„CAFESITO“: Erfolgsmodell für integrative Arbeit

Im Herzen von Wasserburg seit ein paar Monaten Kaffeegenuss der besonderen Art

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michaelabauer_dominikuskendlinger_petrakellerPR – Seit dem 1. Juli gibt es ein neues Café in Wasserburg. Das Besondere daran: In der „CAFESITObar“ arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Dank eines ausgereiften Konzepts der „FairJob gGmbH“, einer 100-prozentigen Tochter der Stiftung Attl, steht der Cafébetrieb in angenehmer Atmosphäre im Vordergrund mit erlesenen Kaffeespezialitäten in Bio-Qualität, einem reichhaltigen Frühstücksangebot, einer gut bestückten Theke für Eilige sowie täglich wechselnden Mittagsgerichten aus regionalen Produkten.

caseitotheke„Die CAFESITObar ist eine Bereicherung für alle“, sagt Alfred Heitauer, Geschäftsführer der FairJob gGmbH. Die Integrationsfirma betreibt das Tagescafé seit dem 1. Juli und bietet insgesamt neun Mitarbeitern, darunter drei mit einer Behinderung, einen festen Arbeitsplatz. Drei Stellen sind als Außenarbeitsplätze angelegt. Zum Teil wurden sie über die Stiftung Attl vermittelt, zum Teil aber auch über die Arbeitsagentur, über die Petra Keller zur „CAFESITObar“ kam. Sie ist dort seit der Eröffnung beschäftigt. „Das Besondere hier ist, dass auf uns geschaut wird“, sagt sie. „In meiner letzten Arbeitsstelle, einem Café in Rosenheim, bin ich als Mensch mit Behinderung eher untergegangen.“

Mit der „CAFESITObar“ gelinge ein wichtiger Beitrag zu einer inklusiven Arbeitswelt, meint Alfred Heitauer. Das Konzept ist durchgängig sozial: Als integrative Arbeitsstätte bietet es hochwertige Produkte mit Produkten aus der Region. Auch hätte mit dem BürgerBahnhof kein besserer Standort für das Café gefunden werden können. „Die CAFESITObar soll eine Begegnungsstätte sein für Jung und Alt, für Wasserburger und Touristen, Durchreisende, die sich nur etwas von der Theke auf die Hand holen, oder Gäste, die einfach eine gemütliche Zeit in der CAFESITObar verbringen wollen“, so Heitauer.

img_2573Liebevoll restauriert bietet es in einem modernen und hell designten Ambiente 30 Sitzplätze. Bei schönem Wetter kommen im Terrassen- und Biergartenbereich weitere 60 Plätze hinzu. Besonderes Augenmerk legt die „CAFESITObar“ auf ihr Frühstücksangebot, das von einfachen Angeboten wie dem Schüler- oder Busfahrerfrühstück bis hin zum umfassenden Inndamm-Frühstück reicht. „Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei“, meint Guido Zwingler, der stellvertretende Geschäftsführer der FairJob gGmbH. „Natürlich kann man sich sein Frühstück auch individuell aus dem reichhaltigen Angebot zusammenzustellen.“

Täglich wechselnde warme Mittagsgerichte sowie selbstgebackene Kuchen runden das Angebot ab. Der Kaffee stammt von der Kaffeerösterei Cafesito, ein Integrationsprojekt der OWB Oberschwäbische Werkstätten gGmbH, die von der Deutschen Röstergilde zertifiziert ist.

michaela_bauer-thekeDie „CAFESITObar“ ist eines der drei Geschäftsfelder der FairJob gGmbH, die außerdem noch einen Garten- und Landschaftsbau sowie eine Malerei betreibt. Als gemeinnützige Gesellschaft setzt sie sich dafür ein, dass auch Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden. Insgesamt arbeiten bei FairJob 20 Mitarbeiter, die Hälfte davon hat eine Beeinträchtigung. Zusätzlich stellt das Unternehmen vier Außenarbeitsplätze für Beschäftigte der Inntal-Werkstätten zur Verfügung.

