Emeritierter Papst hat Cousin in Wasserburg

Werner Schneider mit Benedikt XVI. verwandt - Erinnerungen

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k-Ehepaar Schneider bei Papst Benedikt XVIWasserburg  – Die Herausgabe des Buches „Ich werde mal Kardinal“ des Rimstinger Autors Johann Nußbaum mit vielen Bildern und Geschichten zum emeritierten Papst Benedikt XVI.  hat  dazu beigetragen, dass sich die Ratzinger- Familie noch aktiver als bisher miteinander beschäftigt. Einer der Papst-Verwandten ist Werner Schneider aus Wasserburg, ein Cousin Ratzingers. Bei einem Gespräch in der Chiemsee-Gemeinde Rimsting erzählte Werner Schneider über Erfahrungen mit der Papst-Familie.

Die Familie Ratzinger hat nicht zuletzt wegen der 18 Dienststellen als Gendarm und Stationskommandant von Vater Joseph Ratzinger viele bleibende Spuren an verschiedenen Orten im Chiemgau und in Oberbayern hinterlassen. Rund zwei Dutzend Verwandtschafts-Mitglieder unter anderem in Rosenheim, Chieming, Altenmarkt, Peißenberg, Wasserburg, München und Regensburg waren und sind stets untereinander in guter Verbindung, die Papst-Mutter hatte ja sieben Geschwister.

Auch als Joseph Ratzinger zum Papst Benedikt XVI. gewählt worden war, riss dieser Kontakt nie ab. „Alle Schreiben meinerseits an „Seine Heiligkeit und an den verehrten Vetter“ wurden immer, wenn auch nur kurz, persönlich von Joseph Ratzinger beantwortet“, so Werner Schneider, der den erfolgreichen Lebensweg von Ratzinger genau verfolgte. Beim Festmahl zur Erhebung von Joseph Ratzinger zum Erzbischof von München-Freising war Werner Schneider zugegen und er erinnert sich an die Worte des vormaligen Regens in Freising, Prälat Dr. Höck als er zum neuen Erzbischof sagte: „Josef, weißt Du, wenn nur die Demut nicht fehlt“.

Zuvor war Joseph Ratzinger in Münster und als Konzilsberater mit dem Erzbischof Kardinal Frings in Rom tätig. „Joseph hat aus dem Stegreif immer druckreif gesprochen, wie es nur wenige beherrschen“, erinnert sich Werner Schneider. Joseph Ratzinger, so weiß Werner Schneider zu berichten, hatte überhaupt eine eindrucksvolle Laufbahn: 1957 war er mit 27 Jahren jüngster Dozent im Priesterseminar Freising, 1959 kam er als Professor an die Uni nach Bonn, von 1962 bis 1965 war er Theologischer Berater beim Vatikanischen Konzil bis 1965, Professoren-Aufgaben übernahm er in Münster (1963), in Tübingern (1966) und in Regensburg (1969), 1977 wurde er zum Erzbischof von München-Freising und zum Kardinal ernannt und 1981 wurde er zum Präfekten der Glaubenskongregation in Rom berufen.

Bei seiner Bischofsweihe, so Werner Schneider weiter, habe Joseph Ratzinger die Unzertrennlichkeit von Altbayern und katholischem Glauben in seiner Ansprache herausgestellt. Auch Schwester Maria war eine sehr gescheite Frau, die jedes Studium geschafft hätte, aber zeitlebens mit ihrer Klugheit, Treue und Weltläufigkeit eine sehr seelenvolle und für ihren Bruder eine hilfreiche Haushälterin und Sekretärin blieb.

Die Wertschätzung für Maria Ratzinger, die Mitglied des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus war, zeigte sich auch dadurch, dass zu Ihrer Beerdigung 1991 in Regensburg Papst Johannes Paul II. eine persönliche Botschaft entsandte. „Das Beileidstelegramm von Papst Johannes Paul II. wurde öffentlich im Regensburger Dom verlesen – eine  Ehre für die brave Maria.“ Auf dem Sterbezettel von Maria Ratzinger sei ihr Wirken wie folgt festgehalten: „34 Jahre hat sie ihrem Bruder Joseph auf allen Stationen seines Weges in unermüdlicher Hingebung und mit großer Güte und Demut gedient“.

Besuch beim Papst im Castel Gandolfo

2007, Joseph Ratzinger war bereits zwei Jahre Papst, besuchte Werner Schneider mit Ehefrau, zwei Kindern und drei Enkeln den Papst in Rom. Einen Nachmittag nahm sich der Papst in Castel Gandolfo Zeit, um sich mit der Familie Schneider auszutauschen. Ganz genau interessierte sich Joseph Ratzinger über Personen und Geschehen in seiner oberbayerischen Heimat und in selbstverständlichem Bairisch antwortete er auf die vielen Fragen seiner Verwandten. Den Rücktritt vom Amt als oberster Hirte der Weltkirche hat Werner Schneider gleich verstanden. „Auch wenn es ein Bruch mit der Tradition und eine Novität war, so ist die durchdachte Entscheidung des charakterstarken Joseph Ratzinger voll umfänglich verständlich“, so Werner Schneider, der in Rimsting aufwuchs, als Kind lieber zum Baden und zum Fußball, als zur Schule ging und schließlich Lehrer wurde, nachdem er an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Deutsch, Geschichte und Politische Wissenschaften studierte. Seine beruflichen Anstellungen waren in Kirchanschöring, Wasserburg, Prien (Leiter der Realschule) sowie zuletzt wieder Wasserburg als Direktor der Fachoberschule bis zur Pensionierung.

Als CSU-Mitglied brachte sich Werner Schneider zudem im Wasserburger Stadtrat, im Rosenheimer Kreistag und im Bezirkstag von Oberbayern ein. Nun hofft Werner Schneider wie viele seiner Verwandten, dass der Dialog mit Joseph und Georg Ratzinger weiter fortgeführt werden kann und dass es vielleicht wieder einmal zu persönlichen Begegnungen kommt. Ein wertvolles Bindeglied zwischen den Leuten im Chiemgau und den Ratzinger-Brüdern in Regensburg und Rom ist in jedem Fall die erweiterte Zweitauflage des Buches „Ich werde mal Kardinal“, das in der Gemeinde Rimsting erhältlich ist. Anton Hötzelsperger

Foto: Familie Schneider 2007 zu Besuch bei Papst Benedikt XVI im Castel Gandolfo.

 

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Ein Gedanke zu „Emeritierter Papst hat Cousin in Wasserburg

  1. echter als die ist der fletzi

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