UPDATE: Bei den Festivals 33 Verletzte

Notrufe überlastet: Polizei und Bahn ziehen Bilanz nach dem Unwetter in der Region

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In der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Rosenheim wurden im Zeitraum von 21 bis 1 Uhr über 700 Einsätze mit Unwetterbezug verzeichnet, Notrufe waren zeitweise überlastet. Beim Echelon-Festival sind elf verletzte Personen zu beklagen, darunter ist nach jetzigem Stand kein Schwerverletzter. In Übersee, beim Chiemsee Summer Festival, wurden knapp 50 Personen behandelt, darunter auch viele, die ’nur‘ eine psychische Betreuung (Krisenintervention) benötigten. Ernsthafter verletzt und in einem Krankenhaus aufgenommen wurden hier 22 Personen. Es gebe zum Glück keine lebensbedrohlichen Verletzungen, sagt die Polizei am heutigen Samstagmorgen. Eine erste Bilanz der Nacht auch im Altlandkreis …

–      Im gesamten Bereich wurden Bäume umgeknickt und dadurch Straßen blockiert. Auch sind Äste und Bäume auf Autos gefallen, hier kam es bei mehreren Personen zu leichten Verletzungen.

–      Auf dem Chiemsee wurde von Einsatzkräften der Wasserwachten  und der Polizei lange Zeit nach einem gekenterten Ruderboot gesucht. Diese Mitteilung hat sich jedoch nicht bestätigt oder die Havarierten konnten sich selbst helfen.

–      Mehrere Zugstrecken im südöstlichen Oberbayern waren oder sind blockiert, umgestürzte Bäume waren der Grund. Bei Oberaudorf geriet ein direkt an der Bahnlinie stehender Baum durch Blitschlag in Brand. Feuerwehren verhinderten ein Übergreifen auf nebenstehende Gebäude.

–      Bei Siegsdorf mussten Feuerwehrkräfte eingreifen und „einen Zug erden“, nachdem dieser im Bereich einer herabgerissenen Stromleitung zu stehen gekommen war. Die etwa 90 Fahrgäste wurden durch Feuerwehrkräfte und das THW evakuiert und in einer Turnhalle in Grabenstätt untergebracht und betreut.

–      In eingen Bereichen kam es zu flächenmäßigen Stromausfällen.

Die Feuerwehr Aham war gestern Abend auf der Staatsstraße 2092 zwischen Alteiselfing und Schonstett wegen mehrerer umgestürzter Bäume im Einsatz. Im Anschluss musste durch die Feuerwehr die Ziegeleistraße bei Eiselfing wegen zahlreicher beschädigter Bäume aus Sicherheitsgründen für Verkehr und Fußgänger gesperrt werden. Diese Sperrung wird laut Mitteilung der Gemeinde Eiselfing auch bis auf weiteres bestehen bleiben.

In Bachmehring war unter anderem die Obermüllerstraße aufgrund mehrerer umgestürzter Bäume unpassierbar. Hier war die Bachmehringer Feuerwehr im Einsatz. Ein Baum war aus einem Waldstück heraus in ein Privatgrundstück gefallen, hatte dort aber glücklicherweise niemanden verletzt, sondern ’nur‘ einen Teil des Gartenzauns zertrümmert.

Im Dienstbereich der Polizei Ebersberg ereigneten sich gestern Abend etliche Unfälle durch umgestürzte Bäume. Die Staatsstraße 2089 zwischen Grafing und der B304 musste letztlich komplett gesperrt werden, da mehrere Bäume umfielen und sich die Aufräumarbeiten als zu gefährlich für die Einsatzkräfte darstellten.

Die Arbeiten gehen am heutigen Samstag weiter. Zuvor hatte eine 59-Jährige großes Glück, die just im Augenblick des Sturms mit ihrem Pkw in Richtung B304 unterwegs war. Ein Baum begrub ihr Fahrzeug an der Front und der Beifahrerseite, die Fahrerin blieb unverletzt.

