudie vor?

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  6. Manuel Michaelis

    Grundsätzlich sind die Überlegungen zu befürworten. Aber bitte, bitte, bitte diesmal mit kompetenten, vorzugsweise externen Planern und einer verbindlichen Einbeziehung der Bewohner. Grausamkeiten, wie den Neubau am ehemaligen Biergarten, den Busbahnhof nebst der „Gestaltung“ der Umgebung oder das Greinbräugelände sollten diesmal vermieden werden.

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  7. Carola Sommer

    Frage:
    Warum eine neue NS-Gedenkstätte?
    Mit freundlichen Grüßen
    Carola Sommer

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    1. Gegenfrage: warum nicht?
      Bisher gibt es in der Stadt zwar mehrere Kriegerdenkmäler, aber den zivilen Opfern der NS-Herrschaft, insbesondere den wohl rund 1.000 Euthansaieopfern aus Gabersee und Attel, wird auf städtischem Grund noch gar nicht gedacht.

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      1. Carola Sommer

        Warum die Gedenkstätte dann nicht in Gabersee oder Attel?
        Gibt es eigentlich Völkermord-Denkmäler in anderen Ländern?
        Indianer in USA?
        Maori in Australien?
        Armenier in der Türkei?
        Mit freundlichen Grüßen
        Carola Sommer

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        1. Ja Frau Sommer, denn geschichtlicher Rückblick kann nicht schaden. Apropos Geschichte: da haben sie wohl nicht aufgepasst. Maori in Australien? Setzen, sechs. Vielleicht nächstes mal informieren statt „diskutieren“

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        2. In Gabersee und Attel gibt es jeweils einen Gedenkstein für die Opfer der ‚Euthanasiemorde‘. Beide nennen die Namen der ermordeten Menschen jedoch nicht. Genau darauf kommt es aber an, um nach fast 80 Jahren wenigstens noch ein Ziel der Nationalsozialisten zu durchkreuzen. Sie wollten durch die ‚Euthanasiemorde‘ nicht nur das Leben, sondern auch die Erinnerung an diese Menschen auslöschen.
          An vielen der Gaberseer Opfer wurde einige Jahre vor ihrer Ermordung bereits ein anderes Verbrechen verübt. Sie wurden zwangssterilisiert, im Krankenhaus der Stadt Wasserburg.
          Genug Gründe für ein Denkmal für diese Opfer der NS-Diktatur in unserer Stadt?

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    2. Manuel Michaelis

      …um daran zu erinnern, dass die Massenvernichtung von Menschen wegen (z.B.) anderer anderer Hautfarbe mit unqualifizierten Kommentaren hasserfüllter Menschen beginnen kann…

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  8. Das wäre ja die Gelegenheit, einen kleinen Biergarten, der ja schon lange versprochen ist, zu integrieren. Es muss ja kein großer und auch kein Dauerbetrieb sein. Ein paar Biertische, eine schöne fest installierte Bude mit den wichtigsten Getränken und ein paar Brotzeiten. Öffnungszeiten viell. jew. Do bis So und flexibel je nach Witterung. Natürlich dann nicht über 22
    00 Uhr hinaus.
    Dies könnte ja etwas sein für einen soliden und verlässlichen Freizeit-Gastronom.

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  9. In Anbetracht der großen finanziellen Herausforderungen an die Stadt Depot, neues Feuerwehrhaus in der Altstadt, Erweiterung FFW Reitmehring, Bürgersaal, wäre es schon eine tolle Verbesserung wenn im alten Waaghäusl oder an nahgelegener Stelle eine öffentliche Toilette am Spielplatz wäre. Das Ergebniss vom ISEK sollte abgewartet werden bevor man weitere Gelder für Planung ausgibt.

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  10. Wahnsinn wie hier jeder immer auf die frau sommer losgeht 👎

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    1. Ach herrje, die Arme!

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    2. Ich finde es auch pfundig, dass rassistisches Gedankenschlecht immer gleich zurückgewiesen wird.

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    3. Das mag daran liegen, dass EGAL welcher Artikel erscheint, es für Frau Sommer grundsätzlich nur EINE Ursache zu geben scheint!

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  11. Joachim Smasal

    Bitte Vergest nicht wir haben hir einen Kinderspielplatz der Täglich von mehreren 100 Gästen besucht wird und weit und breit keine Toilette für die Kleinen Racker die dadurch gezwungen sind ringsum in die Anlage zu Urinieren…sehr Peinlich für alle Beteiligten und ein Armutszeugniss für den Bauplaner.

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    1. Sehr gut, meine Meinung, für so ein WC braucht man sicher keinen teuren Planer. Alle Stadträte sollten vor der Stadtratssitzung einmal eine öffentliche Toilette in Wbg. besuchen, dann werden sie die dringend notwendigen Stadtsanierungsmaßnahmen selber sehen.

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