„Das Besondere an FairJob ist, dass wir hier Menschen mit Behinderung einen festen Arbeitsplatz bieten können“, sagt Alfred Heitauer. „Das ist umso wichtiger, weil sie zum Teil schon seit Jahren arbeitslos waren und damit die Chance auf einen Wiedereinstieg erhalten.“ Zum Anspruch von FairJob passten das Konzept des Franchise-Unternehmens „CAFESITObar“, das neben Wasserburg noch an den Standorten Dillingen, Dornstetten und Rotenburg Lokale unterhält. Es hat ebenfalls den Anspruch, dass mindestens 50 Prozent der Arbeitsplätze von Menschen mit Beeinträchtigungen besetzt werden.

Im Wasserburger Café läuft das Tagesgeschäft nach gut dreimonatigem Betrieb routiniert. „Es ist eine Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung unsere Mitarbeiter ihre Aufgaben annehmen“, sagt Alfred Heitauer. Das Konzept von FairJob geht auf. „Das ist ein Modell für die Zukunft. Denn hier schaffen wir Integration und Inklusion zugleich“, betont er. Weil mittlerweile alles reibungslos funktioniert, sind ab November erweiterte Öffnungszeiten geplant. Dann hat die „CAFESITObar“ nicht nur wie bisher von Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr geöffnet, sondern steht Gästen auch am Samstag von 9 bis 12.30 Uhr zu Verfügung. Außerdem ist es möglich, in der „CAFESITObar“ private oder geschäftliche Events zu feiern. Buchungen für geschlossene Gesellschaften sind auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten nach Anmeldung möglich.

Interview mit Dominikus Kendlinger, Angestellter in der „CAFESITObar“:

„Ich habe meinen Traumjob gefunden“

Einer der Angestellten in der„CAFESITObar“ ist der 28-jährige Dominikus Kendlinger. Er lebt in Wasserburg in einer Außenwohngruppe der Stiftung Attl und erhielt über die FairJob gGmbH einen Außenarbeitsplatz in der „CAFESITObar“.

Wasserburger Stimme: Gefällt es dir hier?

Dominikus Kendlinger: Es gefällt mir sehr gut. Ich habe meinen Traumjob gefunden. In der CAFESITObar bekommen auch Menschen eine Chance, die mit dem Leistungsdruck auf dem normalen Arbeitsmarkt nicht zurechtkommen. Hier wird natürlich auch Leistung erwartet, aber niemand wird unter Druck gesetzt. Das habe ich schon anders erlebt. Auch hier gibt es mal Stress, aber man lernt, wie man damit klarkommt.

 Warum hast du dich hier beworben?

Vorher war ich in der Gärtnerei der Stiftung Attl beschäftigt und half auch hin und wieder im Laden aus. Das hat mir besonders viel Spaß gemacht. Ich wollte mehr mit Menschen zusammenarbeiten. Es macht mir große Freude, anderen etwas Gutes zu tun. Deswegen habe ich mich hier beworben.

Wie hast du dich auf den neuen Job vorbereitet?

Wir erhielten eine ausführliche Schulung. Dabei lernten wir alle Handgriffe kennen, die hinter der Theke und im Service anfallen. Außerdem haben wir viel über Kaffee erfahren: Woher er stammt, welche Sorten es gibt, wie er geröstet wird und natürlich auch, welche Kaffeespezialitäten es in der CAFESITObar gibt und wie wir sie zubereiten.

alfredheitauerGeschäftsführer Alfred Heitauer schafft mit der CAFESITObar Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung.

Foto ganz oben: In der CAFESITObar (von links) fanden Michaela Bauer, Dominikus Kendlinger und Petra Keller eine Arbeit, die ihnen Spaß macht.

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