Zwei Fahrzeugführer stießen mit ihren Fahrzeugen auf der Staatsstraße 2080 zwischen Ebersberg und Schwaberwegen gegen umgefallene Bäume, es blieb aber bei Sachschaden.

In der Rosenheimer Straße in Ebersberg fiel ein Baum auf zwei geparkte Fahrzeuge, die dadurch beschädigt wurden.

Auch auf der Staatsstraße 2086 zwischen Ebersberg und Hohenlinden war zeitweise kein Durchkommen mehr, da mehrere Bäume die Fahrbahn blockierten. Die Feuerwehr war in Dauereinsatz.

Weitere Infos der Polizei:

Sturm riss auf der B12 Anhänger von Kupplung und ein umherfliegendes Trampolin …

Gegen 21.50 Uhr brach die Welt zusammen! Zumindest für diejenigen, die Watt und Ohm benötigten. Ab diesem, völlig stromlosen Zeitpunkt konnte auch die Polizeiinspektion Waldkraiburg nur noch eingeschränkt einen reibungslosen Dienstablauf gewährleisten.

Unzählige Bäume über die Fahrbahn, ausgelöste Fehlalarme durch Wind und Sturm sowie beschädigte Fahrzeuge durch Windbruch und/oder umgestürzte Bäume mussten nach und nach abgearbeitet werden.

Auch ein „verblasener“ Anhänger auf der B 12 bei Straß wollte wieder „eingefangen“ werden. Der Sturm riss den leeren Anhänger gegen 21.15 Uhr während der Fahrt von der Kupplung des Pkw und schleuderte diesen auf einen nachfahrenden Wagen. Es entstand nur leichter Sachschaden. Verletzte waren zum großen Glück nicht zu beklagen.

In den heutigen, frühen Morgenstunden klagten viele Anwohner der Polizeiinspektion Waldkraiburg ihr Leid auf Grund des noch immer nicht vorhandenen Stroms. Die Stadtwerke Waldkraiburg gaben jedoch ihr Bestes.

Eine Dame teilte am Morgen mit, dass aus ihrem Garten das Trampolin fehlen würde und sie befürchtete einen „Wegflug“ desselben. Zum Zeitpunkt der Presseerstellung ward es noch nicht wieder aufgefunden. Mitteilungen über einen verursachten Schaden durch ein umherfliegendes Trampolin gab es ebenfalls (noch) nicht.

Durch den Sturm umgedrückte, massive Eichen beschädigten eine Fahrbahn bei Froschau so sehr, dass diese vorerst gesperrt werden musste. Es bestand die Gefahr, dass die Fahrbahn wohl wegbreche …

Infos der Bahn

In den Gleisbereich gestürzte Äste und Bäume führen zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr in ganz Nieder- und Oberbayern. Die Bahn arbeitet mit Hochdruck daran, betroffene Strecken wieder frei zu bekommen. Jedoch ist im Laufe des Tages im S-, Nah- und Fernverkehr mit Einschränkungen zu rechnen, da die Sichtung und Behebung einiger Schäden erst nach Tagesanbruch erfolgen kann.
Gesperrt sind derzeit die Streckenabschnitte:
Fürth – Cadolzburg,
Osterhofen – Passau,
Passau – Pfarrkirchen,
Mühldorf – Rosenheim,
Kaufering – Geltendorf,
Deisenhofen – München-Solln,
Baierbrunn – Ebenhausen – Schäftlarn,
Markt Schwaben – Erding,
Gilching – Argelsried – Germering Unterpfaffenhofen,
Rosenheim – Salzburg,
Rosenheim – Kufstein,
Traunstein – Ruhpolding,
Garmisch-Partenkirchen – Mittenwald,
Garmisch-Partenkirchen – Reutte in Tirol.
Soweit verfügbar, werden Busse auf den betroffenen Abschnitten eingesetzt.
Fahrgäste müssen mit erheblichen Einschränkungen und Reisezeitverlängerungen rechnen. Die Deutsche Bahn bedauert das und empfiehlt Reisenden, sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindung auf m.bahn.de, in der DB Navigator-App und bei www.bahn.de/Reiseauskunft zu informieren.

 

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