Dem Künstler über die Schulter geschaut

Heimatverein besuchte Wilhelm Zimmer in seinem Atelier in Schonstett

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Den Wasserburgern, die gerne am Marienplatz 11 die Bronzeplastiken bewundern, ist er eigentlich wohlbekannt: Wilhelm Zimmer. Geboren 1961 in Arad in Rumänien, ist er dort zum Holzbildhauer ausgebildet worden und hat nach seiner Übersiedlung nach Deutschland seit 1983 seinen Schwerpunkt auf die Bildhauerei mit Bronze verlegt und sich entsprechende Kenntnisse autodidaktisch beigebracht. Der Heimatverein für Wasserburg und Umgebung besuchte Wilhelm Zimmer in seinem Atelier in Schonstett.

Einmal im Jahr findet in den Atelierräumen eine Ausstellung statt, wo Wilhelm Zimmer seine Exponate ausstellt und verkauft.

Bereits das Anwesen beeindruckt: Mitten im Grünen, ein Bach fließt direkt am Haus vorbei, förmlich ein Eldorado für kreativ schaffende Menschen.

Wilhelm Zimmer freute sich sichtlich, dass der Heimatverein zu ihm gekommen war – mit einer Gruppe von Menschen, die sich für Kunst und künstlerisches Gestalten interessieren.

Zimmer erklärt, wie eine Bronzeplastik entsteht: „Zuerst wird ein Modell aus Gips geschaffen und anschließend vorgeformt, sodass die Bronzeplastik auch gut Gestalt annehmen kann. Es könne schon einmal passieren, dass etwas schief geht, dann müsse man eben die Bronze noch einmal einschmelzen.“

Die Hinweise auf die Arbeitsweise waren sehr hilfreich und interessant, vermochten sie es doch, Einblicke in das künstlerische Schaffen eines Bildhauers zu gewähren. Beeindruckend, wie er Stimmungen und menschliches Verhalten in Bronze darzustellen vermag.

Der Künstler ist aber letztlich auch ein leidenschaftlicher Anhänger der Freiheit und das kann man seiner künstlerischen Arbeit ansehen: zum Beispiel Menschen, die Karriere machen wollen und sich deshalb zu Gefangenen des Hamsterrades machen, in dem sie laufen, aber das Hamsterrad ist eben nicht vollendet, der Absturz scheint förmlich vorprogrammiert.

In letzter Zeit hat er eine Wanderausstellung „Denk – Mal an die Freiheit“ auf den Weg gebracht. Sie war 2015 auch in Wasserburg zu sehen. Endstation seiner Wanderausstellung ist die Gedenkstätte Hohenschönhausen in Berlin. Ein wahrhaft klug gewählter Ort. Vergessen wir in unserer schnelllebigen Zeit doch immer wieder, welche Beschränkungen der Freiheit die Gewaltherrschaft des Kommunismus in Europa den Menschen beschert hat.

Die Ausstellung ist übrigens noch am kommenden Wochenende, 25. und 26. März, von 14 bis 18 Uhr in den Atelierräumen in Schonstett, Aichet 4, zu sehen. Rotraut Schleifenbaum hat mit Zeichnungen und Holzschnitten die Ausstellung bereichert.

 

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