Basketball: Finale ist wieder offen

65:76-Niederlage bei Rhein-Main Baskets - Spiel 3 am Mittwoch

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Wasserburg –  Ausgerechnet in der Finalserie hat der TSV Wasserburg das erste Match 2013 verloren! In Spiel zwei der Best-of-five-Serie unterlag die Mannschaft von Bastian Wernthaler bei den Rhein-Main Baskets verdient mit 65:76 (25:33). Wie schon im Auftaktmatch am Freitag hatte der Favorit eine miserable Wurfquote (32 Prozent!) und deshalb nutzte auch eine engagierte Verteidigungsleistung nicht, um den Außenseiter in dessen Halle zu besiegen.

Viel Zeit zur Analyse bleibt nicht, Spiel drei ist schon am Mittwoch, 19.30 Uhr, in der Badria-Halle. „Es war wieder so ein Tag, an dem nichts fällt, sogar noch weniger als am Freitag. Solange wir uns die Würfe erarbeiten, ist mir nicht bange. Ich habe vollstes Vertrauen in meine Spielerinnen, das wird schon wieder“, verbreitete Wernthaler anschließend Optimismus. Vor allem aber verteilte er ein großes Lob an den siegreichen Außenseiter. „Sie haben nichts zu verlieren und spielen ihre Underdog-Rolle sehr gut. Heute waren sie schneller, aggressiver und wollten den Sieg einfach mehr. Und sie haben sehr clever unsere Probleme ausgenutzt.“ Neben der schlechten Quote im Abschluss bereiteten Wernthaler von Beginn an Foulprobleme erhebliches Kopfzerbrechen. Die zwangen ihn dazu, früh und viel zu wechseln. So handelte sich Stina Barnert schon in den ersten beiden Minuten zwei Fouls ein und nahm danach länger auf der Bank Platz.

Auch Anne Breitreiner und Svenja Brunckhorst hatten nach dem ersten Abschnitt schon zwei Fouls. „Die Schiedsrichter haben sehr gut aber völlig anders als die Kollegen am Freitag gepfiffen, eine viel striktere Linie“, meinte der Coach. „Bis wir uns darauf eingestellt hatten, waren wir in Foulproblemen.“ Die drei betroffenen Damen mussten bis zur Pause sehr vorsichtig verteidigen, um nicht frühzeitig mit drei Fouls belastet zu sein. Breitreiner, die erneut viel Pech im Abschluss hatte, kassierte dieses in der 17. Minute, den beiden anderen blieb es vor dem Wechsel erspart. Rhein-Main nutzte die Foulprobleme der Gäste, indem sie die Aufbauspielerinnen Brunckhorst und Barnert früh attackierten mit dem Ziel, sie müde zu spielen.

Und im Angriff zog vor allem die erneut überragende Alyssa Karel (27 Punkte, 8 Rebounds) immer wieder zum Korb und konnte von den foulbelasteten Gegnerinnen zu selten gestoppt werden. Ende des ersten Viertels handelte sich Wasserburg erstmals einen deutlichen Rückstand ein, als aus einem 9:10 (7.) ein 11:20 (10.) wurde. Der Rückstand blieb bis zum Wechsel konstant, Wernthaler experimentierte phasenweise mit einer großen Aufstellung, schickte Emma Cannon, Tiina Sten und Katharina Fikiel gleichzeitig aufs Feld. „Ich hab verzweifelt nach einer Aufstellung gesucht, die konstant punktet. Zumindest ist der Rückstand nicht angewachsen“, bilanzierte der Trainer anschließend. Rhein-Main wurde in seinem Offensivdrang gebremst, doch die eigene Abschlussschwäche blieb. Gerade mal neun von 23 Würfen (26 Prozent) fanden in der ersten Halbzeit ihr Ziel, die Gastgeberinnen trafen 14 von 31 (45 Prozent).

Nur Mitte des dritten Viertels wurde es beim Vorrundenersten etwas besser, während der Außenseiter sein Niveau über die gesamte Partie hielt. Nach zehn Punkten in Serie für Rhein-Main (29:47/24.) schien eine Vorentscheidung gefallen, doch eine Zonenverteidigung brachte Wasserburg wieder ins Match zurück. Rebecca Thoresen leitete einen 9:0-Spurt mit dem ersten und letztlich einzigen Dreier der Gäste ein, Cannon und Fikiel legten zum 38:47 (26.) nach. Rhein-Main-Coach Brockmann beruhigte sein Team in einer Auszeit und wich plötzlich von seiner so erfolgreichen Zonenverteidigung ab. Und die Gastgeberinnen schwächelten, leisteten sich nach dem 41:51 (28.) zwei Ballverluste in Folge, was Wasserburg eiskalt ausnutzte und vor dem Schlussviertel plötzlich ausglich (51:51). „Das war die einzige Phase, in der alle mit Herz gespielt haben. Und da haben wir auch unsere Würfe getroffen. Doch das war auf einen Schlag alles wieder weg“, meinte Wernthaler enttäuscht. Der Start in die letzten zehn Minuten missglückte! Die ersten beiden Angriffe klappten nicht, Rhein-Main dagegen punktete jedes Mal und als Karel einen Notdreier zum 51:58 (32.) traf, tobten die Fans in der Georg-Sehring-Halle in Langen.

Beide Teams ließen dann Chancen liegen, Wasserburg kam nie näher als auf vier Punkte heran. Als Francis Pieczynski zwei Freiwürfe vergab (65:69/38.) war noch alles drin, doch der Ball verweigerte den Weg durch den Ring jetzt komplett. Und Freiwürfe bekamen Cannon & Co. bis zum Schluss auch nicht mehr. „Wir müssen am Mittwoch eine Reaktion zeigen“, fordert der Coach. „Zu viele haben schon von einem 3:0 und der Feier am Mittwoch gesprochen. Jetzt sollte auch dem letzten klar sein, dass Rhein-Main völlig zurecht im Finale steht und sich nicht kampflos ergibt.“ Es spielten: Emma Cannon (22 Punkte), Tiina Sten (11), Stina Barnert (10), Rebecca Thoresen (7), Anne Breitreiner (6), Katharina Fikiel (4), Melissa Dalembert (4), Svenja Brunckhorst (1), Zhaque Gray, Lena Aß, Franziska Dausinger und Verena Stürmlinger.

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