„Eine Verunglimpfung auf Staatskosten“

Vertreter aus Politik und Landwirtschaft kritisieren Kampagne des Ministeriums

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„Bundesumweltministerin Hendricks verunglimpft mit ihrer ideologischen Kampagne auf Staatskosten die gesamte Landwirtschaft. Das ist unverantwortlich“, ärgern sich Sebastian Friesinger, Vorsitzender der Direktvermarkter RegRo, JU-Kreisvorsitzender Florian Gerthner und Josef Paul von der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft. Das Bundesumweltministerium hatte in den vergangenen Tagen eine Reihe „neuer Bauernregeln“ vorgestellt, die angebliche Missstände in der Landwirtschaft kritisiert. 

Durch das bewusste Herausheben von Einzelfällen werde ein völlig falsches Bild der heimischen Landwirtschaft gezeichnet und ein ganzer Berufsstand in Misskredit gebracht, so Friesinger, Gerthner und Paul.

Der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Regionalentwicklung, Sebastian Friesinger, der sich seit Jahren für die Direktvermarkter in der Region einsetzt, betonte die kleinbäuerlichen Betriebsstrukturen im Landkreis Rosenheim. „Von extensiver Landwirtschaft auf Kosten des Umweltschutzes kann bei uns keine Rede sein“, so Friesinger. Die unsägliche Kampagne von Ministerin Hendricks werfe alle Bauern in einen Topf.

Der Kreischef der Jungen Union, Kreisrat Florian Gerthner aus Neubeuern, ergänzte, dass alle Landwirte als Tierquäler dargestellt würden. Um unsere heimischen Strukturen zu erhalten, sei es viel mehr notwendig, ein positives Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit zu zeichnen. „Nur so können wir junge Menschen in der Region unterstützen, die einen Hof übernehmen wollen. Umweltministerin Hendricks betreibt hingegen Bauern-Mobbing und bewirkt das genaue Gegenteil“, erklärte Gerthner.

Kreisrat Josef Paul von der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft fordert einen sofortigen Stopp der unsäglichen ideologischen Propaganda auf Kosten tausender verantwortungsvoller Landwirte in ganz Deutschland. Vielmehr werbe er für einen konstruktiven Dialog zwischen Umweltschutz und Landwirtschaft. Die kleinbäuerlichen Strukturen in der Region Rosenheim seien dabei ein Vorbild und zukunftsfähig, so Paul.

Foto oben: Josef Paul, Kreisvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft und sein Stellvertreter Sebastian Friesinger, zugleich RegRo-Vorstand, sowie der Kreischef der Jungen Union Florian Gerthner (von rechts ) finden es nicht akzeptabel, dass mit Steuergeldern die heimische Landwirtschaft verunglimpft wird.

Eine der neuen Bauernregeln des Ministeriums:

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12 Gedanken zu „„Eine Verunglimpfung auf Staatskosten“

  1. Wenn doch nur Einzelfälle für die Kampagne herausgehoben wurden, warum regen sich die anderen „Anständigen“ denn dann so auf?

    Kritisiert werden mit diesen „neuen Bauernregeln“ Misstände in der Landwirtschaft, keine einzige dieser Regeln sagt, dass die ganze Landwirtschaft voll mit Missständen ist und es keinen vernünftigen Landwirt gibt.

    Das behauptet auch niemand.
    Aber Hauptsache, es gibt mal wieder eine Gelegenheit zum Schimpfen ….

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  2. Zum anderen verstößt die Groß-Landwirtschaft mit meinem Geld, das ich in Form von Steuern an den Staat abgebe, gegen die Werte, die mir wertvoll sind, nämlich gute Tierhaltung, nämlich sauberes Grundwasser ohne „Düngemittelzusätze“, nämlich Antibiotika maximal aus der Apotheke und nicht über die Fleischtheke.

