Aus Dornröschenschlaf wachküssen

Kulturkreis bekundet Interesse am Imaginären Museum

image_pdfimage_print

2014-01-27 19.28.59Der Kulturkreis Wasserburg, der Dachverband für die heimischen Kunst- und Kulturschaffenden, interessiert sich für die Nutzung des Imaginären Museums im Brucktor. „Wir wollen, dass die wunderbaren Räumlichkeiten im alten Pensionat I weiter für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Nach eingehender Diskussion mit unseren Mitgliedern steht für uns die wohl beste Lösung fest: Die Heilig-Geist-Spital-Stiftung bleibt Eigentümerin des Gebäudes und eine gemeinnützige GmbH mietet das Gebäude an und übernimmt den Betrieb. An der GmbH könnten die Stadt sowie aktive Mitglieder aus dem AK 68 und dem Kulturkreis beteiligt sein“, so Christian Huber, Vorsitzender des Kulturkreises. Das Ziel: Unter professioneller Hilfe hochwertige Ausstellungen in die Altstadt zu holen.

Die Sammlung Dietz, die im Imaginären Museum seit Jahrzehnten untergebracht ist und in den 70-er und 80-er Jahren für europaweites Aufsehen sorgte, ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Sie wird wohl zum Jahresende aus den Räumlichkeiten im Brucktor ausziehen. Die Stadt hat deshalb bereits einen Arbeitskreis eingesetzt, der sich mit der Thematik beschäftigt. Seit Wochen diskutieren auch die Mitglieder des Kulturkreises über eine weitere Nutzung. Der AK68 hatte bereits ein Konzept an die Stadt herangetragen. Jetzt traf man sich zur Besichtigung im Imaginären Museum und war sich schnell einig: Da muss was rein, das für das Gebäude und die Stadt als kulturelle Magneten gleichermaßen passt.

Dr. Brezina: „Deshalb wäre es wünschenswert, wenn sich AK68 und Kulturkreis auch an der Durchführung aktiv beteiligen könnten. Dies muss dann aber im Rahmen professioneller und nicht nur ehrenamtlicher Tätigkeit erfolgen. Zumindest der Geschäftsführer sollte in einem Anstellungsverhältnis stehen.“

Das Ziel: Unter Heranziehung namhafter privater oder öffentlicher Sammlungen hochwertige Ausstellungen zu konzipieren, zu vermarkten und durchzuführen, die das Interesse eines breiten Publikums finden. Thema und Inhalt der Ausstellungen würden regelmäßig wechseln. „Die Ausstellungen des AK68 sollen dagegen weiterhin im Ganserhaus als Labor der Gegenwartskunst stattfinden. In Ausnahmefällen könnten selbstverständlich auch Künstler des AK68 im Gebäude des Imaginären Museum ausstellen“, so Dr. Brezina.

Außerdem stelle man sich vor, auch das Thema der Ausstellungen in das – vom Kulturkreis noch auszuarbeitende – Jahresthema oder auch Mehrjahresthema für die Kulturarbeit der Stadt Wasserburg einzubetten, so der Vorsitzende des AK68 weiter. Letztlich gehe es darum, dass durch die Initiative des Kulturkreises das in den Dornröschenschlaf versunkene Imaginäre Museum durch einen „Kuss der Kultur“ zu neuem, blühenden Leben erweckt wird. „Das wiederum soll die Stadt insgesamt noch attraktiver machen. Die Kernkompetenz von Wasserburg liegt nun mal in Kunst und Kultur.“

Auch ein Thema für die Jugend?

Für ein breites jugendliches Publikum will Urs Hasler von „Wasserburg leuchtet“ einen Teil des Imaginären Museums nutzen. „Warum machen wir nicht auf einer Etage zum Beispiel Video- oder Mapping-Kunst, bei der sich auch junge Leute einbringen können.“ Es gebe im Organisationsfeld von „Wasserburg leuchtet“ ungemein viel interessierte und begabte junge Menschen. „Ich staune manchmal echt, was die mit Computer und Geräten alles können. Denen sollten wir mal eine Plattform geben. Das spricht dann wiederum ein jugendliches Publikum an.“

Die Theatersparte des Kulturkreises, vertreten durchs Belacqua, das Narrenschiff und den Theaterkreis, sieht eher wenig Möglichkeiten, das Imaginäre Museum in dieser Richtung zu nutzen. Dennoch sind sich Uwe Bertram, Jörg Herwegh und Sepp Christandl einig: „Da muss was mit Zugkraft her.“ Mit dem AK68 habe man eine Künstlergruppe, die weit über Wasserburg hinausstrahle. „Wenn die das nicht können, wer dann?“, so Bertram. Alle drei Wasserburger Theaterschaffenden könnten sich allerdings vorstellen, eventuell in den an das Pensionat I angrenzenden Kirchenräumen Projekte zu verwirklichen.

Die Kulturreferentin der Stadt Wasserburg, Edith Stürmlinger, ebenfalls Beirat im Kulturkreis, will das Pensionat I auf jeden Fall für die Öffentlichkeit erhalten. Für Kunstausstellungen von Rang und Namen müsse man aber auch die baulichen Gegebenheiten unter die Lupe nehmen.

Der Gastronom und Zweite Vorsitzende des Kulturkreises, Jürgen Häuslmann, brachte abschließend ein Museums-Café ins Gespräch. „Das wird aber ohne Investition nicht zu installieren sein. Vielleicht kann man aber was reinbauen, was ohne große Küche auskommt. Die Räumlichkeiten jedenfalls würden sich prima dafür anbieten.“ kk

Der Kulturkreis bei der Besichtigung des Imaginären Museums.

[nggallery id=315]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ein Gedanke zu „Aus Dornröschenschlaf wachküssen

  1. Habe mal gehört, dass unter den Fliesen der Heilig-Geist-Spital-Kirche Soldaten bestattet wurden, die nach der Schlacht von Hohenlinden 1800 als Verwundete nach Wasserburg gebracht wurden und dort verstorben sind.
    Ist das wahr? Weiß da jemand vielleicht mehr?

    0

    0
    Antworten