Erste Endspiele für den EHC

Löwen aus Waldkraiburg müssen am morgigen Freitag gegen den TSV Erding ran

Für die Löwen vom EHC Waldkraiburg geht es am Freitag um 20 Uhr gegen den TSV Erding und damit steht, wenn man so will, das erste von noch ausstehenden acht Finalspielen auf dem Programm. Am Sonntag kommt um 17.15 Uhr der EV Lindau in die Industriestadt und das Team von Rainer Zerwesz ist jetzt einmal wieder verpflichtet, zu liefern.

Die Ausgangssituation ist mehr als bescheiden, nach dem ersten Wochenende der Verzahnungszwischenrunde für die Löwen. Nach dem 5:4-Sieg gegen Miesbach in der Verlängerung am Freitag mussten sich die Waldkraiburger am letzten Sonntag in Landsberg mit 4:6 geschlagen geben. Zwar trat man in Landsberg nur mit 14 Spielern und zwei Torhütern an – neben den Langzeitverletzten Lukas Wagner und Martin Führmann fehlten auch Christof Hradek, Tobias Thalhammer und nicht zuletzt die Lebensversicherung im Tor Björn Linda – doch ging es, mit Verlaub, gegen den Sechsten der Vorrunde und das auf dem Papier nach Buchloe vermeintlich schwächste Team der Gruppe B.

Mit gerade einmal zwei mickrigen Punkten steht der Oberligist Waldkraiburg in seiner Sechsergruppe auf Rang 4; hinter Lindau und den Bayernligisten Erding und Landsberg. „Das war natürlich nicht der Start, den wir uns vorgestellt hatten. Wir wollten eigentlich mit sechs Punkten starten, denn an diesem Wochenende wird es nicht leichter“, erklärte Löwen-Coach Rainer Zerwesz, der ein Auftreten wie am letzten Wochenende nicht mehr sehen möchte. „Wir müssen nach hinten wieder die Drecksarbeit machen und defensiv besser stehen. 10 Gegentore in zwei Spielen sind viel zu viel“, so der 48-Jährige. „Wir dachten, wir müssen jetzt gegen die Bayernligisten nach vorne marschieren und haben viel zu offensiv gedacht. Was wir aber brauchen ist unsere Ordnung, wie die bisherige Saison auch.“

Zuversichtlich stimmt den Löwen-Coach die Rückkehr von Torhüter Björn Linda, der seine Studienprüfungen hinter sich gebracht hat und schon in der Oberliga die Star-Teams aus Selb, Regensburg, Bad Tölz oder Landshut zur Verzweiflung trieb. Hinter Christof Hradek, Tobias Thalhammer und seit neuestem auch Thomas Rott steht aktuell aber ein Fragezeichen. Am Dienstag hatte Zerwesz 13 Spieler im Training. „Das kommt jetzt auch hinzu, dass wir in der jetzigen Phase zu viele Ausfälle haben. Letztes Jahr hatten wir ab Anfang Januar keinen Verletzten. Das hat sich ausgezahlt“, erklärte Zerwesz, will deshalb aber nicht die Kaderplanung direkt kritisieren. „Man hat da keine Garantien. Im Nachhinein hätten wir ein, zwei Spieler mehr verpflichten sollen. Das sage ich jetzt. Aber hätte, wäre, wenn- das hilft jetzt nicht.“

Der nächste Gegner Erding ist für Zerwesz am Freitag der klare Favorit: „Die haben eine Top-Mannschaft und die meisten Spieler sind Oberliga-erfahren. Sie haben wenige Verletzte, kommen mit breiter Brust und sind uns in Sachen Selbstbewusstsein weit voraus.“ Viele Experten hatten den ehemaligen Oberligisten, der erst im Vorjahr aus der Landesliga in die Bayernliga aufgestiegen war, auf dem Zettel. Selbst wollte man aber zunächst nur die Klasse halten mit einem Kader, der es in sich hat.

Am Ende wurde es aber Platz 2 hinter Bayernliga-Meister Memmingen und mit einer Offensive, die sich sehen lassen kann: 160:88 Tore waren Liga-Spitze in Bayerns Eishockeyoberhaus und mit Marco Deubler (10 Tore), Philipp Spindler (11), Timo Borrmann (12), Florian Zimmermann (12), Christian Poetzel (13), dem 21-jährigen Tschechen David Michel (27) und nicht zuletzt Daniel Krzizok (35) trafen gleich sieben Akteure zweistellig- bei den Löwen traf in der Oberliga übrigens nur Fabian Zick zehn Mal. Trainiert wird die Mannschaft inzwischen von Thomas Vogl und dass der gerne gegen die Löwen spielt und noch lieber siegt, zeigte er schon als Spielertrainer vor wenigen Jahren beim ESC Dorfen. Zum Auftakt der Verzahnungszwischenrunde gewann Erding in Miesbach mit 3:2, anschließend zeigte man Buchloe mit 6:2 die Grenzen auf.

Die Grenzen aufgezeigt bekamen die Löwen in dieser Saison auch mehrfach vom aktuellen Gruppenersten EV Lindau, der am Sonntag zu Gast in der Industriestadt ist. Von vier Vergleichen gingen drei an die Islanders- einer davon zwar nach Verlängerung, ein weiterer erst nach Penaltyschießen. Zuletzt aber beim 6:0-Sieg Mitte Januar, zogen die Lindauer die Löwen im eigenen Stadion am Nasenring durch die Manege. Und eigentlich hatten die Fans gehofft, dieser Warnschuss sei kurz vor Beginn der Zwischenrunde das Richtige für den EHC gewesen, um sich wieder zu fokussieren und dann mit alter Leidenschaft anzugreifen. Schließlich will man auch in der kommenden Saison in der Oberliga spielen und nicht das Geleistete der Vorjahre verspielen. Dafür muss aber nach der Zwischenrunde mindestens Platz vier herausspringen und anschließend das Viertelfinale gewonnen werden. Ehe man sich solche derzeit utopischen Gedanken aber macht, sollte man endlich den Schalter umlegen und die ersten, der noch ausstehenden acht Endspiele, möglichst positiv gestalten.

Zum Spiel am Freitag nach Erding soll auch wieder der Fanbus rollen. Anmelden kann man sich über eine Direktnachricht bei Facebook, oder per Email an Fanbus@ehcwaldkraiburg.com. Treffpunkt an der Raiffeisen Arena ist um 18.15 Uhr, für das leibliche Wohl ist wie gewohnt gesorgt. Der Fahrpreis liegt bei zehn Euro. Karten für das Heimspiel gegen Lindau am Sonntag gibt es bis 24 Stunden vor Spielbeginn Online unter ehcwaldkraiburg.com und an der Abendkasse am Spieltag ab 15.45 Uhr. Die Geschäftsstelle der Löwen hat in dieser Woche Donnerstags geschlossen.

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