Alle Höhen und Tiefen in einem Spiel

Hochspannung: Auswärtssieg über den SV Halle erst nach Verlängerung

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basketballEs wurde nicht nur das erwartete Spitzenspiel. Nichts für schwache Nerven war der Auswärtssieg der Basketball-Damen des TSV Wasserburg im letzten Bundesliga-Spiel vor den Play-Offs gegen starke Lions vom SV Halle. Erst in der Verlängerung gelang dem Team von Trainer Bastian Wernthaler ein letzten Endes dann doch klarer 75:61-Sieg (24:22; 59:59).

Es war wohl eine Partie, die binnen einer Spielzeit von 45 Minuten alle Höhen und Tiefen erlebte, die so ein Basketballspiel haben kann. Das spiegelte der gesamte Spielverlauf bis in die Verlängerung hinein wieder. Während jedoch der Sieg für den TSV Wasserburg an seiner Positionierung beim Einzug in die Playoffs nichts mehr ändert – seit Monaten belegt der amtierende deutsche Meister Rang 1 – ist die Niederlage für den bis dahin Tabellen-Zweiten SV Halle umso dramatischer.

Der letzte Spieltag, an dem alle sechs Partien der Liga zur selben Zeit stattfanden, hat vor den Finalspielen noch einmal ordentlich Bewegung in die Tabelle gebracht. Und da das Feld der Zweit- bis Viertplatzierten eng beieinander lag, rutschen zum Einzug in die Finalrunde die Hallenserinnen auf den fünften Rang ab. Eigentlich zu Unrecht, denn im Spitzenspiel gegen den TSV Wasserburg haben sie bewiesen, dass auch sie zu Recht in der Tabelle ganz oben mitspielen.

Beim Schlagabtausch der beiden Kontrahenten waren es aber ausgerechnet zwei Ex-Wasserburgerinnen, die es den Damen vom Inn so richtig schwer machten. Katharina Fikiel, noch in der letzten Saison auf der Gehaltsliste des deutschen Meisters, punktete 16-fach gegen ihren alten Verein. Und Tiffany Porter-Talbert, noch in der vorletzten Saison bei Wasserburg unter Vertrag, brachte es auf insgesamt 13 Zähler.

Während sich das erste Viertel mit 24:22 aus Wasserburger Sicht noch relativ ausgeglichen gestaltete, nahmen die Halle Lions im zweiten Viertel überraschend das Spiel, in das sie die Innstädterinnen nicht mehr kommen ließen, in die Hand. Nach dem raschen Ausgleich in der 11. Minute zogen sie in diesem Spielabschnitt einfach mit 17:4 Zählern am TSV vorbei. Nur vier Punkte in zehn gespielten Minuten, so etwas hatte es die gesamte Saison bei Wasserburgs Damen noch nicht gegeben. Und trotz mehrerer Auszeiten schienen die Coaches Bastian Wernthaler und Wanda Guyton kein probates Mittel gegen die starke Haller Defense zu finden.

Mit einem Kader von nur acht Profis, Vera Perostiyska und Rebecca Thoresen sind bislang noch nicht wieder aufs Parkett zurückgekehrt, sind die Möglichkeiten für eine Rotation zwar nicht gerade üppig. Sie bieten aber bei dem Potential, das Wasserburg im Augenblick vorweisen kann, doch eine Menge Chancen. So bekamen neben tragenden Säulen wie Anne Breitreiner und Emma Cannon beispielsweise Melissa Jeltema, Stina Barnert und Tiina Sten lange Spielzeiten vom Trainer, die sie im Folgenden auch für das Wasserburger Punkte-Konto nutzen konnten.

Doch nach der Halbzeitpause machte der SV Halle erst einmal da weiter, wo er vor der Unterbrechung aufgehört hatte. Fünzehn Punkte brachten die Lions bis zur 24. Minute zwischen sich und dem TSV (45:30), was Coach Wernthaler zu einer erneuten Auszeit bewegte. Und plötzlich war Wasserburg dann doch wieder im Spiel, punktete im Folgenden um zehn Zähler mehr als der Gegner und war zu Beginn des letzten Viertels wieder klar auf Verfolgungskurs (52:47).

Nach weiteren Treffern von Stina Barnert und Emma Cannon, lag Wasserburg dreieinhalb Minuten vor der Schlusssirene erstmals seit knapp achtzehn Minuten wieder in Führung (57:56). Elf Sekunden vor dem Schluss betrug diese dann genau drei Zähler (59:56), als Tiffany Porter Talbert noch einmal zu einem Korbleger für die Halle Lions ansetze. Es folgte ein taktisches Foul von Wasserburgs Melissa Jeltema und den Gastgeberinnen bleib nur noch eine Chance, das Spiel nicht verloren zu geben.

Porter-Talbert musste den ersten Freiwurf treffen, der zweite sollte an Korb oder Brett abprallen und der Rebound müsste an Halle gehen, wo er erfolgreich verwandelt würde. Doch Porter-Talbert patzte. Sie vergab beide Freiwürfe. Die Zeit verrann. Irgendwie kam sie aus der Distanz zwei Sekunden vor der Sirene noch mal an den Ball, warf ihn in Richtung des Korbes und machte drei Punkte (59:59). Die Verlängerung war da.

In den folgenden fünf Minuten gab es dann eine kurze Demonstration des amtierende Meisters, der für sich in diesem zusätzlichen Spielabschnitt einen versöhnlichen Abschluss suchte. Während Porter-Talbert nur ein Korbleger für die Gastgeberinnen gelang, überrollte die Wasserburger Offense die Haller Defense förmlich. Stina Barnert, Melissa Jeltema, Emma Cannon und Anne Breitreiner setzten binnen weniger Augenblicke einfach nochmal sechzehn Punkte drauf, was unterm Strich dann doch zu einem souveränen Ergebnis führte (75:61).

Nach diesem 22. Spieltag stehen nun alle Begegnungen für das Play-Off-Viertelfinale, das am 5. und 6. April beginnt, fest: Während für den TSV Wassserburg die Saarlouis Royals als Tabellen-Achter als Gegner schon feststanden, treffen der BC Marburg auf die new Baskets Oberhausen, die Rhein-Main-Baskets auf ChemCatsChemnitz und der Herner TC auf die SV Halle Lions.

Für das Team aus Wasserburg, für welches das Double das erklärte Saisonziel ist, wird es allerdings schon am kommenden Wochenende ernst. Da finden am 29. und 30. März die Finalspiele um den Pokal der DBBL statt. Die Kontrahenten neben den Gastgebern Saarlouis sind dann der BC Marburg und die Friendsfactory Baskets aus Nördlingen.

Es spielten: Emma Cannon (20 Punkte), Stina Barnert (17), Melissa Jeltema (14), Anne Breitreiner (7), Tiina Sten (6), Stephanie Wagner (6), Svenja Brunckhorst (5) und Martina Dover.MJV

 

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