„Das Potenzial des TSV ist riesig“

Ein Gespräch mit Kevin Klammer, dem Fußball-Abteilungsleiter der Wasserburger Löwen

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Er wirkt überlegt, sagt jeden Satz mit Bedacht. Und doch merkt man dem jungen Mann an, dass er eine große Verantwortung spürt, wenn er über seine Leidenschaft spricht: Den Fußball in Wasserburg. Seit Ende April ist der 22-jährige Kevin Klammer beim TSV Abteilungsleiter. Und das ist in den vergangenen Jahren alles andere als ein ruhiger Job gewesen. Dreimal hintereinander sind die Löwen aufgestiegen. Ein neues Sportheim, eine völlig neue Jugendarbeit – Klammer übernahm von seinem Vorgänger Simon Stürmlinger einen Dampfer in voller Fahrt.

„Mit dem Aufstieg in die Bezirksliga und dem Aufstieg unserer Zweiten Mannschaft in die A-Klasse sind wir jetzt da, wo wir hinwollten. Jetzt gilt es, dass man sich etabliert und die Strukturen um die Mannschaften weiter professionalisiert. Wie weit es langfristig noch nach oben geht, steht in den Sternen. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wo das Limit bei einem Verein wie dem TSV Wasserburg liegt, denn das Potenzial hier ist riesig„, sagt Kevin Klammer. Auf jeden Fall brauche man bei der weiteren Entwicklung noch viel Geduld. „Wir wollen verstärkt auf unsere eigene Jugend bauen. Das geht nicht von heute auf morgen. Das wird vermutlich Jahre dauern, bis da regelmäßig aus dem eigenen Nachwuchs etwas für den Kader der ersten Mannschaft nachwächst.“

Dennoch ist Klammer nicht verzagt: „Wir haben unsere Jugendarbeit in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert.  Zuvor haben wir da leider einiges verschlafen. Ich sehe aber eine Riesenchance in Wasserburg. Es wäre doch für alle von Vorteil, wenn wir in der Stadt wieder ein Fußballzentrum für den Altlandkreis werden könnten.“ „Warum“, so Klammer weiter, „sollen denn die guten Nachwuchskicker aus unserer Region langfristig nach Buchbach oder Rosenheim abwandern?“

Im Nachwuchsbereich habe der TSV Wasserburg noch ein weiteres Ass im Ärmel: „Unsere überragende AH. Die spielen in den verschiedenen Altersklassen doch praktisch alle Jahre um den Oberbayerischen Titel mit. Gibt es bessere Trainer für den Nachwuchs, als die Spieler aus diesen Teams?“ Man werde deshalb in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt auf die AH zugehen, um dort einen neuen Trainerstab zu generieren. Und: „Wir haben mit der Abteilungsleitung und den Trainern jetzt schon ganz viele erstklassige Leute, die überlappend in Herren- und Jugendbereich tätig sind. Mit Florian Rensch, der hauptberuflich in der Leitung des Nachwuchsleistungszentrums der SpVgg Unterhaching tätig ist, unterstützt beispielsweise ein absoluter Profi künftig die neue Abteilungsleitung im operativen Management.

Den Vorwurf, beim TSV 1880 Wasserburg handle es sich um eine reine Söldnertruppe, kontert Klammer mit einem Lächeln: „Es ist schon seltsam, welch scheinheilige Diskussion da nach dem Zugang der Familie Haas rund um uns ins Rollen kam. Fest steht: Komplett ohne Geld geht heute nichts mehr, nicht in der Kreisliga und schon gar nicht in der Bezirksliga. Aber unser Budget gehört in der Bezirksliga sicher nicht zur ,Champions League‘. Fest steht auch: Leo, Dominik und Matthias Haas sind nicht wegen des Geldes zu uns gekommen, sondern weil sie in Wasserburg leben und arbeiten und weil sie hier etwas aufbauen wollen. Ginge es um‘s Geld wären die Jungs woanders gelandet.“ Der TSV Wasserburg sei weit davon entfernt, sich wie andere Verein von einem einzigen Sponsor abhängig zu machen. „Wenn der dann den Geldhahn zudreht, ist oft ganz schnell der Ofen aus.“

Und wie geht’s in der Bezirksliga weiter? „Ziel ist es mit der Abstiegsregion nichts zu tun zu haben. Wir wollen weiterhin guten Fußball spielen und uns in der Liga etablieren. Wir haben schon den einen oder anderen Neuzugang, unter anderem der bereits vorgestellte Klaus Bachmayr vom TSV 1860 Rosenheim. Die weiteren Neuzugänge werden wir in den nächsten Tagen präsentieren. Dazu kommen jedoch auch der ein oder andere Abgang, der größtenteils dem Alter der betroffenen Spieler geschuldet ist. Leo, Christian, Flo und ich arbeiten täglich an unserem Kader.“ Viel Zeit bleibt Kevin Klammer und seinem Stab da allerdings nicht mehr. Am 3. Juli startet die Vorbereitung auf die neue Saison. Man darf gespannt sein, wie sich Wasserburg in der Bezirksliga schlägt … HC

 

Herz und Kopf der Abteilungstelitung: Florian Rensch, Robert Miller, Can Gülenay und Kevin Klammer (von links).

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Ein Gedanke zu „„Das Potenzial des TSV ist riesig“

  1. Kevin Klammer bringt mit Hans Hain im Rücken in Wasserburg was voran.
    Ohne Geld geht es nicht, Sponsoren sind genug da.

    Die vielen Heimspiele in der Altstadt finde ich nicht gut – wegen der Parkplätze, keine überdachte Tribüne, alles ist am Badria vorhanden.
    Da 90 Prozent der Zuschauer von auswärts Bezirksliga-Fußball sehen wollen und nicht im Regen stehen wollen, sollte man dies noch mal überdenken.

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