„Ein Oscar für Erwachsenenbildung“

Seit 70 Jahren gibt es die VHS Wasserburg – Bewegender Abschied von Marlene Hof-Hippke

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70 Jahre Volkshochschule Wasserburg – zu diesem Jubiläum gab es eine Feierstunde mit hochkarätigen Gästen und einem herausragenden musikalischen Rahmenprogramm in der VHS. Bewegendster Moment des Abends aber war die Verabschiedung der Geschäftsführerin. Marlene Hof-Hippke (links) hatte fast 30 Jahre die Geschicke der VHS geleitet. Am Freitag wurde sie offiziell aus ihrem Amt verabschiedet.

Die neue Geschäftsführerin der Volkshochschule, Dr. Ágnes Mátrai, begrüßte die Gäste, die sich zur Feier des Tages im Vortragssaal der VHS versammelt hatten.

Neben den Geschäftsführern des eingetragenen Vereins „VHS Wasserburg“ waren auch Bürgermeister der umliegenden Kommunen sowie Dozenten und Mitglieder der VHS anwesend, um an der Feierstunde teilzunehmen. Die Sprachwissenschaftlerin freut sich bereits auf die Herausforderungen, die ihre neue Position mit sich bringt. Es sei ihr jedoch durchaus bewusst, dass sie als Nachfolgerin von Hof-Hippke in „sehr große Fußstapfen“ trete.

 

Auch Bürgermeister Michael Kölbl richtete Worte der Begrüßung an die Gäste. Er lobte das Angebot der Volkshochschule und das Engagement aller Beteiligten, „die durch eine eigenständige und flexible Organisation seit Jahren für steten Wachstum und hochqualitative Angebote sorgen“. Die VHS genieße in Wasserburg ein sehr großes Ansehen und verrichte hervorragende Arbeit zur Hebung der Allgemeinbildung und Integration.

Die VHS habe über die Jahre hinweg besonders von der motivierten und professionellen Arbeit von Marlene Hof-Hippke profitiert, die „seit 1988 der VHS ihre eigene pädagogische Handschrift aufgedrückt hat und stets ein hohes Ansehen in der Bevölkerung sowie ihrem Arbeitsumfeld genoss“. Im Namen der Vorstandschaft der VHS, der Stadt Wasserburg und auch ganz persönlich bedankte sich Kölbl bei Marlene Hof-Hippke für ihre jahrelange Tätigkeit, die das Haus zu dem gemacht habe, was es heute sei.

Als Abschiedsgeschenk überbrachte er auch noch eine positive Nachricht: Der Lift im VHS-Gebäude, für den sich die ehemalige Geschäftsleitung seit langer Zeit eingesetzt hatte, sei nun von der Stadt offiziell beschlossen worden. Auch ihrer Nachfolgerin Mátrai wünschte Kölbl alles Gute im neuen Amt.

Der Kursleiter der Volkshochschule, Ákos Dombai, lobte die Einheit und Gemeinschaft der Dozenten, die „nicht nur für Wissensvermittlung und Kulturfähigkeiten zuständig sind, sondern manchmal auch als Partnervermittler und Immobilienmakler“. Er reihte sich in die Schar der Gratulanten mit ein und lobte Hof-Hippkes „Erfüllung ihrer Lebensaufgabe.“

 

Jürgen Schulan, der Vorsitzende der VHS, begann seine Rede mit einem historischen Rückblick in die Entstehung und Entwicklung der Einrichtung als „Erfolgsgeschichte einer wichtigen Bildungsstätte der Stadt Wasserburg“. Die Erwachsenenbildung sei vor allem in der Nachkriegszeit eine der wertvollsten, gesellschaftsorientierten, demokratischen Aufgaben gewesen. Noch heute  stelle die VHS eine essentielle Institution zur Bildung, Aufklärung, Integration und Befähigung der demokratischen Teilhabe an der Gesellschaft dar.

Sein Dank ging an die finanzielle Zuwendung und problemlose Zusammenarbeit mit der Stadt Wasserburg und den umliegenden Kommunen sowie den Einsatz und das Engagement der Dozenten. Hof-Hippke bezeichnete er als „Glücksfall für die Stadt Wasserburg, die Gemeinden und die VHS.“ Schulan: „Fast 30 Jahre hat Frau Hof-Hippke Großes geleistet – gäbe es einen Oscar für Erwachsenenbildung, sie würde ihn bekommen.“

Abschließend wies er als Anreiz für die Anwesenden darauf hin, dass die VHS eine große Raumproblematik habe: „Es wird natürlich stets aufgerüstet und modernisiert. Allerdings wäre es wünschenswert, mehr Räumlichkeiten zu Verfügung zu haben und diese auch individuell, flexibel und unabhängig nützen zu können.“

Zum Schluss richtete auch Marlene Hof-Hippke einige Worte an die versammelten Gäste. Die ehemalige pädagogische Leitung und Geschäftsführerin der VHS beschrieb den Anlass als „natürlichen Abschluss.“ Die Umstellung von der ehrenamtlichen Tätigkeit der Dozenten in die Professionalität nannte sie eine gute Sache, jedoch sei es auch eine überfällige und notwendige Entscheidung gewesen, um am Puls der Zeit bleiben zu können.

Mittlerweile betreute Hof-Hippke rund 180 Kursleiter. „Unsere Angebote orientieren sich stets an der Richtschnur mündiger Bürger. Um Integration, Teilhabe und Vielfalt in der Gesellschaft ermöglichen zu können, waren wir zum Zeitpunkt der starken Zuwanderung die ersten Anbieter günstiger Sprachkurse. Dies brachte eine hohe Belastung und viel Stress für die Verantwortlichen mit sich, doch war es auch stets mit großer Freude und Spaß verbunden. Deshalb fällt es mir auch leicht, jetzt zu gehen.“

Hof-Hippke bedankte sich bei ihren Mitarbeitern und den Vorständen, den Dozenten als „Aushängeschild“ für die VHS und den treuen Kunden. Ihre Nachfolgerin, Dr. Mátrai, lobte sie als „perfekte Wahl für die Stelle der Geschäftsleitung“ und wünschte ihr alles Gute und viel Freude im neuen Amt.

Herausragende Klavierstücke und bewegender Gesang boten der Feierstunde einen würdigen Rahmen, die mit einem gemeinsamen Buffet beendet wurde. HF

 

 

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