„Dieser Ort braucht unsere Seele“

Bewegende Denkmals-Einweihung in Erinnerung an die Opfer des Zugunglücks in Bad Aibling - Fotogalerie

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aigner_kBad Aibling – Ein Name, wie er treffender nicht sein könnte: „Tor vom Leben in den Tod“ – das Denkmal des Künstlers Franz Fredinand Wörle erinnert ab jetzt an die Opfer des schrecklichen Zugunglücks am 9. Februar dieses Jahres. Zur feierlichen Einweihung und Segnung der Skulptur versammelten sich heute, unweit des Unfallortes, zahlreiche Gäste, Angehörige der Opfer und Bürger der Stadt Bad Aibling. Bevor Weihbischof Wolfgang Bischof und Dekanin Hanna Wirth das Denkmal segneten, erinnerten zahlreiche Redner noch einmal an das Unglück und sprachen den Helfern ihren Dank und den Angehörigen ihr Mitgefühl aus.

Staatsministerin Ilse Aigner hat zur Zugtragödie ein ganz besonders, persönliches Verhältnis. „Dies war früher auch meine Schulstrecke und die meiner Schwestern. Es ist der wohl traurigste Faschingsdienstag in der Geschichte unseres Landes.“ Sichtlich bewegt drückte Aigner den Angehörigen ihre Anteilnahme aus und dankte allen Ersthelfern, von denen viele seelische Wunden durch das Unglück davongetragen haben. „Das sind Bilder, die sich einprägen und die man wohl nie vergessen wird“, sagte die Ministerin. Das Denkmal sei dennoch sehr wichtig. Ist es doch ein Zeichen des Erinnerns und Trauerns. „Auch wenn es uns aufwühlt – es ist ein menschliches Urbedürfnis, solche Orte zu haben. Dieser Ort braucht unsere Seele!“ So ein Denkmal, sagte Aigner, kann auch zum Denkanstoß werden: „Es zeigt uns, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Deshalb sollten wir dankbar für jeden Tag sein, an dem man gesund ist.“

20161007_112000Auch Norbert Barthle (r.), der parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, zeigte sich in seiner Ansprache nachdenklich: „Wir mussten erfahren, dass sich in wenigen Sekunden alles verändern kann. Doch wir wollen uns weniger an die Katastrophe erinnern als an die Toten und die Verletzten dieses Unglücks.“

20161007_112332Klaus-Dieter Josel, der Konzernbevollmächtigte der Bahn (l.), zitierte Albert Schweitzer mit den Worten: „Das schönste Denkmal, das man sich vorstellen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen.“ „Dennoch“, so sagte er weiter, „brauchen Denkmäler auch einen Ort an den man hingehen kann.“ Den Angehörigen sagte er stellvertretend für die Bahn: „Unser tiefes Mitgefühl. Es kommt von Herzen!“

Für 20161007_112914Dr. Bernd Rosenbusch (r.)  von der Bayerischen Oberlandbahn ist dieser Platz direkt an den Bahngleisen ein „Ort zum Nachdenken, Gedenken und Bedenken.“ Sein Wunsch: „Das Denkmal soll uns daran erinnern, wie wichtig Sicherheit in unserem Leben ist.“ Er selbst hofft, dass dies in seinem Unternehmen stets an oberster Stelle stehe.

20161007_113510Bei der anschließenden ökumenischen Segnung durch den katholischen Weihbischof Wolfgang Bischof und die evangelische Dekanin Hanna Wirth wünschte sich Wirth, dass dies ein Ort des Gedenkens und nicht des Vergessens wird. Bei ihren Segenswünschen für die Angehörigen, Helfer und Opfer vergaß sie auch nicht, den Fahrdienstleiter – mutmaßlicher Verursacher der Unglücks – in ihre Gebete mit einzuschließen. Wolfgang Bischof sagte: „Wenn wir einen Gedankenstrich in das Wort ,Denkmal‘ setzen, dann wird klar, was dies bedeutet – wir sollen denken und uns erinnern.“ Und als Seelsorger fügte er an: „Wir wollen den Verletzten und Trauernden dienen.“

Was alle Redner einte, vergaß auch Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller nicht, zu erwähnen: „Wir danken allen Ersthelfern und Helfern für ihr oft übermenschliches Engagement.“ Für ihn ganz herausragend nach dem Unglück: „In der Stadt und der Region ist ein großes Miteinander, eine starke Solidarität spürbar. Diese Hilfsbereitschaft, die am und kurz nach dem Unglück da war, hält bis heute an …“

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