Ein neuer Mann und die Raiffeisen-Arena

Eis-Löwen Waldkraiburg präsentieren zweiten Kontingentspieler und Spielstätte

image_pdfimage_print

Linda_HudecDer EHC Waldkraiburg hat seine zweite Ausländerposition nun doch noch vergeben und im Rahmen einer Pressekonferenz den neuen Mann, Stanislav Hudec, offiziell vorgestellt. Der 34-jährige Verteidiger spielte die letzten 14 Jahre erstklassig in vielen Top-Ligen Europas und wurde von den Fans herzlich aufgenommen. Nach der Pressekonferenz, auf der auch der neue Torhüter Björn Linda (links) persönlich vorgestellt wurde, konnte erstmals die neue Raiffeisen-Arena mit ihrer Vollglasbande inspiziert werden.

1,84 Meter groß und gute 90 Kilogramm schwer- der slowakische, neue Verteidiger des EHC Waldkraiburg kommt mit echten Gardemaßen in die Industriestadt und hat in seiner Karriere schon viel erlebt und gewonnen. Dabei war er in unterschiedlichsten Ligen aktiv, seit knapp 14 Jahren aber spielte er immer erstklassig. „Ich freue mich, jetzt hier zu sein und will beim EHC Waldkraiburg mein Bestes geben und dem Team helfen“ erklärte Hudec, der auch schon zehn Länderspiele für sein Heimatland absolvierte.

In seiner Geburtsstadt Nitra erlernte Hudec das Eishockeyspielen und machte 1999, im Alter von 17 Jahren, seine ersten Spiele für die Herrenmannschaft, die damals noch in der zweiten slowakischen Liga antrat. Dann wagte er den Sprung über den großen Teich und heuerte bei den Chicoutimi Saguenéens in der Quebec Major Junior Hockey League. „Das war eine tolle Zeit. Ich war noch jung, spielte in Kanada, wir hatten wirklich viel Spaß“ erinnerte sich Hudec noch heute gerne an die Zeit zurück.

Nach 150 Spielen in Nordamerika, mit 71 Scorerpunkten (54 Assists) wollte er jedoch in die Heimat zurückkehren und wechselte in slowakische Extraliga zum MHC Martin. Über die tschechische Extraliga (HC Vitkovice), die russische Kontinental-Hockey-League (HK Witjas) und die schweizerische National League A (EHC Basel) ging es zurück nach Tschechien zum HC Pilsen, Sparta Prag und Budweis. Einem kurzen Gastspiel in der Heimat in Bratislava folgte die erneute Rückkehr nach Tschechien zum HC Trinec.

Mit Trinec gewann er 2011 die tschechische Meisterschaft in der Extraliga, es folgten weitere Engagements in der Slowakei (HK Nitra), Italien (SG Cortina), Tschechien (Pardubice), Frankreich (Rouen) und schließlich Polen. Hier gewann er mit dem KH Sanok die nationale Meisterschaft und ging dann 2014 zurück in die Slowakei zum MsHK Zilina. In der letzten Spielzeit stand er beim SHK Piestany auf dem Eis und erzielte in 59 Spielen 7 Tore und bereitete weitere acht Treffer vor.
„Mit Stanislav Hudec haben wir einen richtig guten Fang gemacht, allein von seiner Vita her ist das schon beeindruckend“ freute sich auch Trainer Rainer Zerwesz über die Verpflichtung.

Als Ausländer in der Ersten Schweizer Liga zu spielen oder auch in die KHL nach Russland zu gehen- da kann man schon nicht so schlecht sein“ meinte der 47-Jährige mit einem Augenzwinkern, der in den letzten Wochen viel zu tun hatte. Nachdem klar war, dass der EHC in die Oberliga aufsteigt, flatterten täglich mehrere Angebote von Spieleragenten in Zerwesz’ Postfach, sein Handy blieb auch kaum still. „Es waren sicher über 100 Spieler, die uns angeboten wurden, aber es ging auch darum, jemanden zu finden, der nicht nur spielerisch top und bezahlbar ist, sondern auch in unser Team passt“, verriet Zerwesz.

So schloss er sich mit Rosenheims Trainer-Legende Franz Steer kurz, der bekanntlich über ein riesiges Netzwerk verfügt und daher immer noch mehr Infos hat, als viele andere. Auch er riet Zerwesz zu Hudec, der schon viel gesehen, viel erreicht und viel überzeugen konnte.
In der tschechischen Extraliga absolvierte Hudec 333 Spiele (31 Tore, 45 Assists), in der französischen Ligue Magnus 6 Partien (2 Assists). In Italiens Serie A kam er auf 7 Partien (1 Tor, 2 Vorlagen), in der Schweiz in der National League A auf 14 Spiele (1 Tor, 2 Assists), in der polnischen Ekstraliga 18 Spiele (7 Tore, 6 Assists).

Für Vityaz Chekhov in der KHL Russlands waren es am Ende 26 Spiele (2 Tore, 3 Vorlagen) in der slowakischen Heimat in der Extraliga waren es 203 Spiele (20 Tore, 47 Assists). Beim EHC Waldkraiburg erhält Hudec die Rückennummer 2, der neue Keeper Björn Linda, der ebenfalls auf der PK anwesend war und erstmals den Fans vorgestellt wurde erhält die Nummer 30. Zwar fanden dies einige Fans merkwürdig, da Klub-Legende Zdenek Cech Senior ebenfalls die Nummer 30 hatte und diese einst unters Hallendach gezogen wurde.

„Wir wissen mit den Rückennummern leider bald nicht mehr, wo wir anfangen und wo wir aufhören“, erklärte EHC-Präsident Wolfgang Klose. „Klar, Zdeneks Leistungen bei uns waren herausragend. Das werden wir nie vergessen, die Fans nie vergessen und er sicherlich auch nicht. Er ist unserem Verein ja treu geblieben und wir wissen, dass er eine Waldkraiburg-Legende ist. Nur müssten wir dem Stefan Rohm dann die 63 reservieren, weil er uns 2008 zum Meister gemacht hat, dem Peter Richter die 69, weil viele hundert Spiele gemacht hat – um nur zwei zu nennen. Wir hoffen, dass die Spieler und die Fans das nachvollziehen können und gerade beim Zdenek kann ich mir gut vorstellen, dass er uns nicht allzu lange böse ist, auch wenn ich natürlich nochmal mit ihm reden werde“, so Klose mit einem Schmunzeln weiter.

Mit ihren neuen Rückennummern laufen Linda, Hudec und Co. am 17. September um 18 Uhr erstmals in Waldkraiburg beim Test gegen Memmingen auf. Bereits am Dienstag sind die Löwen aber auf dem Eis: Um 21 bittet EHC-Coach Zerwesz erstmals zum Eistraining in Rosenheim. In der Raiffeisen-Arena, die sich nach vier Tagen harter Arbeit mit Vollglasbande präsentierte, beginnt die Eiszeit dann Anfang September!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.