Die Mehrheit übernimmt Hilfsarbeiten

Landkreis Rosenheim hat Kriterien für die Beschäftigung von Asylbewerbern geändert

Der Landkreis Rosenheim hat die Kriterien für die Beschäftigung von Asylbewerbern geändert, meldet heute das Landratsamt. Asylbewerber aus Staaten mit einer niedrigen Anerkennungsquote können von der Ausländerbehörde im Rosenheimer Landratsamt auch in Zukunft eine Erlaubnis zur Arbeit oder zur Berufsausbildung erhalten. Auch wenn die Hürden für eine Beschäftigungserlaubnis generell höher geworden sind, will die Behörde einen Ermessensspielraum nutzen.

Es gilt, dass Asylbewerber aus Staaten mit einer hohen Bleibeperspektive in aller Regel immer eine Beschäftigungs- oder Berufsausbildungserlaubnis erhalten. Konkret betroffen sind Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Iran, Eritrea und Somalia. Zudem wird derzeit auch noch Flüchtlingen aus Afghanistan die Arbeit erlaubt, weil die Anerkennungsquote aktuell bei rund 55 Prozent liegt.

Dagegen dürfen Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten wie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Ghana und Senegal nicht arbeiten. Das verbietet das Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz, das am 24. Oktober 2015 in Kraft trat.

Bei Asylbewerbern aus allen anderen, so genannten „sonstigen Herkunftsstaaten“ liegt die Anerkennungsquote meist unter zehn Prozent. In diesen Fällen wird in Zukunft regelmäßig nur noch dann die Aufnahme einer Arbeit oder dem Beginn einer Ausbildung zugestimmt werden, wenn die Identität geklärt ist.

Dazu muss entweder ein gültiger nationaler Pass oder ein anerkannter ausländischer Passersatz vorliegen. Sofern einem Asylbewerber aus einem „sonstigen Herkunftsstaat“ bereits eine Beschäftigungserlaubnis erteilt wurde, obwohl die Identität nicht geklärt ist, wird eine Übergangsfrist eingeräumt. In dieser Zeit besteht die Möglichkeit, einen Identitätsnachweis zu besorgen und dem Landratsamt vorzulegen.

Wird einem Asylbewerber aus einem „sonstigen Herkunftsstaat“ eine qualifizierte Berufsausbildung gestattet, darf er diese abschließen und anschließend im erlernten Beruf zwei Jahre arbeiten.

Zwischen dem 1. September 2015 und dem 30. Januar 2017 erhielten 460 Asylbewerber eine Beschäftigungserlaubnis der Rosenheimer Ausländerbehörde. 153 davon stammen aus Staaten mit einer hohen Bleibewahrscheinlichkeit und 307 kamen aus einem so genannten „sonstigen Herkunftsstaat“. Von den 307 erhielten 24 einen Ausbildungsplatz und nur fünf begannen eine qualifizierte Beschäftigung. Die überwiegende Mehrheit übernahm Hilfsarbeiten.

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10 Gedanken zu „Die Mehrheit übernimmt Hilfsarbeiten

  1. Laut letztem Bericht der Wasserburger Stimme befinden sich 2.825 Asylbewerber im Gebiet des Landkreises Rosenheim.

    Von diesen 2.825 Asylbewerbern haben nach diesem Bericht 460 Asylbewerber eine Beschäftigungserlaubnis. Wohlgemerkt: Erlaubnis.

    Interessant wäre es zu wissen, wie viele Asylbewerber in einem Beschäftigungsverhältnis stehen.
    10? 50? 100?

    Auf alle Fälle sind allein im Landkreis Rosenheim über 2.000 Asylbewerber zu versorgen.

    Wer soll das bezahlen – wer hat das bestellt – wer hat soviel Pinke, Pinke, wer hat soviel Geld?

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    1. Aber für diverse andere „wichtige“ Projekte haben wir Geld:

      – Autbahn Maut, man munkelt von 250 Mio Verlust
      – Bankenrettung, die Schätzung im Internet geht bei 10 Milliarden Euro los bis zu 250 Milliarden
      – Berliner Flughafen 5,4 Milliarden Euro – 7 Millarden Euro

      Und da machen Sie sich sorgen wegen 2000 zum Teil in Turnhallen untergebrachten Asylbewerbern?

