Die Bau-Branche boomt

Landkreis hat auch im Juni mit 2,3 Prozent eine sehr niedrige Arbeitslosenquote

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Der Landkreis Rosenheim hat weiterhin mit 2,3 Prozent eine sehr niedrige Arbeitslosenquote. Sie hat sich im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr in diesem Juni nicht verändert. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 3 164 (1 728 Männer und 1 436 Frauen). „Das Wetter war beständig schön, der Tourismus hat mit Beginn der Pfingstferien in den Fremdenverkehrsregionen an Fahrt zugelegt und die Bauwirtschaft boomt …

Insgesamt kann man sagen, dass sich der Arbeitsmarkt hier in der Region weiterhin sehr aufnahmefähig zeigt“, so die Chefin der Rosenheimer Arbeitsagentur, Dr. Nicole Cujai, bei der Bekanntgabe der aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt am heutigen Freitagvormittag. Cujai: „Das Erfreuliche dabei ist, dass jetzt im Juni die Arbeitslosigkeit über alle Personengruppen hinweg (Männer, Frauen, Jüngere unter 25 Jahre, Ältere über 55 Jahre, Ausländer) rückläufig ist. Zum Stichtag am 13. Juni wurden 7 390 Arbeitslose gezählt, das ist ein historisch niedriger Stand, nur in den Achtzigern und Anfang der neunziger Jahre konnten ähnlich positive Zahlen verkündet werden.“

Die Arbeitslosenquote ist im ganzen Bezirk erneut um 0,1 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent zurückgegangen und liegt damit um 0,1 Prozentpunkte unter der des Vorjahres. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren beträgt die Arbeitslosenquote 2,2 Prozent. Dr. Cujai dazu: „Jugendarbeitslosigkeit ist – trotz der niedrigen Quote – immer ein wichtiges Thema. Gerade um diese Jahreszeit stehen die Gesellenprüfungen an, und nicht jeder wird von seinem Ausbildungsbetrieb in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Wir veranstalten daher am 27. Juli für diese jungen Leute eine Jobmesse, denn ein anderer Betrieb sucht vielleicht schon länger diese ausgebildete Fachkraft.“

Cujai weiter: „Leider starten ja nicht alle Schulabgänger mit einer Berufsausbildung ins Arbeitsleben, obwohl hinreichend belegt ist, dass junge Menschen dann relativ schnell wieder Arbeit finden, wenn sie eine abgeschlossene Berufsausbildung haben.

Ich möchte daher alle Mädchen und Burschen, egal ob sie noch zur Schule gehen, sich in einem Übergangsjahr befinden oder einfach jobben, dazu ermuntern, eine Ausbildung zu machen. Auch für Studenten, die mit ihrem Studium aus unterschiedlichen Gründen nicht klar kommen, ist der Beginn einer betrieblichen Ausbildung sicherlich eine gute Alternative.

Denn der Ausbildungsmarkt ist ausgesprochen gut. Es gibt noch viele offene Ausbildungsstellen (1 360) quer durch alle Branchen bei unseren ortsansässigen Betrieben. Es sind oft kleinere Unternehmen, die noch händeringend für heuer einen Azubi suchen. Nutzen Sie die gute Lage auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und vereinbaren Sie einen Termin mit der Berufsberatung unter der kostenfreien Hotline 0800 4 5555 00, oder schicken Sie eine E-Mail an Rosenheim.berufsberatung@arbeitsagentur.de.“

Zur Stellensituation auf dem Arbeitsmarkt

Arbeitgeber meldeten der Agentur für Arbeit 1 070 neue Stellen, davon 1 025 sozialversicherungspflichtige, die meisten für einen sofortigen Einstieg. Seit Jahresbeginn wurden bereits über 6 700 Stellenangebote dem Arbeitgeber-Service zur Besetzung gemeldet. Ein deutliches Plus gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

„Ein Beleg dafür, dass die Wirtschaft läuft, denn Arbeitsplätze werden von Unternehmen geschaffen, die diese dann auch zum Teil mit Arbeitsuchenden und Arbeitslosen besetzen“, so Cujai. Der sogenannte Stellenbestand belief sich zum Stichtag am 13. Juni auf insgesamt 4 700 Offerten.

Die Agenturleiterin weiter: „Bei einem guten Arbeitsmarkt, wie wir ihn zur Zeit haben, gibt es häufig eine Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. Oft werden spezielle Fachkräfte gesucht, Stellen für Un- oder Angelernte dagegen gibt es nicht in entsprechendem Maße. Deshalb investieren wir weiterhin mit unterschiedlichsten Programmen in die berufliche Teil- oder Vollqualifizierung der Arbeitslosen, um so ihre Chancen auf eine neue Arbeitsstelle zu erhöhen. Zur Monatsmitte befanden sich 750 Männer und Frauen in einer gezielt geförderten beruflichen Weiterbildung.

Für das Jahr 2016 hat die Bundesagentur für Arbeit erstmals eine qualifikationsspezifische Arbeitslosenquote für Regionen errechnet. Hier wird auch im Agenturbezirk Rosenheim – trotz des guten Arbeitsmarktes – deutlich, dass die Betroffenheit bei Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung mit 9,5 Prozent wesentlich höher ausfällt als mit abgeschlossener betrieblicher oder schulischer Ausbildung.

Hier beträgt die Quote 2,3 Prozent, bei einem akademischen Abschluss sogar nur 1,7 Prozent. Unsere Vermittlungsfachkräfte besprechen individuell mit ihren Kunden den Qualifizierungsbedarf, denn die Arbeitswelt verändert sich rasant, ein lebenslanges Lernen ist daher unerlässlich!“

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich im Vergleich zum Vormonat ein Rückgang der Arbeitslosenquote auf 4,4 Prozent und entspricht damit dem Vorjahr.
Derzeit sind 1 510 Bürger (798 Männer und 712 Frauen) ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich im Vormonatsvergleich die Arbeitslosigkeit nur geringfügig (- 8) auf 645. Für 865 arbeitslose SGB II-Kunden, 21 weniger als im Mai ist das Jobcenter Rosenheim-Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 461 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 912 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Juni – ebenso wie der Landkreis Rosenheim – eine Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent aus (Vorjahr 2,5 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 1 560 (861 Männer und 699 Frauen). Von der Insgesamtzahl sind 1 100 in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet, 28 weniger als vor einem Monat. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 107 erwerbsfähige Leistungs-berechtigte, die in 1 688 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 157 Bürger ohne Erwerbstätigkeit. Es errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent. Von den 1 157 Arbeitslosen (613 Männer und 544 Frauen) sind 659 bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 54 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Bei diesem Jobcenter sind 498 Arbeitslose, acht mehr als im Mai gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 286 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 020 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Landkreis Rosenheim: Von der Gesamtzahl (siehe ganz oben) sind 1 779 bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 46 weniger als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 385 arbeitslose SGB II-Kunden, 32 weniger als im Mai dieses Jahres.

Insgesamt betreut das Jobcenter 3 830 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 3 018 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

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