Ein zeitloser Held

Wasserburger Theatertage (7): Der Räuber Kneissl und die Theaterwerkstatt Augsburg

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„De Woch fangt ja scho guad o.“ Das waren der Legende nach die letzten Worte des Matthias Kneissl an einem Montag des Jahres 1902, bevor seinem Leben der Scharfrichter ein Ende machte. Doch der bayerische Robin Hood, wie er liebevoll genannt wurde, ist bis heute in den Köpfen der Leute lebendig geblieben. In einer tragikomischen Version der Geschichte zeichnet die Theaterwerkstatt Augsburg mit Matthias Klösel (unser Foto) als Leiter und auch Hauptdarsteller Kneissl das Leben und Sterben des berühmten Wilderers in Wasserburg nach – im Rahmen der Theatertage am kommenden Freitag, 5. Mai., im Belacqua …

Der bayerische Outlaw wird für seine Schlauheit bewundert. Immer wieder entkommt er der verhassten Obrigkeit, die den Bauern das Leben schwer macht. Dann erschießt er auf der Flucht zwei Polizisten. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf …

Der Sohn eines Müllers und einer Welschen, wie die Italiener damals genannt wurden, ist Zeit seines Lebens ein Außenseiter. Schon als Bub bessert er die schmale Küche der heimischen Mühle mit gewildertem Fleisch auf. Lehrer und Pfarrer kujonieren den Kneissl, die Mitschüler hänseln den Müllersbuben wegen seiner italienischen Mutter. Als die Gendarmen den Kneissl in der Mühle arretieren wollen, fallen Schüsse.

Der kleine Bruder Alois hat einen Polizisten auf dem Gewissen, doch Matthias muss für die Tat büßen. Acht Jahre wandert er in den Knast. Seine Versuche, nach der Haftzeit ein ehrbares Leben zu führen, scheitern an der Ignoranz der Behörden. Erneut gerät Kneissl auf die schiefe Bahn. Wieder und wieder entkommt er der Gendarmerie, sehr zur Freude der Bevölkerung, die einen Haß auf die Obrigkeit hat, die sie ausbeutet und unterdrückt.

Regie: Jürg Schlachter.
Es spielen: Adelheid Bräu und Matthias Klösel.

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Die Theaterwerkstatt Augsburg

Die Theaterwerkstatt Augsburg ist ein Forum für zeitgenössisches Theater und wird geleitet von Schauspieler Matthias Klösel. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Inszenierungen von Stücken aus der eigenen Schreibwerkstatt, aber auch Produktionen und Bearbeitungen von Werken zeitgenössischer Autoren, die vom Mainstream abweichen.
Für die Projekte wird – immer neu – ein Pool aus SchauspielerInnen und RegisseurInnen aus der Region zusammengestellt.
Die Theaterwerkstatt hat kein festes Haus, sondern sucht, wenn möglich, für jede Inszenierung nach neuen, spannenden Aufführungsorten.

Pro Jahr produziert die Theaterwerkstatt Augsburg zwei Inszenierungen; eine kontinuierliche Arbeit soll gewährleistet sein.

Matthias Klösel

…leitet die Theaterwerkstatt Augsburg. Nach Abitur und Schreinerlehre absolvierte er seine Schauspielausbildung in Hamburg. Es folgten Engagements am Jungen Theater Augsburg, Stadttheater Augsburg, s´ensemble Theater Augsburg, Theater Ingolstadt, Kreuzgangspiele Feuchtwangen, Komödie im Bayerischen Hof und anderen Theatern.
Neben der Theaterarbeit schreibt Matthias Klösel auch Theaterstücke. Sein Kriminalroman „Torneekoller“ verarbeitet humorvoll die Theaterszene hinter den Kulissen.

Regisseur Jürg Schlachter

…absolvierte seine Schauspielausbildung an der Schauspielakademie Zürich 1978. Seit 1990 ist er frei schaffend als Schauspieler, Regisseur, Autor und Lehrer. Jürg Schlachter lebt hauptsächlich aus dem Koffer, zwischen seinen zahlreichen Inszenierungen bleibt ihm kaum Zeit seine Heimat München zu genießen. Einige seiner Theaterstationen sind das Stadttheater Ingolstadt, Theater Erlangen, Stadttheater Fürth, Landestheater Bregenz, Landestheater Dinkelsbühl, das Junge Theater Augsburg und natürlich die Theaterwerkstatt, wo er die Stücke „Shareholder Value“, „Ein ganz gewöhnlicher Jude“ und „Indien“ inszeniert hat.

 

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