Aus dem Leben eines ungleichen Liebespaares

Autor Benjamin Kindervatter liest am Samstag in der Schranne

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KindervatterWasserburg – Was verbindet eine katholische Parisienne mit einem zynischen Ostberliner sächsischer Herkunft? Gemeinsame Vorlieben für einen guten Tropfen und kulinarische Delikatessen? Eher weniger, vielmehr sind es die berühmten Gegensätze, die sich anziehen: feine französische Hochkultur versus deutsche Ruppigkeit. In seinem Debütroman „Amuse-Gueule ist kein Dorf in Sachsen“ beschreibt Benjamin Kindervatter (Foto) chaotisch-amüsante Szenen aus dem Leben eines ungleichen Liebespaares. An diesem Samstag, 7. Juni, stellt der Autor in der Schranne in Wasserburg seinen Roman bei einer Lesung vor …

Benjamin Kindervatters Alter Ego Ben sammelt gerade mit einem Hang zur Selbstzerstörung die Scherben einer alten Beziehung auf, als die Doktorandin Marianne Rameaux aus Paris in sein Leben tritt. Mit einem Koffer voller bourgeoiser Erziehung und stinkender Käsesorten zieht die schöne Parisienne zu ihm in den Berliner Trendbezirk Friedrichshain und bringt sein Leben gehörig durcheinander.

Lesung (2)Ben kocht, reist und joggt um sein Leben, um den Ansprüchen der feinen und intelligenten Französin gerecht zu werden. Während ein Amuse-Gueule aus Kohlrouladen, die Anschaffung einer kapriziösen Katze und der erste Ausflug nach Paris noch harmlose Mengen an Sprengstoff in sich bergen, entwickelt sich das gemeinsame Weihnachtsfest mit den inkompatiblen deutsch-französischen Verwandten zu einer Katastrophe. Zwischen „Blauem Würger“ und marinierten Schnecken wird die Liebe der von Marianne und Ben auf eine harte Probe gestellt.

Der Autor

Benjamin Kindervatter, geboren 1977 in Leipzig, floh im Herbst 1989 über die ungarisch-österreichische Grenze nach Westdeutschland. Nach Stationen in Augsburg, Münster und Dortmund landete der studierte Grafikdesigner schließlich in Berlin. Nach seinen ersten Lesebühnenauftritten Anfang 2012 entschloss er sich, mit einem eigenen Bühnenprogramm auf Tour zu gehen. Seit 2013 lebt er als Autor und Grafiker wieder in Leipzig.

Hier ein Auszug aus seiner Biografie (Quelle – http://www.kindervatter.de)

Die Wahrheit:

Das erste Mal bin ich als Baby in Leipzig geboren worden, der Perle Sachsens, wie sich die Stadt gerne von anderen Perlen Sachsens, wie Dresden, Karl-Marx-Stadt und Zwickau abzuheben versuchte. Kurz bevor sich das Land, in dem ich lebte, nach 1989 in Luft auflöste, konnte ich mit einem kleinen Umweg über einen ungarisch-österreichischen Wald fliehen, um ein zweites Mal in Augsburg, der Perle Bayerns, geboren zu werden.

Dieses Mal als schwer integrierbarer Junge mit ostdeutschem Migrationshintergrund. Nach einer Jugend als Langhaariger im Münsterland und Grafikdesigner im Ruhrgebiet erfolgte schließlich meine Abschiebung nach Ost-Berlin, wo ich in der kosmopolitischen Szene als Hybridkreativer erwachsen wurde.

Im Januar 2013 siedelte ich nach Leipzig über, um die Biografie abzurunden und weil dort die Altbauwohnungen billiger waren. Meinen überraschenden Tod finde ich im Alter von 112 Jahren bei einer Überquerung der Anden. Ich hinterlasse fünf Ex-Frauen, eine Herde Bio-Schafe, dutzende Literaturpreise sowie ein unüberschaubares Vermögen. Bis dahin toure ich – und mit meinem Autorenkollegen Johannes Krätschell und unserem Leseduell – durch die Republik in der Hoffnung, dass wir uns dort irgendwo über den Weg laufen.“

Die Lesung findet statt am Samstag, 7. Juni:

Café “Die Schranne”
Marienplatz 2
83512 Wasserburg am Inn

Einlass: 18.30 Uhr
Beginn: 20 Uhr

Eintritt: neun Euro.

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