Eine Umgehung für Albaching!

Applaus: Kreisausschuss billigte Drei-Millionen-Projekt einstimmig - Baubeginn 2018

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Das fast 30 Jahre lange Warten hat ein Ende: Die Gemeinde Albaching erhält eine Ortsumgehung. Der Kreisausschuss stimmte dem Straßenneubau in seiner heutigen Sitzung einstimmig zu. Baubeginn soll im kommenden Jahr sein. Der Landkreis Rosenheim ist Bauherr, weil die Ortsdurchfahrt von Albaching Teil der Kreisstraße RO 42 ist. Nach dem 14:0-Beschluss erlebten die Kreisräte Außergewöhnliches: Die im Bürgersaal von Albaching anwesenden Bürger einschließlich Albachings Rathauschef Franz Xaver Sanftl applaudierten …

Unser Foto: Der Kreisausschuss mit dem Landrat (rechts) bei der Vor-Ort-Besichtigung …

Der Bürgermeister bedankte sich und sprach von einer guten Entscheidung für die Gemeinde.

Landrat Wolfgang Berthaler hatte zuvor darauf hingewiesen, dass der Landkreis nicht oft neue Straßen baue. Mit dem Kreisausschuss war er sich aber einig, dass es im Fall von Albaching der richtige Weg ist.

Ab 2019, nach Fertigstellung der Umgehungsstraße, dürfen sich die Albachinger auf mehr Verkehrssicherheit, weniger Lärm und mehr Lebensqualität freuen.

Ihre Hausaufgaben hat die Gemeinde bereits erledigt. Im Zuge des Dorferneuerungsverfahrens sicherte sie sich die notwendigen Grundstücke auch für die Ausgleichsflächen.

Zudem wurden die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Die beiden Bauleitverfahren „Flächennutzungsplanänderung“ und „Bebauungsplan Umgehungsstraße Albaching“ wurden durchgeführt. Klagen dagegen gab es nicht.

Die neue Straße wird 2,5 Kilometer lang werden, sieben Meter breit sein und in einem Abstand von 160 bis 360 Meter nördlich an Albaching vorbeiführen. Die Trasse verläuft durch landwirtschaftlich genutzte Flächen. Ein Schutzgebiet ist nicht betroffen. Für zwei Anwesen entlang der Neubaustrecke ist eine Lärmschutzwand vorgesehen.

Zwischen Albaching und dem Ortsteil Berg trifft die Umgehungsstraße auf die bestehende Kreisstraße RO 41. Hier wird ein Kreisverkehr gebaut.

Eine Kreuzung oder alternativ ein zweiter Kreisverkehr entsteht nördlich von Albaching, dort kreuzt die neue Straße die Gemeindeverbindungsstraße in den Ortsteil Stetten.

Nach Abschluss der Straßenbauarbeiten wird die Umgehungsstraße Teil der Kreisstraße RO 42. Der nordwestlich von Albaching gelegene Teil der dann „alten“ RO 42 wird vollständig zurückgebaut.

Der südwestliche Rest der „alten“ Kreisstraße wird zu einem Geh- und Radweg umgebaut.

Der Landkreis Rosenheim rechnet mit Baukosten in Höhe von drei Millionen Euro und hofft auf staatliche Zuschüsse von mindestens 50 Prozent.

Die Kreisstraße RO 42 ist eine der wichtigen Verkehrsverbindungen zwischen der Bundesstraße 12 im Norden bei Hohenlinden und der Bundesstraße 304 im Süden bei Wasserburg.

Die Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt liegt zwischen 3.300 und 4.200 Fahrzeugen in 24 Stunden.

Der Anteil des Schwerlastverkehrs beträgt zwischen zehn und 15 Prozent. Für eine Kreisstraße ist das überdurchschnittlich hoch.

Normalerweise beträgt der Anteil des Schwerlastverkehrs um die 6 Prozent, sagte Gerhard Kippes, er ist im Landratsamt Rosenheim für den Hoch- und Tiefbau verantwortlich.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Ortsdurchfahrt im Bereich der Kirche St. Nikolaus mit 5,20 Meter so eng ist, dass ein Begegnungsverkehr zwischen Lkw und Pkw nicht möglich ist.

Kippes verwies auf ein Gutachten, wonach durch die neue Umgehungsstraße ein Verkehrsrückgang um 77 Prozent möglich wird.

Seit Anfang der 1990er Jahre bemüht sich die Gemeinde Albaching um eine Ortsumfahrung.

Unser Foto: Vor seiner Zustimmung zur Umgehungsstraße wies der für den Hoch- und Tiefbau verantwortliche Abteilungsleiter Gerhard Kippes (Bildmitte) die Mitglieder des Kreisausschusses in den Verlauf der geplanten Neubaustrecke ein. Der Ausschuss steht an der Stelle, an der die Umgehungsstraße die Gemeindeverbindungsstraße nach Stetten – entweder durch eine Kreuzung oder einen Kreisverkehr – kreuzen wird.

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3 Gedanken zu „Eine Umgehung für Albaching!

  1. DeOana+DeAndern=MiaOlle

    Endlich. Wir Bürger sind froh über diese Beschluß. Hoffentlich entscheidet man sich gleich für die Alternative, bei Stetten einen Kreisverkehr zu bauen. Hier mündet eine sehr stark befahrene Nebenstraße, die eine Hauptverbindung von/nach Haag ist.
    Viele Pendler und sogar Lkw nutzen diese Alternative (Navi!!).
    Der „Kreuzungsverkehr“ könnte dann fließen, womit auch Umwelt und Lärmbelastung ein Stück weit Rechnung getragen werden würde.

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    1. Helmut Maier

      Die Umgehung von „Oibich“ ist wichtig und war eigentlich alternativlos. Gut, dass es so gekommen ist. Ich hoffe nur, dass der versprochene Baubeginn im Frühjahr 2018 und die Fertigstellung Ende 2018 sich auch realisieren lässt. Ich weise nur vorsichtig darauf hin, dass damit nicht nur Vorteile verbunden sind. Denn der Verkehr wird sicher wesentlich zunehmen und die Lärmbelastung auch. Hier ist die Gemeinde gefordert für einen vernünftigen Lärmschutz. Eines noch: Das Dorf „Oibich“ wird nach dem Bau der Umgehung nicht mehr ausschauen wie vorher.
      H.M.

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      1. DeOana+DeAndern=MiaOlle

        Das Dorf Oibich sieht schon lange nicht mehr so aus wie früher und steht so oder so im Wandel. Jetzt wird die alte Käserhofstelle neu gestaltet, das Bürgerhaus wurde gebaut, Baugebiete werden erschlossen und auch sonst unterzieht sich alles einem gewissen Wandel… was auch gut ist. Nichts zu verändern und sich nicht wandeln heisst Stillstand = ein Rückschritt in unserer Zeit – in gewisser Weise….
        Aber der jetzt schon zunehmende Verkehr, von der Zunahme an Tagen diverser Umleitungen mal ganz abgesehen, bringt in den Dorfkern selbst nur Abgas, Lärm und steigende Unfallgefahr. Wirtschaftlich sind die Durchreisenden nicht wirklich nennenswert.
        Ich glaube auch nicht, dass der Verkehr aufgrund der Umgehung zunehmen wird, sondern dies ist einfach eine zukünftige evolutionäre Tatsache …. und dann Gott sei Dank fahrens um Oibich rum und ned durch …

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