Ganz Prien unter Schock

Der aktuelle Ermittlungsstand der Tötung vor dem Lidl-Markt - Kinder stark traumatisiert

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Eine ganze Gemeinde steht noch immer unter Schock: Nach dem tödlichen Angriff auf eine 38-jährige Frau vor dem Lidl-Einkaufsmarkt mitten in Prien (wir berichteten), laufen die Ermittlungen der Kripo zur Klärung der Tat auf Hochtouren. Mit einem langen Küchenmesser hatte der Täter auf sein Opfer mehrfach brutal eingestochen. Wie die Obduktion ergab, erlitt die Mutter – vor den Augen ihrer Kinder (fünf und elf Jahre alt) – zahlreiche Stich- und Schnittverletzungen, die zum Tode führten. Der tatverdächtige Mann aus Afghanistan befindet sich in einer psychiatrischen Einrichtung. Der Ermittlungsstand am heutigen Mittwochnachmittag laut Polizeipräsidium …

Nach wie vor werden umfangreiche Ermittlungen im Umfeld des Opfers und auch des Täters geführt, die sich auf Grund der Sprachbarrieren schwierig und sehr aufwändig gestalten. Die Beamten der Kripo agieren in Zusammenarbeit mit zertifizierten Dolmetschern um eine höchstmögliche Aussagegenauigkeit zu erzielen.

In ersten Befragungen räumte der Tatverdächtige die Tat ein, machte bisher jedoch keine Angaben zu seiner Motivlag, so die Polizei heute.

Wie die Ermittler zwischenzeitlich feststellen konnten, kannten sich Opfer und Täter, eine darüber hinausgehende Beziehung bestand jedoch offenbar nicht.

Die 38-jährige Frau aus Afghanistan, die sich bereits seit 2011 in Deutschland aufhielt, lebte seit längerem in einer eigenen Wohnung in Prien am Chiemsee – mit ihren vier Kindern und Verwandten. Sie hatte stets gerne als Dolmetscherin für die neu angekommenen Flüchtlinge geholfen. Der 29-jährige Tatverdächtige, dieser hält sich seit 2013 im Lande auf und verfügt über eine Duldung, war in einer Priener Gemeinschaftsunterkunft untergebracht.

Die Ermittlungen hinsichtlich der Motivlage dauern an. Dazu gehören auch intensive Nachforschungen in Bezug auf eine mögliche religiöse Motivation.

Die Kinder des Opfers, die die Tat mitansehen mussten, seien stark traumatisiert und betreut untergebracht, so die Polizei.