    Und: Ja, ich geb bereits mehr Geld aus für g’scheite Lebensmittel. Aber ich unterstütze unfreiwillig auch die, die durch die Aktion von Frau Hendricks und dem Ministerium angeprangert werden.

    Außerdem, wer kein schlechtes Gewissen hat, braucht sich dadurch ja nicht angesprochen fühlen …

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  3. Na, Hauptsache die Bauern haben wieder etwas zu meckern, statt sich auf die Hinterbeine zu stellen (im Schweinestall ist für mehr eh kein Platz) und die Kollegen an den Pranger zu stellen, die den Beruf des Bauern verunglimpfen durch ihre nicht artgerechte Tierhaltung bzw. umweltverschmutzende Ausbringung von Jauche und Gülle auf die Felder oder schlimmstenfalls sogar in diverse Gewässer zu schütten.

    In den letzten Jahren hatten wir ja bereits bei einigen Nachbargemeinden das, dass Trinkwasser nicht zu verwenden war.

    Und wenn die drei Herren sich so aufregen, kommt mir fast der Verdacht, dass sie vom Umweltschutz selber nicht viel halten.

    Frau Hendriks, wenn Sie Meckermann beleidigt hat, ist doch Ihr stall wenigstens sauber und artgerecht 🙂

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  4. Also ich habe mir die Mühe gemacht, die neuen Ideen auf der Seite des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit durchzulesen und kann keine Verunglimpfung der Landwirte feststellen, schon gar nicht, die der Rosenheimer Bauern.

    Viel mehr werden besonders die Landwirte als Beispiel hervorgehoben, die nach dem aktuellen Wissensstand der Technik und modernem Gerät unter ökonomischen Gesichtspunkten ökologische Landwirtschaft betreiben.

    Zumal geschrieben wird, dass der Einsatz zum Umbau der EU-Agraförderung so umgestaltet werden soll, dass Landwirte für öffentliche Leistungen – wie den Naturschutz – stärker bezahlt werden sollen.

    Wie dass dann in der Realität aussieht, kann ich nicht beurteilen, aber es scheint der Wille da zu sein.

    Ich kann da einfach nichts Schlechtes daran finden.

    Viel mehr habe ich den Eindruck, dass wir uns schon im Wahlkampf befinden und die zuständige Ministerin dummerweise der SPD angehört?

    Nur eine Vermutung, weswegen Unions-Angehörige scharf gegen Hendricks schießen.

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  5. Dieser Kommentar ist eine Beleidigung. Ich verstehe nicht, dass die Redaktion so etwas zulässt.
    Es zeigt mir aber auch, welch Geisteskind der Verfasser ist.

    Anmerkung der Redaktion:

    Danke für den Hinweis. Der genannte Kommentar wurde gelöscht – wir veröffentlichen keine persönlichen Beleidigungen.

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  6. Ich finde diese pauschale Anschuldigung eine Frechheit.
    Wenn ich jetzt sage ein Flüchtling hat sich über 10 x registrieren lassen und den Steuerzahler um über 20.000€ geprellt , also sind alle Flüchtlinge Betrüger und Gauner, dann wäre es genau das gleiche.
    Der Anständige braucht sich ja nicht angesprochen fühlen.
    Soll der Landwirt die Gülle in die aufgestellten Boxen für Hundekot kippen, oder unter das Kopfkissen legen?
    Holländische Bauern fahren seit Jahrzehnten hunderttausende Tonnen Gülle pro Jahr auf deutsche Flächen, und unsere Politik greift mit so einer plumpen Propaganda (mit Steuermitteln) den einheimischen Bauer an.
    Und wer behauptet ein Bauer schüttet seine Gülle direkt in ein Gewässer der sollte sich in einer entsprechenden Einrichtung mal checken lassen!

