Das war knapp! Sieg in letzter Sekunde

Basket: Dramatische Schlussphase - In Oberhausen 75:74

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wagnerWasserburg – Es war eine richtig enge Kiste, diese Auswärtsbegegnung gegen die New Baskets Oberhausen. Gerade mal einen Punkt Vorsprung bescherte Wasserburgs Basketball-Damen am fünfzehnten Spieltag der Bundesliga den vierzehnten Sieg der Saison. In einer dramatischen Schlussphase waren sie die Glücklicheren. „Oberhausen hat toll gespielt“, zollte Wasserburgs Trainer Bastian Wernthaler dem Gegner Respekt. „Sie haben sehr gut verteidigt und uns immer wieder aus dem Konzept gebracht.“ Der ganze Spielverlauf …

Dass es nicht leicht sein würde in diesem Auswärtsspiel die Oberhand zu behalten, lag eigentlich auf der Hand. Oberhausen, auf Tabellenplatz zehn nahe den Abstiegsplätzen und somit mit dem Rücken zur Wand, hat zwar bisher eine eher durchwachsene Bilanz vorzuweisen. Aber immer wenn es gegen den TSV Wasserburg aufs Parkett ging, brachte das Team von Trainerin Katja Zberch Höchstleistungen. So auch am gestrigen Samstag, als der Titelverteidiger und Tabellen-Führende in der Willy-Jürissen-Halle zu Gast war.

Wasserburg tat sich nicht leicht in der ersten Hälfte des Spiels gegen eine starke Oberhausener Mannschaft. Vor allem deren Top-Scorerin Monique Reid fand das eine ums andere Mal den erfolgreichen Weg durch die Wasserburger Defense und erzielte allein in den ersten zwanzig Spielminuten 17 Punkte.

Wasserburgs Basketball-Damen gingen zwar schon nach wenigen Minuten in Führung, schafften es aber anschließend nicht, diese auszubauen. Immer wieder kamen die Gastgeberinnen nahe heran und legten in der achten Minute sogar kurz für wenige Sekunden vor (14:15). Mit den ersten zehn Minuten und einem Stand von 20:18 aus Wasserburger Sicht konnte Trainer Bastian Wernthaler nicht zufrieden sein.

Beide Teams lieferten sich bis dahin einen ordentlichen Schlagabtausch, der auf beiden Seiten von druckvollem und angriffslustigem Spiel geprägt war. Dabei schafften es die Gäste aus Bayern aber nicht, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden, was aber auch daran lag, dass das Team von Trainerin Katja Zberch unglaublich druckvoll auf dem Parkett agierte.

Und auch im zweiten Viertel zog Oberhausen nach Wasserburger Treffern immer wieder nach und schaffte so auch immer wieder den Ausgleich, was Trainer Wernthaler dann doch zu einer Auszeit in der 12. Minute bewegte. Langsam schaffte es der amtierende Meister in den folgenden Minuten sich bis zur Halbzeitpause einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten(39:32).

Man mochte meinen, der TSV sei nun auf einem guten Weg, könnte sich das Spiel zu eigen machen. Doch da hatte man die Rechnung ohne die Oberhausener gemacht. Gingen die ersten beiden Viertel noch an den deutschen Meister, so kamen die Gastgeberinnen immer besser ins Spiel und punkteten im dritten Spielabschnitt mit 14:19 aus Sicht der Gäste. Nach der 30. Minute lag Wasserburg gerade noch drei Zähler vorne (57:54). Ein komfortabler Vorsprung sieht anders aus.

Und Oberhausen ließ nicht locker, ließ sich nicht von den physisch überlegenen Wasserburgerinnen ermüden. Und nach Treffern von Elise Beld, Isabelle Gülich und Monique Reid war der Ausgleich da (63:63). Was dann folgte war ein offener und hochdramatischer Schlagabtausch der Kontrahenten. Wasserburg legte vor, Oberhausen legte nach. Mit drei Punkten Vorsprung (75:72) für den TSV lief die letzte Minute auf der Anzeigetafel ab.

Dann Timeout Oberhausen: Elise Beld landet erfolgreich einen Korbleger und verkürzt für die New Baskets auf 74:75. Nachdem die Gastgeberinnen im Ballbesitz sind, zieht Coach Wernthaler bei einer Spielunterbrechung acht Sekunden vor Schluss die Notbremse: Timeout Wasserburg. Die vorgegebene Taktik: den Oberhausener Angriff vor dem Wurf zum Korb mit einem Foul stoppen. Die Taktik geht auf. Noch vier Sekunden auf der Anzeigetafel. Dann geht alles blitzschnell. Einwurf Oberhausen, der Ball segelt durch die Luft in Richtung des Wasserburger Korbs und prallt schließlich am Ring ab und landet in den Händen Wasserburgs zur rettenden Sirene. Das Spiel ist aus.

„Wir haben in diesem Spiel einfach nie unseren Rhythmus gefunden“, resümierte Bastian Wernthaler die Partie. „Oberhausen hat uns alles abverlangt. Wir haben es nie geschafft in der Verteidigung die nötige Intensität aufzubauen und nur mit viel Glück gewonnen.“

Dass ausgerechnet der Tabellen-Zehnte den amtierenden deutschen Meister beinahe ins Straucheln gebracht hätte, mag im ersten Moment verwundern. Oberhausen hat gezeigt, dass sie nicht nur den Klassenerhalt verdient haben, sondern dass sie auch im richtigen Moment ihre Leistungen abrufen können. Und Wasserburg hat es auch bei diesem schweren Gegner geschafft, weiterhin die Tabellenspitze mit sechs Zählern Vorsprung zu behaupten.

Es spielten: Emma Cannon (24 Punkte), Anne Breitreiner (17), Svenja Brunckhorst (13), Stina Barnert (5), Melissa Jeltema (5), Vera Perostiyska (5), Stephanie Wagner (unser Foto ganz oben – 4), Tiina Sten (2) und Rebecca Thoresen. – mjv

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