Dreieinhalb Jahre! Fahrdienstleiter muss sitzen

Landgericht verurteilt den Fahrdienstleiter aus Bad Aibling zu langer Haftstrafe wegen fahrlässiger Tötung

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zugunglueck_2Traunstein/Bad Aibling – Bis zum Schluss hatte die Verteidigung auf eine Bewährungsstrafe gehofft. Doch jetzt urteilte das Landesgericht Traunstein heute: Der Fahrdienstleiter Michael P., der das schreckliche Zugunglück in Bad Aibling der fahrlässigen Tötung in zwölf Fällen und der fahrlässigen Körperverletzung in 85 Fällen für schuldig befunden.

Damit blieb das Gericht um ein Jahr unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten vier Jahre.  Die Verteidigung des Angeklagten Michael P. erkannte zwar die Schuld ihres Mandanten an, hielt jedoch eine Bewährungsstrafe für ausreichend. Eine Haftstrafe hätte für sie maximal zweieinhalb Jahre sein dürfen. Während die Verteidigung zum Vergleich die Urteile anderer Bahnkatastrophen heranzog, in denen die Beschuldigten meist mit einer Bewährungsstrafe davon kamen, ging es hier auch um die Frage: Wie fatal war es, dass der Fahrdienstleiter kurz vor dem Unglück durch das Handyspiel „Dungeon Hunter 5″ abgelenkt war. Obwohl kein Gutachten dies restlos belegen konnte, war für die Richter klar: Das war ausschlaggebend für die Katastrophe, denn Michael P. ist – abgelenkt durch das Spiel – im Fahrplan um eine Zeile verrutscht, was dann eine Verkettung von verhängnisvollen Fehlern nach sich zog.

Doch egal, ob Bewährungsstrafe oder Haftstrafe – Michael P. hat seine Strafe schon längst angetreten: Lebenslänglich am Morgen des 9. Februar 2016.

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