„Bildung braucht Zeit“

G8: Peter Rink, Direktor des Luitpold-Gymnasiums, nimmt zur Kehrtwende Stellung

Das Abitur nach der zwölften Klasse ist nun auch in Bayern Geschichte. Die CSU-Fraktion im Landtag hat die Kehrtwende zum neunjährigen Gymnasium, dem G9, beschlossen. Damit schließt sich Bayern dem Trend anderer Bundesländer an. „Ich bin froh, dass diese Entscheidung gefallen ist. Bildung braucht Zeit“, sagt Peter Rink, der Leiter des Luitpold-Gymnasiums, im Gespräch mit der Wasserburger Stimme. 

„Im Bildungswesen gab es vor zehn, 15 Jahren einen Beschleunigungswahn. Ich war damals auch fürs G8, musste meine Meinung aber revidieren. Das Scheitern des G8 hängt auch mit unserer Kultur, speziell mit der Vereinskultur zusammen. Die jungen Menschen konnten sich wegen des Nachmittagsunterrichts nicht mehr richtig in den Vereinen engagieren. Da blieb viel auf der Strecke.“

Seiner Ansicht nach seien die Absolventen des G8 fürs Studium einfach auch zu jung gewesen. „Da fehlte es oft an der nötigen Reife“, so Rink. Deshalb sei das Zurückrudern jetzt der richtige Schritt. „Es freut mich, dass wir in Bayern in der Lage sind, Fehler einzugestehen und diese zu korrigieren.“

Rink appelliert in diesem Zusammenhang auch an die Verantwortlichen, sich gegen die Inflation beim Einser-Abitur zu stemmen. „Wir brauchen nicht mehr Einser-Schüler, sondern bessere. Ich hoffe, dass die Entscheidungsträger deshalb auch am Niveau arbeiten.“ HC

 

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Ein Gedanke zu „„Bildung braucht Zeit“

  1. In der Tat ist es schön, dass man in Bayern Fehler eingestehen kann. Noch spannender wäre es ja, wenn wir auch erfahren würden was uns dieser Fehler G8-Experiment gekostet hat und wie viel die Korrektur Rückkehr zum G9 noch kosten wird. Sind in den Gymnasien wirklich seit G8 Räume leer gestanden, die man jetzt nur wieder belegen muss? Oder hat man damals das Raumprogramm an die neuen Gegebenheiten angepasst und muss nun die Gymnasien erst wieder erweitern? Diese Kosten hätten dann zunächst die Landkreise zu tragen, die das über die Kreisumlage auf die Gemeinden abwälzen (müssen). Eine ähnliche Frage hinsichtlich der Zahl der Lehrkräfte – eine Jahrgangsstufe mehr bedeutet auch mehr Lehrer. Wie und wo haben die sich seit der Einführung von G8 die Zeit vertrieben?

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