Denken, fühlen, handeln

Heute ist der Welt-Gesundheitstag: Thema „Depression" im Fokus

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Depression – dieses Wort assoziieren viele mit Niedergeschlagenheit, schlechter Laune, Wut. Doch das Syndrom, eine Ansammlung von Symptomen, ist ein viel breiter gefächertes Krankheitsbild, von dem mittlerweile rund zehn Prozent der Deutschen betroffen sind, sagen Experten. Anlässlich des heutigen Welt-Gesundheitstages haben wir mit Marion Maier-Marienberg (unser Foto), Psychotherapeutische Heilpraktikerin, über das Thema Depression gesprochen …

„Die Symptome einer Depression können bei jedem Menschen anders kombiniert sein“, erklärt Maier-Marienberg. Die Psychotherapeutische Heilpraktikerin definiert die einzelnen Facetten der psychischen Erkrankung:

„Neben dem sogenannten Leitsymptom, einer gedrückten Stimmung, spielt sich eine Depression auf drei Ebenen ab: Menschen mit Depressionen sind auf der Ebene des Denkens insofern betroffen, dass sie ständig nachdenken müssen und in negativen Gedankenspiralen gefangen sind. Auf der Ebene des Fühlens spüren Betroffene nicht nur Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit – das sind eher depressive Verstimmungen. Menschen mit Depression fühlen häufig gar nichts mehr – eine tiefe Freudlosigkeit breitet sich aus. Auf der Ebene des Handelns neigen Patienten häufig dazu, sich aus sozialen Situationen zurückzuziehen, sich zu isolieren und abzukapseln.“

 

Außerdem gehören Schlafprobleme wie sehr frühes Aufwachen, Schlaflosigkeit oder ständige Müdigkeit zu den häufigen Symptomen einer Depression, weiß die Expertin.

 

„Fast jeder Zehnte ist betroffen“

„Statistisch gesehen erleiden zehn bis elf Prozent der Menschen in ihrem Leben eine depressive Episode. Diese kann sich aber jeweils im Schweregrad, der Dauer und den Ausprägungen unterscheiden. Ein Drittel der Betroffenen haben eine einmalige Episode, die komplett ausheilt. Ein weiteres Drittel erleidet einen ,Rückfall‘ und das letzte Drittel der Patienten wird chronisch depressiv.“

 

Viele Faktoren können eine Ursache sein:

„Wo die Depression herkommt, kann man nicht mit Sicherheit feststellen“, weiß Maier-Marienberg aus den Erfahrungen, die sie als Therapeutin gemacht hat. „Es gibt familiäre Häufungen, besonders, wenn Meschen sehr vulnerabel – also verletzlich – oder einfühlsam sind. Außerdem gelten biologische Komponenten wie beispielsweise Fehlfunktionen am Hirnstoffwechsel, die für eine zu geringe Serotonin-Ausschüttung verantwortlich sind, als Risikofaktoren. Da setzen dann Medikamente wie Antidepressiva an. Allerdings wissen wir viel zu wenig über die menschlichen Gehirnfunktionen, um hier eindeutige Aussagen treffen zu können.“

Multifaktorielle Einflüsse, eine hohe Vulnerabilität und teilweise eine hohe Empfindsamkeit seien häufig die Ursachen für eine Depression. Auch können schlimme Erlebnisse in der Kindheit ein Auslöser sein.

„Depression ist gut behandelbar“

In ihrer Praxis behandelt Maier-Marienberg auf klassische Art und Weise – Gesprächstherapie, Entspannungs-Angebote, Tipps für den Alltag – immer genau abgestimmt auf die Bedürfnisse ihrer Patienten mit einem ganzheitlichen Blick auf die Dinge.

Sie weiß, dass viele der Menschen, die unter einer Depression leiden, sich viel zu spät Hilfe suchen. „Depressive Menschen haben die Tendenz, den wirklichen Zustand zu verschleiern und nicht zuzugeben, wie schlecht es ihnen wirklich geht. Ich kann nur jedem raten, sich viel früher Hilfe zu holen – denn die Depression ist wirklich gut behandelbar. Man muss nicht so lange leiden!“

 

Maier-Marienberg empfiehlt neben einer zeitnahen therapeutischen Behandlung grundsätzlich viel Bewegung an der frischen Luft, Entspannungsübungen und Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper und der Krankheit. „Und bloß nicht verzweifeln. Die Chancen einer Heilung stehen gut!“ HF

 

 

Weitere Informationen zu Therapie und Coaching von Marion Maier-Marienberg unter blick-weisen.de.

Infografiken zum Thema Depression stammen von MyTherapy (kostenlose App für Android und iOS).

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