Der Blick zurück nach vorne …

Wie dachte man sich vor 130 Jahren die Zukunft? Am Dienstag wird dazu gelesen

Das Buch „Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887“ von Edward Bellamy (1850-1898) bestimmt die kommenden Dienstaglesung am 20. Juni im Theater Belacqua in Wasserburg um 21 Uhr. Das Buch ist im Jahre 1887 geschrieben worden und zeigt eine Utopie, wie das Jahr 2000 damals hätte aussehen können. Das Werk wurde schnell zu einem Bestseller der viktorianischen Zeit. Innerhalb kurzer Zeit wurde es zu einem der meistverkauften Bücher, in drei Jahren wurde es in 15 Sprachen übersetzt. Heute, genau 130 Jahre später …

… liegt es bei der Wasserburger Dienstaglesung auf dem Tisch.

Zum Autor:
Edward Bellamy (1850-1898) wurde in Chicopee, Massachusetts geboren und ist auch dort im Alter von nur 48 Jahren an Tuberkulose gestorben. Er war ein Kind eines babtistischen Pfarrers, wuchs in einem sehr christlich geprägten Elternhaus auf. Schon sehr früh war er Zeuge von grausamer Kinderarbeit und unmenschlichen Arbeitsbedingungen, was vermutlich sein Werk nachhaltig beeinflusst hat …

Der Erfolg des Romans ist vermutlich der praktischen Behandlung der ökonomischen Probleme Amerikas des ausgehenden 19. Jahrhunderts zuzuschreiben. Natürlich verfehlte die eingeflochtene Romanze, in der die Zukunftsbeschreibung eingebettet ist, nicht den Zeitgeschmack. Das Werk führte zu heftigen und kontroversen Diskussionen. Hunderte Bellamy-Gesellschaften wurden gegründet. Jedoch verblasste sein Ruhm genau so schnell, wie er begründet wurde. Seine 1897 veröffentlichte Fortsetzung Equality fand kaum noch Widerhall oder gar Befürworter. Kurz nach Erscheinen des Buches verstarb Bellamy (Quelle Wikipedia).

Edward Bellamy zählt zu den Pionieren des utopisch-amerikanischen Romans und gilt als literarischer Hauptvertreter des amerikanischen Reformsozialismus.

Zur Reihe der Dienstaglesungen:

Die Woche hat einen Dienstag. Das Jahr ein halbes hundert. Der Krieg hat viele Dienstage.
(aus: „An diesem Dienstag“ von Wolfgang Borchert)

Borcherts simple, aber erschreckende Dienstagsrechnung zum Anlass genommen, trifft sich das Ensemble des Theaters zumindest an einem Dienstag im Monat, um „an diesem Dienstag“ in unaufwendiger und ungezwungener Weise bei einem Gläschen von der Bar aus den Werken zu lesen, die – wie Philipp Ruch vom Zentrum für politische Schönheit es konstatiert – den Rohstoff liefern, „aus dem unsere Zukunft gemacht ist: Hoffnung, Ansprüche und Ambitionen“.

Texte, die nie bis selten ihren Weg ins Theater gefunden haben, die aber die politische Absichtserklärung für diese Spielzeit etwas würzen dürften:

Manifeste und Utopien von 1887 bis 2015 dienstags und monatlich in der Osteria-„Kantine“ zum Empören, als Antrieb, als Ein- und Ausklang, zum Mitdenken, zum Aufhören, als Ermunterungen oder Erheiterung und unter Umständen zum Nachlesen.

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