Fußball-Passmappen-Chaos ist zu Ende

Künftig reicht Foto in der Online-Spielerliste als Nachweis der Spielberechtigung

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spielerpass_neuEs ist da, das Ende des Passmappen-Chaos in der Fußball-Szene der Heimat – dank Internet. Seit wenigen Tagen ist bei der Identifizierung von Spielern am Spielort vieles einfacher. Für Vereine und für Schiedsrichter. Was sich geändert hat – BFV-Vizepräsident Horst Winkler, im BFV-Vorstand verantwortlich für die Entwicklungen im Online-Bereich, klärt in einem Interview bei uns auf …

Herr Winkler, was ist dran – ist der Spielerpass aus Papier ein Auslaufmodell?

WinklerHorst Winkler: Nein, das nicht! Der Spielerpass aus Papier ist und bleibt ein wichtiges, weil amtliches Dokument. Dieser Status wird auch durch die guten und sinnvollen Neuerungen im Online-Bereich derzeit nicht infrage gestellt. Aber es gibt seit dem 15. Juni im Herren- und Frauen-Spielbetrieb für Vereine und Schiedsrichter wieder eine Vereinfachung, was die Vorlage von Spielerpässen bzw. die Identifizierung von Spielerinnen und Spielern angeht.

Was heißt das konkret?

Horst Winkler: Das Foto in der Spielerliste ist für den Nachweis der Spielberechtigung künftig ausreichend. Vereine haben bekanntlich mittlerweile die Möglichkeit, in der SpielPlus-Anwendung die entsprechenden Porträtfotos zu ihren Spielerinnen und Spielern hochzuladen. Diese werden dann auch entsprechend für die Spielerlisten und den Elektronischen Spielbericht übernommen und sind dort einsehbar.

Wo ist dabei jetzt der Vorteil?

Horst Winkler: Ganz einfach: Der Schiedsrichter kann bei Bedarf anhand der Porträtfotos im ESB die Spielerinnen und Spieler identifizieren. Die Passmappe mit den Spielerpässen ist dann nicht mehr nötig und damit fällt für Vereine mit vielen Mannschaften das immer wieder neue Zusammenstellen der Mappen für die Spiele weg. Das ist ja durchaus auch eine Fehlerquelle. Plötzlich fehlt ein Spielerpass, weil er zum Beispiel noch in der Mappe der Zweiten Mannschaft drin ist. Und die ist gerade mit bei einem Auswärtsspiel. Das Ganze funktioniert aber natürlich nur, wenn für alle eingesetzten Spieler auch das entsprechende Foto im SpielPlus hinterlegt ist, das ist, denke ich, klar. Ein weiterer Vorteil ist sicherlich, dass das Foto dem Spielerpass dauerhaft zugeordnet bleibt. Zur neuen Saison werden vom Verein also nur wie gewohnt die Spielerlisten für die Mannschaften erneuert.

Den offiziellen Spielerpass gibt es aber nur einmal, ein Foto ist gerade online schnell ersetzt. Wie sicher ist denn die neue Variante?

Horst Winkler: Sehr sicher, um genau zu sein sogar noch sicherer als vorher. Zum einen sieht durch die Veröffentlichung im ESB auch der Gegner die Fotos und kann den Schiedsrichter unmittelbar ansprechen, sollte irgendwas komisch erscheinen. Zum anderen werden alle Versionen der Fotos eines Spielerpasses mit Änderungszeitpunkt intern gespeichert. Es ist im Zweifel also jederzeit nachvollziehbar, sollte ein Aktiver plötzlich ganz anders aussehen. Damit ist der Missbrauch der Funktion nahezu ausgeschlossen. Die Neuerung bringt also ausschließlich Vorteile. Für mich gibt es deshalb auch keinen Grund, warum ein Verein nicht schnellstmöglich alle Porträtfotos seiner Spielerinnen und Spieler ins System hochlädt. Das ist im SpielPlus denkbar einfach und mit ein paar Klicks gemacht.

Wir haben jetzt über Porträtfotos der Spielerinnen und Spieler im Elektronischen Spielbericht gesprochen. Ist das die einzige Neuerung zur neuen Saison im Online-Bereich?

Horst Winkler: Nein, denn die Entwicklung geht ja stetig weiter. Beispielsweise wird der BFV-Liveticker für Jedermann kommen und wir sind sehr froh, dass es in Kürze auch möglich sein wird, Angaben aus dem Liveticker nach dem Spiel per Knopfdruck in den Elektronischen Spielbericht zu übernehmen und dass der ESB auch mobil über die kostenlose BFV-App bedient werden kann. Das wird auch noch einmal ein super Service für Vereinsverantwortliche und Schiedsrichter. Wenn es soweit ist, werden wir natürlich noch einmal gezielt informieren.

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