Denkmalamt lässt weitere acht Wochen graben

Ein Gespräch mit dem Bauträger zum Fletzinger-Areal

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IMG_1567_610Wasserburg – Die größte Baulücke in der Wasserburger Altstadt wartet weiter auf ihre Schließung: Nachdem bei ersten Grabungen Reste der alten Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert sowie uralte Brunnen- und Latrinenanlagen gefunden worden waren (wir berichteten), unternimmt das Denkmalamt jetzt weitere Untersuchungen. Das gesamte Fletzinger-Areal soll 1,5 Meter tief abgetragen werden. Das dauert mindestens acht Wochen. Solange kann der Bauträger auf einem großen Teil des Areals nicht weiterarbeiten. Was der Bauherr dazu sagt …

Johannes Sewald von der KSS GmbH in Rosenheim macht nicht den Eindruck, ein ungeduldiger Mensch zu sein. Alles, was er sagt kommt überlegt und ruhig daher. Wenn er aber auf dem Fletzinger-Areal im Herzen Wasserburgs steht, dann wendet er schon mal den Blick gen Himmel und verdreht leicht die Augen: „Wir wussten ja, dass ganz Wasserburg ein Bodendenkmal ist. Mit einem derartigen zeitlichen Verzug haben wir aber ehrlich gesagt nicht gerechnet“, so der Bauträger, der zusammen mit seinen Kollegen Helmut Stix und Christian Kopp auf dem Areal ein Wohnhaus und eine Tiefgarage errichten will. „Erst der lange Winter, jetzt die Grabungen des Denkmalamtes – das gibt doch einen nicht unerheblichen zeitlichen Verlust“, so Sewald.

Doch das sei nicht der einzige Ärger, den man wegen der Bodenfunde habe. „Wir müssen die Grabungen aus eigener Tasche bezahlen.“ Kosten von rund 250 000 Euro kämen da auf die KSS zu. „Das ist rechtlich so zementiert, dass wir da nicht rauskommen. Auch die Stadt kann uns da nicht helfen.“ Immerhin habe man den absolut schlechtesten Fall abwenden können: „Solche Grabungen laufen in der regel mit der Handschaufel ab. Eineinhalb Meter tief mit der Schaufel zu graben – ich weiß nicht, wie lange das gedauert hätte.“ Man habe sich jetzt darauf geeinigt, dass die ausführende Firma einen Minibagger verwenden kann. „Immerhin dauert die Sache dann aber noch weitere acht Wochen.“

Die KSS ist derzeit übrigens auch dabei, einen Käufer und professionellen Betreiber für das alte Hotel zu finden. „Wir haben schon den einen oder anderen Interessenten“, sagt Sewald. Auch wenn in das Gebäude doch einiges investiert werden müsse, sei es von der Substanz her ausgesprochen gut und biete einem potenziellen Hotelier viele Möglichkeiten. „Wir sehen da auch unsere Verantwortung für die Stadt. Ein Hotel ist dringend notwendig.“ -WS/pressewoche-

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Ein Gedanke zu „Denkmalamt lässt weitere acht Wochen graben

  1. Das die Grabungen aus eigener Tasche bezahlt werden mussten hat mich doch extrem gewundert. Immerhin ist es doch im Interesse Aller solche Funde zu erhalten und der Allgemeinheit zugänglich zu machen…?! Da kann ich den Ärger der Firma natürlich verstehen.

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