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      1. Das zeigt doch nur, dass Deutschland bei weitem nicht so reich ist wie es vordergründig dargestellt wird.
        Und genau deswegen, weil Deutschland bei weitem nicht so wohlhabend und reich ist, wie es vordergründig ohne Benennung der echten Fakten immer wieder dargestellt wird, kann es sich ein Staat wie Deutschland nicht leisten,
        ausnahmslos Jeden zu versorgen, der sich hier in unserem Land einen besseren Lebensstandard als im Herkunftsland erhofft.

        Teilweise Turnhallen: Das ist doch nur eine Übergangslösung, und auch während dieser Übergangslösung kostet die Unterbringung von Asylanten immens.
        (Heizung, Strom, Ernährung, Krankenversorgung, allgemeine Infrastruktur uvm.)

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        1. Wie sehen denn die von Ihnen in den Raum gestellten „echten Fakten“ aus?

          Fakt ist zum Beispiel, dass eine asylsuchende Person für eine Arbeitserlaubnis einen Antrag stellen muss. Auf diesem Antrag muss der potentielle Arbeitgeber genau benennen, für welche Arbeit er die Person benötigt, welche Voraussetzung für diese Arbeit erforderlich sind und wie die Bezahlung aussehen soll.

          Außerdem muss er sich mit seiner Firma und seiner Betriebsnummer sowie seiner Unterschrift identifizieren. Dann geht dieser Antrag an das Ausländeramt im Landratsamt.

          Dieses leitet nach einer ersten Prüfung den Antrag an die Arbeitsagentur weiter, die wiederum prüft, ob die Arbeitsbedingungen und der Lohn angemessen sind und ob es gegen eine Arbeitserlaubnis sonstige Einwände gibt.

          Erst dann wird die Arbeitserlaubnis erteilt oder eben auch nicht.

          Hier anzudeuten, dass Asylsuchende zwar eine Arbeitserlaubnis haben, aber nicht arbeiten, zeigt, wie wenig Sie über die echten Fakten wissen.

          Warum machen sich eigentlich so wenige Menschen mit den Tatsachen vertraut, statt einfach irgendwelche Behauptungen, die sie irgendwo aufgeschnappt haben, unreflektiert und ungeprüft widerzugeben.

          Es lohnt sich, sich mit den echten Fakten vertraut zu machen. Das erweitert zumindest den eigenen Horizont.

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      2. @ Bernhard,
        Aber die Bankenrettung musste nicht nur der Landkreis Rosenheim leisten.
        Die Zahlen von Astrid sind vom LK Rosenheim.

        Dass der Flughafen so aus dem Ruder läuft, war vermutlich so nicht geplant, aber da macht auch keiner mehr ein Geheimnis draus.

        Die Kosten der Flüchtlingsbewältigung werden wir nie erfahren, denn da werden uns auf ewig nur gefälschte Zahlen aufgetischt.
        @ Frau Hölzle, so viel zum Thema falsche Fakten.

        Woher haben denn Sie Ihre Fakten? Irgendwo im Netz gegoogèl`t?
        Ich weiß schon, wer gegen den Flüchtlingswahn redet, hat natürlich die falschen Fakten oder ist ein Nazi.
        Oder er glaubt nicht jeden Schmarrn, der vorgesagt wird.

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        1. @Be Fa
          * „Aber die Bankenrettung musste nicht nur der Landkreis Rosenheim leisten.”
          Auch den „Flüchtlingswahn” (Ihre Wortwahl) muss nicht der LK Rosenheim stemmen.
          * „Dass der Flughafen so aus dem Ruder läuft, war vermutlich so nicht geplant, aber da macht auch keiner mehr ein Geheimnis draus.”
          Die Fluchtbewegungen waren zwar seit Jahrzehnten voraussehbar, aber auch nicht geplant (nehme ich mal zugunsten der Politiker an).
          * „Die Kosten der Flüchtlingsbewältigung werden wir nie erfahren, denn da werden uns auf ewig nur gefälschte Zahlen aufgetischt.”
          Wenn die richtigen Zahlen unbekannt sind, woher wissen Sie dass die „aufgetischten” gefälscht sind?
          * Wer gegen den „Flüchtlingswahn” redet ist kein Nazi. Wie kommen Sie auf diesen Schmarrn? Reden hilft aber nicht. Wer dagegen redet und z.B. Beseitigung der Ursachen fordert, humanitäre Behandlung anmahnt und was dagegen macht, ist ein Humanist und Helfer.

