B15 neu: Weiter heiße Diskussion

Grüne: CSU treibt Bau der B 15 neu durch den Landkreis voran

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Schild B 15Wasserburg – Zur gemeinsamen Pressemitteilung „B 15 neu wird nicht durch das Atteltal geführt“ des Ebersberger Landrates Robert Niedergesäß, des Bezirksrates Thomas Huber sowie der Vorsitzenden der CSU-Landtagsfraktion Christa Stewens vom 26.Juli (siehe unten) erklärt die Rosenheimer Kreistagsfraktion von Bündnis 90/die Grünen Folgendes: „Die Pressemitteilung von Frau Stewens sowie der Herren Niedergesäß und Huber zeigt deutlich, dass die CSU unbeirrt weiter daran festhält, den Bau der B 15 neu bis zum Anschluss an die Autobahn A 8 (München – Salzburg) in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufzunehmen.“

Aus Sicht der Politiker aus dem Landkreis Ebersberg solle dieser jedoch ausschließlich das Gebiet des Landkreises Rosenheim betreffen. „Während die Rosenheimer Kreistags-CSU mit einer wohl weitestgehend wirkungslosen Resolution versucht, ihre Hände in Unschuld zu waschen und diese auch noch unabdingbar mit weiteren Straßenausbaumaßnahmen auf der alten B 15 verknüpft, macht deren Fraktionsvorsitzende im Landtag bei der obersten Baubehörde Nägel mit Köpfen“, erklärt die Grüne Fraktionsvorsitzende Andrea Rosner.

„Grundsätzlich ist es natürlich zu begrüßen ist, dass das wertvolle Atteltal im südlichen Landkreis Ebersberg von der Zerstörung verschont bleiben soll. Doch wenn Frau Stewens, Herr Niedergesäß und Herr Huber dies als herausragenden Erfolg für den Landkreis Ebersberg, seine Bürgerinnen und Bürger sowie dessen wertvolle Natur bezeichnen, stellt sich natürlich auch die Frage nach der Wertigkeit von Mensch und Natur im Landkreis Rosenheim“, so Rosner weiter. „Das St.-Florians-Prinzip mag in Wahlkampfzeiten im eigenen Stimmkreis gut ankommen. Aufgrund der großräumigen Wirkung von neuen Bundesfernstraßen ist es in der aktuellen Debatte aber kein guter Ratgeber.“

Ihr Fraktionskollege Christian Stadler ergänzt: „Wenn die CSU die B 15 neu wirklich verhindern will, dann wird dies nur im engen Schulterschluss aller von der Planung betroffenen Landkreise gelingen. Anstatt sich gegenseitig den schwarzen Peter zuzuschieben sollten die Landräte aus Ebersberg und Rosenheim lieber gemeinsam gegen die unsinnige Planung vorgehen und dazu nach Möglichkeit auch noch ihren Mühldorfer Kollegen mit ins Boot holen.“

Nach der Intervention der Ebersberger CSU-Politiker habe sich die oberste Baubehörde nun zum Ziel gesetzt, die vorhandene Trassenführung der B15 alt soweit wie möglich einzubeziehen. Allerdings dürfe dabei nicht vergessen werden, dass es sich bei der B 15 neu keineswegs um eine gewöhnliche Bundesstraße handle, sondern um eine autobahnähnlich ausgebaute Bundesfernstraße mit entsprechendem Regelquerschnitt, die in erster Linie der Entlastung der Ostumfahrung München auf dem Verlauf A 9/A 99/A 8 dienen soll. Die Grünen:  „Das prognostizierte Verkehrsaufkommen mit rund 60.000 Fahrzeugen pro Tag und Richtung beträgt ein Vielfaches der heutigen, ohnehin schon hohen Belastung der bestehenden B 15. Darüber hinaus ist auch auf den Zubringerstraßen mit einem stark erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen, etwa auf der B 304 oder mehreren Staatsstraßen. Diese Belastung ist der Bevölkerung im näheren Umfeld nicht zuzumuten, auch nicht bei einer Verwirklichung der Umfahrungen für Pfaffenhofen bei Schechen und Lengdorf bei Rott, wie sie in der vor kurzem im Kreistag gegen die Stimmen der Grünen verabschiedeten Resolution beabsichtigt sind.

Aus Sicht der Rosenheimer Kreistags-Grünen gingen alle Straßenneu- und –ausbaumaßnahmen am eigentlichen Problem vorbei. Während der von konservativen Politikern und Straßenbauern seit je her herbeigeredete unbegrenzte Zuwachs des Individualverkehrs seit Jahren ausbleibe und die Verkehrsmengen auf hohem Niveau stagnierten, wachse der Schwerlastverkehr auf der B 15 tatsächlich immer weiter an. Wirksame Abhilfe könne hier nur die Einführung einer Lkw-Maut auf der B 15 alt leisten, so die Grünen.

Die Mitteilung auf die die Grünen Bezug nehmen:

B15 Neu wird nicht durch das Atteltal geführt

Gemeinsame Presseerklärung des Landrats Robert Niedergesäß, des Bezirksrats Thomas Huber und der CSU-Landtags-Fraktionsvorsitzenden Christa Stewens zur Trassenführung B15 Neu durchs Atteltal im Landkreis Ebersberg

Nach einem gemeinsamen Gespräch mit Vertretern der Obersten Baubehörde, Dipl.Ing. Karl Wiebel, Leiter der Abteilung Strassen- und Brückenbau, Ludwig Böhm, Leiter des Sachgebietes Bundesautobahnen und Verkehrsmanagement und Gilbert Peiker, Leitender Baudirektor, Planung und Bau, Autobahndirektion Südbayern, konnte am 25.7. folgendes Ergebnis erzielt werden:

Die Oberste Baubehörde wird dem Bund zum Jahresende, einen Planungsvorschlag unterbreiten, bei dem das ökologisch sehr wertvolle Atteltal im Süden des Landkreises Ebersberg bei der weiteren Planung verschont bleiben wird. Die Oberste Baubehörde hat sich als Zielsetzung vorgegeben, die vorhandene Trassenführung der B15 alt soweit wie möglich einzubeziehen.

„Dieses Ergebnis ist für den Landkreis Ebersberg und seine Bürgerinnen und Bürger und für seine wertvolle Landschaft ein herausragender Erfolg“, so Stewens, Huber und Niedergesäß, die mit diesem Gesprächsergebnis das Thema B15 Neu durch den Landkreis Ebersberg ein für allemal beendet sehen. Damit brauchen sich die Bürgerinnen und Bürger im Süden des Landkreises, keine weiteren Sorgen um ihre Heimat zu machen!

Das Original:

www.stewens.de/lokal_1_1_92_-B15-Neu-wird-nicht-durch-das-Atteltal-gefuehrt.html

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