Für Kinder, die den Holocaust überlebten

Zur Erinnerung an ein Camp in Rosenheim, wo „Displaced Persons" Hilfe fanden

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Für bis zu 1.000 jüdische Kinder und Jugendliche, deren Eltern von den Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg verschleppt oder ermordet worden waren, wurde Rosenheim damals eine vorübergehende Heimat: Der israelische Verein „Bricha Legacy Association“ hat jetzt feierlich eine Gedenktafel zur Erinnerung an das „Transient Children’s Center“ und das „Camp Kadimah“ (von 1946 bis 1949) auf dem heutigen Gelände der Rosenheimer Bundespolizei enthüllt.

Für die Feierstunde war eine Delegation aus Israel angereist, deren Vorfahren in Lagern zur vorübergehenden Unterbringung sogenannter Displaced Persons (DPs) nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einen Teil ihrer Kindheit verbracht hatten.

Schülerinnen und Schüler des Karolinen-Gymnasiums Rosenheim, die sich in einem Projekt mit dem Thema auseinander gesetzt und eine Ausstellung darüber erstellt hatten, informierten die Gäste über das Leben im Camp.

Die traumatisierten und entwurzelten Minderjährigen wurden damals in diesem Camp auf ihre Auswanderung nach Palästina vorbereitet. Eifrig und voller Leidenschaft lernten die Kinder das Hebräisch und beschäftigten sich mit Mathematik, Geschichte oder Geographie. In ihrer Freizeit trieben sie Sport oder spielten Theater.

Die jüdische Gemeinschaft übernahm die Rolle des Elternhauses und gab den Kindern Halt und Geborgenheit. Auf diese Weise konnten tausende Kinder, die den Holocaust überlebt hatten, den Glauben an die Menschlichkeit wiederfinden. Daran erinnert von nun an die Gedenktafel in der Liegenschaft der Rosenheimer Bundespolizei.

Unser Foto oben zeigt Niva Ashkenazy und Esther Weiss vor der Gedenktafel auf dem Gelände der Bundespolizei – die Mutter der beiden Schwestern hatte im Rosenheimer DP-Camp gelebt.

Foto: Bundespolizei

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