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    1. @Be Fa lesen Sie doch den Bericht des Umweltminesteriums richtig, hier wird niemand beschuldigt.
      Der Landwirt soll seine Abfälle so entsorgen wie alle anderen Unternehmen auch und das heißt im zweifelsfall muss er eine Unternehemen beauftragen diese zu entsorgen. Sie können dem Landwirt auch ihren Keller zu verfügung stellen.
      Es ist nicht die Aufgabe der Politik dafür zu sorgen das es den Landwirten gut geht. Diese betreiben ein Unternehmen wie alle anderen Firmen Besitzer auch und haben dafür zu sorgen, das dieser läuft.
      Dann Ihren polemischen vergleich zwischen Flüchtlingen und Landwirten, die Landwirte kosten den Steuerzahler auch einiges an geld, den diese werden im Gegensatz zu andern Betrieben gefördert.
      Be Fa es ist mehr als einmal passiert in der Vergangenheit das Bauern ihre Gülle in Gewässer geschütet haben, sowas nennt man landläufig als Umweltsünder. Und in die besagte Einrichtung gehe ich gerne mit Ihnen Hand in Hand.

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      1. @Roland bitte überlegen was, Sie sich denken, wenn Ihr Berufsstand an Plakatwänden auf „Missstände“ angesprochen wird.

        Im übrigen wird mit Gülle kein Abfall entsorgt, Gülle ist ein organischer Dünger, mit dem der Pflanzenbestand mit Nährstoffen versorgt wird.
        Bei biologisch wirtschaftenden Landwirten ist Gülle neben Mist praktisch der einzige Dünger.

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        1. Hallo Gu Don, wenn Sie das so schreiben heist das im rückschluß, das der Mist von meinen Hunden auch organischer Dünger ist?
          Und zum anderen sind die meisten Berufsstände schon in irgend eine art und weise an den Pranger gestellt worden.

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  7. “ Jeder Landwirt wird als Tierquäler dargestellt“ meint der Herr die Aussage ernst? Was macht dann sein Parteivorsitzender zum Thema Flüchtlinge?
    So einen Schmarn erzählen und dann auch noch „Kreisrat“ sein, sowas gibt es auch nur in der JU.

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    1. Seit meiner Jugend – und die ist lange her – kursieren lustige Bauernregeln wie beispielsweise „Steht im Januar das Korn, ist es wohl vergessn worn”. Keiner in meinem Bekanntenkreis kam in all den Jahren auf die Idee, daraus zu folgern, alle Landwirte sind extrem vergesslich oder gar strunzdumm.
      Ich überlege noch, warum die Herren Sebastian Friesinger, Florian Gerthner, Josef Paul und der Bundesminister für Ernährung, Christian Schmidt, solch lustige Sprüche gleich verallgemeinern. Die harmloseste Erklärung ist vielleicht, dass sie das Wesen des Konditionals (all die Sprüche sind „wenn … dann …”–Konstruktionen) nicht verstanden haben. Dazu zwei Tipps:
      einfach mal „Implikation” oder „Konditional” googeln und lesen;
      all diese Regeln stimmen sogar, wenn sie auf keinen einzigen Landwirt zutreffen. Von Verallgemeinerung keine Spur.

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  8. Denn einzelnen Komentaren möchte ich keine Antwort leisten, aber ich möchte Stellung zur Sache machen.

    Warum regen sich die vom Berufstand Landwirt über eine solche Plakataktion auf?

    Wenn diese zu den Berufskollegen gehören, die nicht mehr im Einklang der Natur unsere Lebensmittel herstellen und Tiere in elenden Viehfabriken halten, fühlen sie sich anscheinend auf den Schwanz getreten und beißen nun zurück.

    Die verantwortungsvollen Landwirte, die noch mit Schonung Natur und Tier arbeiten, brauchen doch keinerlei Probleme mit den „Bauernregeln“ haben. Im Gegenteil – sollten sich doch freuen, wenn die Großbauern und Viehfabriken mal den Spiegel vor das Gesicht bekommen. Ein Anstoß zum Nachdenken, diese Bauernregeln.

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