Elf Sichtweisen auf die Welt

In Ebersberg: Bunt-ambitioniertes Kaleidoskop fotografischer Reflexionen

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Ein Jahr lang arbeiteten elf begeisterte Fotografen darauf hin, die Ausstellung „projektraum wernerbauer“ in der Galerie „Alte Brennerei“ in Ebersberg zu gestalten. Unter der Leitung des Dachauer Fotokünstlers Werner Bauer entwickelten sie elf völlig unterschiedliche Sichtweisen auf die Welt und breiten nun ein bunt-ambitioniertes Kaleidoskop fotografischer Reflexionen und Sichtweisen aus. 

Die Vernissage der Jahresausstellung „projektraum wernerbauer“ in der Galerie „Alte Brennerei“  des Kunstvereins Ebersberg  findet am Freitag, 22. September, um 19 Uhr statt. Die Ausstellung ist noch zu sehen am 23. und 24. 9. von 14 bis 18 Uhr, weiter am 29. September von 18 bis 20 Uhr sowie am 30. September und 1. Oktober von 14 bis 18 Uhr. Die Ausstellung schließt mit einer Finissage am 1. Oktober ab 16 Uhr.

Reinhold Bauer versucht eine Annäherung an seinen viel zu früh verstorbenen Vater mit dem Medium der Fotografie, jetzt, wo er so alt ist wie sein Vater damals – eine Suche nach verschütteten Spuren der Familie und in sich selbst.

Auch Evelyne Bob ist auf Spurensuche – mit der Kamera in ihrem Geburtsort, den sie als Kind verlassen hat. Was erinnert sie dort noch an ihren Begriff von Heimat?

Prosaischer geht Alois Englhard vor und sendet fotografisch verfremdete Urlaubsgrüße aus seinem Traumland an Meer. Hingegen widmet sich Stephanie Greil dem essentiellen Charakter der Polaroid-Fotografie und erkundet, inwieweit die Form einer Polaroid-Aufnahme über deren Inhalt dominiert.

Thomas Kirchgraber setzt sich mit der Auflösung der Formen in der Ballettfotografie  auseinander. Aus definierten Körpern entwickeln sich durch lange Belichtungszeiten und bewegter Kamera fließende Bewegung und tänzerische Energieströme. Ihre bildnerischen Kunstwelten charakterisiert Ursel Klopsch kurz und bündig: „Nichts ist so aufreizend wie Gelassenheit!“

William Martinez zeigt die Begeisterung von Kindern, indem er die Magie ihrer Wirklichkeit abbildet, die mit bloßem Auge nicht zu sehen ist.

Spielerisch experimentiert Hans Dieter Schneider mit bunten Schneckenhäusern, die Raumschiffen gleich in realen Umgebungen schweben.

„Was für eine Welt hinterlassen wir?“, fragt Barbara Steude in ihren Bildern, die sie selbst als eine Art entsorgtes Objekt in einer  feindlichen Umwelt zeigt. Renate Rößner widmet sich in der japanischen Tradition des „Wabi-sabi“ liebevoll den kleinen, unscheinbaren Dingen, die ihre Pracht erst bei näherem Hinsehen entfalten. Und schließlich beschäftigt sich Klaus D. Wolf mit einem typischen Element urbaner Vorstädte – Garagen. Ober- und Untermenzing begehen heuer ihre 1200-Jahrfeier, und 1200 Garagen hat der Bildautor dort fotografiert. TOM

 

 

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