„Ethanolöfen sind gefährlich“

Nach gestrigem Brandunglück in Wasserburg: Presseerklärung von Feuerwehr und Polizei

Anläßlich des folgenschweren Unfalls gestern in Wasserburg mit einem Ethanolofen (wir berichteten ausführlich) weisen Feuerwehr und Polizeipräsidium am heutigen Donnerstagmittag eindringlich – eigens in einer bayernweiten Presseerklärung – auf die Gefahren im Umgang mit solchen Geräten hin. Vor allem geht es um Sicherheits-Tipps. Hier der genaue Wortlaut: „Der Sicherheitsaspekt sollte bei der Entscheidung für einen Ethanolofen an erster Stelle stehen. Die europaweit geltende Norm …

… DIN EN 16647 legt die Anforderungen an sichere Geräte fest. Nach erfolgreicher Prüfung vergibt beispielsweise der TÜV ein entsprechendes Prüfzeichen.

Brennbare Materialien fernhalten

Ethanolöfen eignen sich nicht fürs Beheizen eines Raumes, sondern erfüllen dekorative Zwecke. Bioethanol ist ein Alkohol, der aus Getreide, Kartoffeln oder Zuckerrohr gewonnen wird. Statt zum Verzehr, werden diese biologischen Rohstoffe zu Alkohol vergoren und als Brennstoff genutzt. Das flüssige Bioethanol besteht zu etwa 95 Prozent aus pflanzlichen Alkoholen. Ganz ungefährlich ist Bioethanol daher nicht: Offen stehend, kann Bioethanol schon bei Temperaturen um 21 Grad ein leicht entzündliches und explosionsfähiges Luft-Gemisch bilden.

Herstellerhinweise aufmerksam lesen

Ob Edelstahl, Glas oder Stein – aus welchem Material der Ethanolofen besteht ist Geschmackssache. Für alle Geräte gilt aber, dass sie fest stehen und richtig montiert sein müssen. Vor dem ersten Einsatz empfiehlt es sich, die Herstellerhinweise aufmerksam zu lesen. Denn der unvorsichtige Umgang mit flüssigen Brennstoffen wie Ethanol birgt Risiken und kann zu schweren Unfällen und Verbrennungen führen. Falls während des Betriebs des Ethanolofens ein unangenehmer Geruch entsteht, liegt dies meist daran, dass dem Brennstoff Wasser und Gelbstoff beigemischt wurden und das Ethanol deshalb weniger sauber verbrennt.

Tipps zur Sicherheit:

Vorsicht beim Nachfüllen des Brennstoffes: nicht befüllen, so lange der Kamin brennt oder noch heiß ist!
Stellen Sie den Kamin nicht in der Nähe von brennbaren Materialien auf!
Lassen Sie den Ofen nie unbeaufsichtigt!
Lüften Sie regelmäßig: Der Brennvorgang senkt den Sauerstoffgehalt im Zimmer, es entstehen Gase wie beispielsweise Kohlendioxid!
Achten Sie auf Löschwerkzeuge, die auch für brennende Alkohole geeignet sind!

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