Glückliche Hühner, gesunde Eier

Es geht auch ohne Fipronil-Skandal - Unsere Reportage aus dem Landkreis

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Bis vor wenigen Tagen war dieses Wort so gut wie den meisten Bürgern unbekannt: Fipronil. Doch seitdem das Insektizid bei uns in Eiern festgestellt wurde, ist Fipronil in aller Munde und die Aufregung groß: Kunden lassen derzeit besser die Finger weg vom Eierkauf, Aldi hat vorsichtshalber alle Eier aus den Regalen genommen und andere Discounter beteuern, keine belasteten Eier aus den Niederlanden bezogen zu haben. Dabei ist die Lösung so einfach und liegt buchstäblich vor der Nase …

Wer Eier unbesorgt essen will, der kauft regional und vor Ort bei kleinen transparenten Betrieben ein. Wie zum Beispiel bei Josef Rauscher in Au.

Die „Thalhamer Eier“ von seinem Hof sind seit über sechs Jahren weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Weil sie von glücklichen Hühnern stammen, ohne Chemie auskommen – und weil sie schmecken. Seitdem der Lebensmittel-Skandal um die Fipronil-Eier bekannt wurde, kommen immer mehr Kunden auf den Rauscher-Hof, wo sie sich direkt und rund um die Uhr mit frisch gelegten Eiern eindecken können.

Die Idee zum Eierverkauf hatte sein Sohn Christoph. „Der fand Legehennen schon immer gut“, sagt Rauscher, der bis dahin vor allem Milchbauer war. Dass die Rauschers damit den Nerv vieler Konsumenten getroffen haben, zeigten schon die ersten Reaktionen der Kunden beim Start. „Viele waren so froh, dass sie endlich wussten, wo ihre Eier herkommen“, erzählt der Chef.

Tatsächlich kann hier jeder das pure Hühnerglück sehen und den Hennen dabei zuschauen, wie sie draußen scharren, picken oder sich in eine Erdkuhle setzen. Zurück in den Stall geht’s dann, wenn die Henne Lust darauf hat und nicht wann es der Bauer will. Auch hinter den Kulissen geht es so zu, wie sich das viele Verbraucher im Land wünschen. Die Rauscher-Hühner bekommen artgerechtes Futter ohne Gen-Technik oder Chemie, und sie danken es mit bester Gesundheit. Josef Rauscher: „Wir haben immer Glück gehabt und mussten in über sechs Jahren kein einziges Mal Antibiotika einsetzen.“

Und Qualität kommt an und spricht sich rum. Aus anfänglich 400 Legehennen sind inzwischen 2600 geworden, im kommenden Jahr ist ein weiterer Stall mit Freilaufgehege geplant.

Hatten die Rauschers am Anfang noch Sorge, ob sie ihre Thalhamer Eier auch loswerden, so ist das heute kein Thema mehr. Rund 2000 gelegte Eier am Tag sind es derzeit, und es ist noch Luft nach oben. „In Deutschland können derzeit nur 68 Prozent des Eierverbrauchs aus heimischen Betrieben gedeckt werden“, erzählt Josef Rauscher.

Der Rest muss noch aus dem Ausland zugekauft werden, und dann können immer wieder Lebensmittel-Aufreger wie der momentane Eier-Skandal passieren. Vor Misstrauen ist da allerdings auch Josef Rauscher nicht sicher.

Am vergangenen Samstag rief ihn eine Kundin direkt aus dem Rewe-Markt heraus an und wollte wissen, ob denn die Thalhamer Eier sicher wären. Wäre sie einmal am Hof gewesen und hätte auf die Hühner geschaut – diese Frage hätte sie nicht gestellt …

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Ein Gedanke zu „Glückliche Hühner, gesunde Eier

  1. Es ist ja sehr schön, dass es diese Hühner so fein haben und das sie raus können. Aber das ist doch keine Garantierte dafür, dass in diesem Stall keine Pestizide eingesetzt werden.
    Ich habe selber ein paar Hühner für den Eigengebrauch. Die Hühner leben nicht in einer riesigen Gemeinschaft, gehen jeden Tag raus, nutzen ihr Sandbad…
    Und trotzdem kämpfe ich immer und besonders in den warmen Monaten gegen Vogelmilben. Und die ganzen natürliche Mittel die es gibt helfen eben nur bedingt.
    Mir kann also keiner erzählen, dass in einem Betrieb mit über 2000 Hühnern, und seien sie noch so glücklich, Milben und anderes Ungeziefer kein Problem sind. Würde mich interessieren, wie dagegen vorgegangen wird. Ich bin über hilfreiche Tips nämlich immer froh.

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