Geplante Deponie bleibt heißes Thema

300 Interessierte bei Podiumsdiskussion im Rathaus

image_pdfimage_print

969725_656397384374508_1383116835_nWasserburg – Auf großes Interesse stieß die Podiumsdiskussion der Bürgerinitiative Wasserburger Land zur geplanten Mülldeponie an der B304 bei Odelsham. Rund 300 Babenshamer und Wasserburger Bürger waren dazu in den Rathaussaal der Stadt gekommen, darunter auch Bürgermeister der umliegenden Gemeinden sowie Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl. Richard Röckl (rechts) leitete die Diskussion, bei der am Ende sehr bedauert wurde, dass die Firma, die die Deponie plant, keinen Vertreter entsandt hatte.

Auf dem Podium hatten sich der Wasserburger SPD-Stadtrat Burkhard Martl, Babenshams Bürgermeister Josef Huber, Peter Rutz von den Grünen, Alexander Hartung von der Bürgerinitiative sowie die SPD-Landtagsabgeordnete  Maria Noichl (von links auf dem Foto) versammelt.  In einer der ersten Wortmeldungen mahnt Maria Noichl an, sich grundsätzlich mit dem Thema Müll intensiver zu beschäftigen. „Müllvermeidung ist allemal besser, als Müll zu vergraben.“ Ihr komme es so vor, als ob der Freistaat Bayern in  Sachen Müll kein richtiges Konzept habe. Auch möchte Noichl Deponien lieber in öffentlicher als in privater Hand sehen. Im Bezug auf die mögliche Ablagerung von asbest-Müll in der geplanten Deponie sagte die abgeordnete: „Asbest-Stäube sind eben gefährlich. Naturereignisse können da schnell alle Sicherheitsmaßnahmen aushebeln“.

Alexander Hartung wies auf die allgemeinen Gefahren hin, die bei Müllablagerungen generell auftreten könnten. Er sah zudem den Bedarf an Deponieraum als nicht gegeben an. „Wir haben in Oberbayern derartig große Deponien, dass die Flächen noch für 150 Jahre reichen.“ Außerdem erscheine ihm die für Odelsham beantragte Fläche als enorm groß.

Moderator Richard Röckl hinterfragte die Informationspolitik beim Plaungs- und Genehmigungsverfahren zur geplanten Deponie:  „Ich habe das Gefühl, dass der Bürger zu wenig eingebunden ist.“  Außerdem sei es schlecht, dass die planende Firma nicht auf dem Podium vertreten sei. „Es gibt also leider wieder keine direkte Sach-Info vom möglichen Betreiber.“ Die betroffenen Bürger könnten ohne kommunale Einbindung von sich aus Problem so nicht im vollen Umfang erkennen.

Babenshams Bürgermeister Sepp Huber berichtete aus seinem Gemeinderat, dass die Mehrheit derzeit die Deponie ablehne, auch wenn die Gefahren, die von einem solchen Lager ausgingen etwas relativieren müsste.  „Da gehört schon kriminelle Energie her, wenn da was schief laufen sollte.“ Was Soyens Bürgermeister Karl Fischberger so nicht stehen ließ. Es gebe durchaus Probleme mit Sickerwasser auf der Deponie auf seinem Gemeindegebiet. „Bitte nicht schon wieder Deponie in der Nähe der anderen.“

Burkhard Martl sprach für den Bund Naturschutz:  Für Asbest gebe es keine Möglichkeit der Wiederverwertung. Es müsse also sicher abgelagert werden. „Meiner Meinung nach gehören da aber strenge Kontrollen her.“ Für ihn sei die Vorgehensweise bei der Planung der Deponie nicht nachvollziehbar.  „Erst sucht man nach dem Standort, dann hat man einem  Betreiber und dann wird behauptet, es gebe Bedarf.“  Er lehne grundsätzlich einen Standort für eine solche Deponie ab, wenn sie wie in Odelsham geplant so nahe an einem Hang läge. „Wir brauchen nur an einen Hangrutsch zu denken.“ –KR-

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.