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        2. Meine Fakten stammen aus aus erster Hand, weil ich mich tagtäglich damit beschäftige und unter anderem schon mehrfach sowohl Asylsuchende als auch Arbeitgeber bei diesem Prozedere begleitet habe.

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        3. Wie kommen Sie denn darauf, dass uns da auf ewig nur gefälschte Zahlen aufgetischt werden? Also ich finde diese Aussage Hammer, Sie hetzen ganz eindeutig gegen unseren Staat! Wandern Sie doch bitte nach Amerika aus, der dortige Führer dürfte eher Ihrem Geschmack entsprechen. Und natürlich sind Sie und Frau Sommer Nazis. Punkt.

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  2. Jeder, der sich darum kümmert, dass Asylbewerber in Arbeit gebracht werden, weiß das, was Frau Hölzle ganz richtig erklärt hat. Man kann also davon ausgehen, dass die, die eine Arbeitserlaubnis haben, auch arbeiten. Zumindest solange es ihnen nach der Gesetzesänderung noch erlaubt ist. Wenn sie das nicht mehr dürfen, geht das zu Lasten der Steuerzahler.

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  3. Geht es eigentlich irgendjemanden finanziell schlechter seit geflüchtete Menschen im Landkreis Rosenheim sind? Also mir nicht. Letztens hat bei VW jemand für ein Jahr arbeit satte 12 Millionen Euro Gehalt bekommen, da kann man sich mal ausrechen wieviel hundert Jahre ein normaler Arbeiter dafür buckeln muss, von wegen also in Deutschland ist kein Geld da. Klar, aber der Landkreis RO musste die 12 Millionen ja nicht zahlen, denkt sich der besorgte Bürger reflexhaftig. Dennoch sieht man an dem Beispiel dass Kohle da ist. Wenn man es noch schaffte, die geflüchteten in Lohn und Brot zu bringen wäre das natürlich super, dann Zahlen die genauso in unser Sozialsystem ein wie viele viele andere auch und man muss wieder ein stückchen weniger Angst vor dem demografischen Wandel haben der uns unlängst umtrieb und ein Standardargument gegen den Mindestlohn war (ist lange her, ich weis). Aber dann wird es manchen auch wieder nicht recht sein, da man wieder Arbeitsplätze an den Ausländer abdrücken muss, oder? Aber wehe dem, der einen dann Ausländerfeind oder gar einen Nazi nennt, pfui und manchen aber doch gar nichts anders übrig lässt, als jemanden so zu bezeichnen was er eben ist, gemessen natürlich an den Äußerungen, die der besorgte Bürger wahrscheinlich noch nichteinmal ansatzweise selbstreflektiert hat oder womöglich nicht dazu in der Lage ist und ich dies aber dringend empfehlen würde. Bei genauer Betrachtungsweise lasse ich mich aber doch im gegenzug tausendmal lieber einen gutmensch schimpfen, weil, immer noch besser. Aber viel beschämender finde ich, dass es auch hier wieder nicht um die Menschen an sich geht, sondern um den schnöden Mammon der den Wert eines einzelnen bestimmt, soweit sind wir also schon. Geistlos und arm nenne ich das. Und wenn es schon ums Geld gehen muss, dann hört doch in Gottes Namen mal auf, immer auf den allerschwächsten rumzutreten, dass ist eindeutig die falsche Adresse. Und glaubt eigentlich ernsthaft irgendjemand daran, dass man auch nur einen Cent von dem Geld welches für die geflüchteten ausgegeben wird, selbst bekommen hätte? Vielleicht muss man den Sportkapitalisten hier auch einmal beibringen was eine Investition ist. Nämlich beispielsweise das Geld was für Sachgüter für geflüchtete Menschen ausgegeben wird bekommt wer? Richtig, der Binnenmarkt. Man kann das ausgebene Geld durchaus auch als staatliche Unterstützung des Binnenmarktes sehen. Eigentlich ganz praktisch, nicht? Kann man, muss man nicht, man kann auch einfach sagen, dass man manche Ausländer nicht mag. Aber das ginge ja nun wirklich zu weit.

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