Eine Linke streckte Frankfurter zu Boden

Eishockey: Gestern abend ging's heiß her beim 5:2-Sieg der Starbulls

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StressAb diesem Zeitpunkt – es war die 13. Minute – mochten sich beide Mannschaften nicht mehr so gerne (siehe unser Foto): Zunächst hatte der Frankfurter Mazzolini den Starbulls-Stürmer Leo Tausch (rechts) im Griff – dann aber streckte eine Linke von Tausch plaziert Mazzolini zu Boden. Die Schiris hatten alle Hände voll zu tun. Ein zum Teil grenzwertiges Körperspiel entwickelte sich vor allem im Schlussdrittel. Aber am Ende jubelten die Starbulls und alle Eishockey-Freunde der Region. Es gab ein klares 5:2 und endswichtige Punkte im Kampf um die Playoff-Plätze. Der Reihe nach …

Starbulls-Trainer Franz Steer hatte schon vor der 1:4-Niederlage in Frankfurt im Januar gesagt, es gebe keine Angstgegner, nur Mannschaften, gegen die man noch keine Lösung gefunden habe. Am 16. Januar hatten die Starbulls noch keine, an diesem Freitag allerdings schon.

Rosenheimer Blitzstart

Bereits in der ersten Minute legten die Starbulls furios los und trafen zum 1:0 durch Benjamin Zientek. Tyler McNeely hatte bei einer zwei gegen eins Situation perfekt auf Zientek quer gelegt, der direkt abzog und Löwen-Goalie Antti Ore keine Chance ließ.

Zwei Minuten später kam Frankfurt aber schon zum Ausgleich. Tim Kunes wollte an der Frankfurter blauen Linie den Puck vors Tor bringen, blieb aber am Schienbein von Andreas Schwarz hängen. Der Puck flog in die neutrale Zone, Schwarz war am schnellsten und hatte einen Alleingang auf Starbulls-Torhüter Timo Herden. Schwarz nutzte den Breakaway zum 1:1.

Es dauerte aber keine Minute, bis die Starbulls das 2:1 machten. Stephen Schultz fing einen Pass im Mitteldrittel ab, fuhr ein paar Meter ins Löwen-Drittel und zog per Handgelenkschuss ab, die Scheibe zappelte im Fanghandeck.

Eine kurze Schrecksekunde gab es, als Schultz Beppo Frank mit einem Schlagschuss am Oberkörper traf. Frank ging kurz in die Kabine, konnte aber weiterspielen.

In der neunten Minute brauchte es dann drei Anläufe, bis die Scheibe zum Rosenheimer 3:1 im Tor war. Hofbauer fuhr zunächst auf Ore zu, scheiterte aber. Simon Fischhaber setzte nach, den ersten Schuss konnte Ore abwehren, aber nur nach vorne abprallen lassen. Fischhaber ließ sich ein zweites Mal bitten und machte schließlich das Tor.

Dann folgte die 13. Minute – siehe Beginn des Berichts …

Die Starbulls blieben am Drücker, in der 15. Minute verfehlte Andrej Strakhov das leere Frankfurter Tor. Die Löwen machten zum Ende des ersten Drittels nochmals Druck, ein Torerfolg blieb aber verwehrt.

Das zweite Drittel hingegen war von weniger Torchancen geprägt, es lebte von der Intensität und vom Kampf. Rosenheim hatte gute Chancen im 5:3 Überzahlspiel, als Mario Trabucco mit zwei One-Timern und Stephen Schultz per Rückhandschuss Ore prüften.

In der 34. Minute fiel dann aber das 4:1. Hofbauer lockte Ore an den Fanghandpfosten und spielte dann quer auf McNeely, der ins leere Tor traf.

Und auch in der 38. Minute war es McNeely, der fast das 5:1 erzielte. Den Schlenzer konnte Ore zwar mit der Fanghand erreichen, die Scheibe schien aber direkt auf einen Rosenheimer Schläger zu fallen. Ore reagierte blitzschnell und beförderte den Puck aus der Luft mit seinem Schläger an die Seite.

Grenzwertiges Körperspiel

Auch im dritten Drittel blieb das Spiel intensiv und es wurde relativ hart geführt. „Als wir unsere Körperlichkeit erhöhen wollten, hat der Schiedsrichter das nicht zugelassen“, sagte Löwen-Trainer Tim Kehler. Steer konterte aber. „Körperlich zu spielen ist ja in Ordnung, aber das war teilweise schon grenzwertig“.

Wie der Bandencheck an McNeely in der 46. Spielminute. Der Starbulls-Stürmer wurde von Frankfurts David Elsner von hinten gegen das Plexiglas gecheckt, McNeely ging sofort zu Boden und hielt sich den Kopf. Elsner war überhaupt nicht begeistert, fuhr zu ihm und wurde ein paar unschöne Wort los, die ihm noch eine Zehnminutenstrafe wegen Unsportlichkeit einbrachten.

Kurz darauf hatten die Starbulls bei 5:3 die Möglichkeit, den Sack endgültig zuzumachen, Kunes scheiterte aber an der Latte und Ore entschärfte alle Rosenheimer Chancen.

Allerdings hatten die Starbulls auch Glück, denn Frankfurt traf in Unterzahl den Rosenheimer Pfosten.

In der 57. Minute gelang dann den Frankfurtern das 2:4. Die Starbulls brachten die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, am Ende hatte sie Mazzolini, der nach links auf Marco Pfleger ablegte. Pfleger hatte keine Mühe und schob den Puck an Herden vorbei.

Tic-Tac-Toe zum 5:2

Den Schlusspunkt setzten aber wieder die Rosenheimer. Zwei Minuten vor Schluss ergatterte sich Strakhov den Puck und fuhr alleine auf Ore zu. Aus dem Augenwinkel sah er Schultz, der mitgeeilt war, und spielte den Querpass. Anstatt aber einzuschießen, legte Schultz direkt zurück und Strakhov musste nur noch den Schläger zum 5:2 hinhalten.

Kehler erklärte nach dem Spiel, die bessere Mannschaft habe gewonnen, Steer war mit den Punkten natürlich auch zufrieden. „Wenn du gegen eine Mannschaft spielst, die so auf den Körper geht, dann musst du schauen, dass die Scheibe schnell gespielt wird. Das haben die Jungs gut gemacht.“

Die Starbulls stehen weiterhin auf Tabellenplatz sechs, jetzt mit 71 Punkten. Am morgigen Sonntag dürfen sie dann gegen Spitzenreiter Bietigheim auswärts ran. Steer attestiert den Steelers eine überragende Qualität, aber die Starbulls haben in dieser Saison schon zweimal gegen Bietigheim gewonnen. Wiederholung erwünscht …

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