Auch Kreistag lehnt Bau der B 15 neu ab

Westtangente und Ortsumfahrung bei Rott sollen kommen

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Schild B 15Landkreis – Für einen Neubau der Bundesstraße 15 auf dem Gebiet des Landkreises Rosenheim sieht eine deutliche Mehrheit des Kreistags keine Notwendigkeit. Das Gremium fordert daher die Bundesregierung auf, den Projektabschnitt im Landkreis Rosenheim aus dem nächsten Bundesverkehrswegeplan zu streichen. Den Beschlussvorschlag befürworteten in der jüngsten 43 Kreisräte, sieben stimmten dagegen.

Die Mehrheit im Kreistag fordert aber nicht nur die Ablehnung der B 15 neu. Zudem soll die bestehende B 15 ausgebaut werden. Konkret geht es um die Westtangente und eine Ortsumfahrung von Lengdorf in der Gemeinde Rott. Wenn beide Maßnahmen abgeschlossen wären, stünde im Landkreis Rosenheim eine leistungsfähige B 15 alt ohne Ortsdurchfahrten zur Verfügung. Eine Notwendigkeit für eine zweite Bundesstraße parallel zur bestehenden B 15 bestünde aus Sicht der Kreistagsmehrheit nicht mehr.

In dem Beschluss wird zudem gefordert, die Gesamtfinanzierung der Baumaßnahmen an der B 15 alt umgehend zu sichern, damit die einzelnen Bauabschnitte ohne Unterbrechung und, soweit möglich, zeitgleich realisiert werden können. Ziel soll es sein, die Bürger von Rosenheim und Pfaffenhofen möglichst frühzeitig vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Die heutige Entscheidung basiert auf einem Antrag der CSU-Kreistagsfraktion. In der Debatte darüber sprach sich kein Redner für die B 15 neu aus. Einige kritisierten aber, dass im Beschlussvorschlag der Ausbau der bestehenden B 15 befürwortet wurde und kündigten an, deshalb dagegen zu stimmen.

2015 wird der Bundesverkehrswegeplan von der dann neugewählten Bundesregierung fortgeschrieben. Der Freistaat Bayern hat die B 15 neu bereits als Bedarf beim Bund angemeldet. Die Bayerische Staatsregierung will eine weitere leistungsfähige Nord-Südverbindung im bayerischen Fernstraßennetz. Tatsächlich ist die B 15 neu südlich von Regensburg und nördlich von Landshut in einem Teilabschnitt bereits fertig gestellt. Ein zweiter Abschnitt wird gebaut und für einen dritten liegt der Planfeststellungsbeschluss vor. Südlich von Landshut dagegen liegt nur für den Bereich bis Geisenhausen ein genehmigter Vorentwurf vor. Darüber hinaus gehende Pläne in Richtung Rosenheim gibt es bisher nicht.

Wenn es nach dem Kreistag geht, kann sich der Bund den finanziellen Aufwand und den Flächenverbrauch für die B 15 neu im Landkreis Rosenheim sparen. Sie sehen in der bestehenden Bundesstraße 15, einschließlich der Westumfahrung Rosenheim und der Ortsumfahrung Lengdorf einen leistungsfähigen Abschnitt der von der Bayerischen Staatsregierung geforderten Nord-Südverbindung.

Nördlich von Pfaffenhofen werden auf der B 15 alt in 24 Stunden zwischen 9.000 und 12.000 Fahrzeuge gezählt. Mit dem heutigen Beschluss bekräftigt der Rosenheimer Kreistag einen altbekannten Standpunkt. Schon 1991 hatte sich das Gremium gegen eine Einstufung der B 15 neu in den Vordringlichen Bedarf im Abschnitt Landshut – Rosenheim ausgesprochen.

 

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