Der Tod reist mit

Wieder Flüchtlinge auf Güterzügen: Von den sieben jungen Männern sind vier krank

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Es ist nicht Mut, es ist Verzweiflung – und der Tod reist mit: Dieser Flüchtling (rechts) liegt während der Zugfahrt unter einem Lkw-Auflieger direkt neben dem Gleis. Die Bundespolizei hat am heutigen Dienstagmorgen bei Güterzugkontrollen im Landkreis sieben Migranten aufgefunden. Bei den Männern und Jugendlichen handelt es sich um drei Eritreer im Alter von 16, 22 und 33 Jahren und zwei Äthiopier, 17 und 37 Jahre alt, die sich unter einem Lkw-Auflieger verborgen hielten. Auf dem Wagen eines anderen Güterzuges in Raubling entdeckten die Bundespolizisten außerdem zwei Männer aus Guinea, nach eigenen Angaben 16 und 21 Jahre alt.

Keiner der Migranten, die auf diese höchst gefährliche Weise mit einem Güterzug über die deutsch-österreichische Grenze gefahren waren, konnte sich ordnungsgemäß ausweisen.

Offenbar hatten sie sich schon in Italien unter den Sattelaufliegern versteckt. Die Afrikaner wurden zur Dienststelle der Rosenheimer Bundespolizei gebracht. Bei drei der Männer besteht der Verdacht auf eine ansteckende Hautkrankheit. Ein Guineer klagt über Fieber und Schüttelfrost. Nach einem medizinischen Screening werden die weiteren erforderlichen grenzpolizeilichen Maßnahmen getroffen.

Bundespolizei setzt Güterzugkontrollen fort

Gestern begann die Bundespolizei in Raubling erneut mit gezielten Kontrollen von Güterzügen. Die Bundespolizei hat bei entsprechenden Schwerpunktaktionen im Juli auf der Bahnstrecke zwischen Kiefersfelden und Rosenheim rund 100 Migranten auf Güterzügen festgestellt. Seit Anfang August wurden in München bereits über 20 Personen registriert, die auf diese lebensgefährliche Weise nach Deutschland gelangt waren.

Laut Bundespolizei sind die Schwerpunktkontrollen wegen der erheblichen Gefahren für Leib und Leben, die den Migranten bei einer Güterzugfahrt drohen, erforderlich. Allein am letzten Juliwochenende konnte die lebensgefährliche Reise von etwa 30 Afrikanern am Bahnhof in Raubling beendet werden.

Die ursprünglich aus Somalia, Gambia, Guinea und von der Elfenbeinküste stammenden Migranten hatten sich unter Lkw-Aufliegern versteckt. Offenbar hatten sie die damit verbundenen erheblichen Risiken nicht bedacht oder diese schlichtweg in Kauf genommen.

Die Schwerpunkaktion wird eng mit den Behörden an den Abfahrtsorten und den jeweiligen Verkehrsunternehmen abgestimmt. Aus Sicherheitsgründen muss die Bahnstrecke für die Dauer der einzelnen Kontrollen gesperrt werden. Insofern lassen sich Auswirkungen auf den Personenverkehr nicht vermeiden.

Zur Unterstützung der Maßnahmen wird voraussichtlich auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kommen. Die Bundespolizei bittet die Bevölkerung angesichts der Folgen für den Zugverkehr und der durch den Flugbetrieb bedingten Geräuschentwicklung um Verständnis.