Blutüberströmt und mit Rasierklinge bewaffnet

Polizeibeamtin bei Auseinandersetzung mit psychisch krankem Mann verletzt

So schnell kann sich eine Lage zuspitzen: Erst war nur der Rettungswagen im Einsatz, dann musste die Polizei ran. Am gestrigen Donnerstag gab es gegen 14.45 Uhr einen heiklen Einsatz für die Beamten der Wasserburger Inspektion. Der Rettungsdienst forderte eine Polizeistreife zur Unterstützung in die Krankenhausstraße an, da sich dort ein Mann mit einer Rasierklinge Schnittwunden zugefügt hatte und sehr aggressiv wirkte.

Gegenüber den beiden Polizeibeamten gab der blutüberströmte Mann an, er habe versucht, sich die Pulsadern aufschneiden.

Da er eine Versorgung seiner Wunden ablehnte und auch gegen die Beamten äußerst aggressiv auftrat, beschloss man, ihn in Gewahrsam zu nehmen und zwangsweise einer ärztlichen Behandlung zuzuführen und in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen.

Hierbei leistete der unter Alkoholeinfluss stehende 30-jährige Mann aus dem Landkreis Mühldorf heftigen Widerstand und verletzte dabei eine 25-jährige Polizeibeamtin so schwer im Gesicht, dass sie sich in Behandlung eines Arztes und eines Augenarztes begeben musste und durch ihre Verletzung bis auf weiteres dienstunfähig sein wird.

Erst mit Unterstützung von zwei weiteren Streifenbesatzungen war es möglich, den Mann zu überwältigen. Während der Auseinandersetzung wurde er mehrmals von Krampfanfällen heimgesucht und erlitt letztendlich ebenfalls leichte Verletzungen.

Nach seiner Versorgung im Klinikum Wasserburg wurde er in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.

Es stellte sich heraus, dass er erst unmittelbar zuvor aus diesem entlassen worden war.

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6 Gedanken zu „Blutüberströmt und mit Rasierklinge bewaffnet

  1. Da wären diese Elektropistolen der Amis hin und wieder doch ganz hilfreich…

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  2. haubelinchen

    Warum wurde er entlassen?
    War er gesund?

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    1. Bitte definiere gesund.
      Viele psychiatrische Erkrankungen lassen sich nicht so einfach heilen wie ein Knochenbruch. Vielmehr versucht man, den Menschen zu helfen, mit der Erkrankung zurechtzukommen. Auch aus einer somatischen Klinik werden ja nicht nur Gesunde entlassen.
      Ich vermute (aus Erfahrung als Mitarbeiter des ISK und ohne irgendwelche Fakten zu dem geschilderten Fall zu kennen), der Mann wurde entlassen, weil er aus Sicht des multiprofessionellen Teams nach ausreichender Beobachtung und Behandlung keinen Anlass für Fremd- oder Selbstgefährdung bot.
      Was da passiert ist, finde ich auch sehr schlimm, keine Frage. Ich würde mir aber wünschen, die Schuld nicht nur bei den Mitarbeitern des Klinikums zu suchen. Vor allem dann nicht, wenn man keinerlei Einblick hat und nur aufgrund von Spekulationen urteilen kann, wie das hier im Forum (bei anderen Artikeln) schon geschehen ist.
      Soll man denn alle Menschen, die in eine Stress-Situation geraten und als Überlastungsreaktion etwas Unüberlegtes tun könnten, wegsperren? Dann wären wohl die Straßen menschenleer, denn das kann tatsächlich JEDEN von uns treffen…

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  3. harryheinze

    Wer ist schon gesund?

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  4. harryheinze

    Dem Kommentar vom Martin ist nichts mehr hinzuzufügen. Absolut richtig.

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  5. Stimmt es dass mittlerweile auch psychiatrische Fachkliniken gezwungen sind die mittlere Verweildauer ihrer Patienten deutlich zu verkuerzen um nicht defizitaer zu arbeiten? Diese Entwicklung duerfte mit der Zunahme der Ereignisse durchaus in Zusammenhang stehen.

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