Die Brutalität dazwischen

Wolfgang Borchert im Doppelpack beim Theater Wasserburg

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Viel gespielt und nicht nur in Schulen viel rezipiert: Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“ zählt zu den wesentlichen Werken deutscher Nachkriegs-Dramatik. Die Hamburger Odyssee des staunend-verschrocken, in seiner Umwelt herum tappenden Kriegsheimkehrers Beckmann lässt ahnen, welche Schrecken, Traumata und Verwüstungen das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte an den Menschen hinterlassen hat – an Tätern wie Opfern. Jetzt ist das Stück wieder beim Theater Wasserburg zu sehen.

Beckmann kommt also nach Deutschland zurück. Er will nicht mehr. Vor allem will er die Verantwortung nicht mehr. Aber in seiner ehemaligen Heimat bleibt er draußen vor der Tür, bleibt er ein Flüchtling, sogar die Elbe spuckt ihn wieder aus.

Dieses Drama von Wolfgang Borchert ist in der Regie von Nik Mayr am Theater Wasserburg noch viermal im Programm: am Samstag, 17. Dezember, 20 Uhr, und Sonntag, 18. Dezember, 19 Uhr, sowie am Samstag, 21. Januar, 20 Uhr, und Sonntag, 22. Januar, 19 Uhr.

Im Februar 2017 kombiniert der Regisseur dieses Stück mit einem anderen Stück von Wolfgang Borchert: „Käse. Die Komödie des Menschen“. Diese tolldreist-naive Science-Fiction-Komödie über einen Herrn, der sich ein universales Käse-Imperium aufbauen möchte, ist 1938 entstanden und 2015 im Theater Wasserburg uraufgeführt worden.

Mit dem Doppel-Abend, an dem „Käse“ vor der Pause und „Draußen vor der Tür“ nach der Pause gespielt wird, möchte Nik Mayr einen Zusammenhang herstellen: „Spätestens durch die Synopse der beiden Dramen wird die Brutalität dessen, was zwischen den beiden Werken liegt, deutlich: das, was uns Angst macht. So sind die beiden Stücke beinahe klassische Botenberichte zweier Welten, einer zerstörenden und einer zerstörten.“ Die Spieltermine:  Freitag, 17. Februar, Samstag, 18. Februar, Freitag, 24. Februar, und Samstag, 25. Februar, jeweils um 20 Uhr.

Karten gibt es bis kurz vor Aufführungsbeginn im Internet über www.theaterwasserburg.de. Karten im Vorverkauf gibt es bei der Buchhandlung Fabula und bei Versandprofi Gartner in Wasserburg, beim Kulturpunkt Isen-Taufkirchen und im Kroiss TicketZentrum Rosenheim. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Allmachtsfantasien eines Käse-Imperialisten: Hilmar Henjes in der Produktion „Käse“. Foto Oben): Christian Flamm

 

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