Ab Mitternacht keine Geburten mehr!

Entbindungsstation des RoMed-Klinikums Bad Aibling schließt heute - „Bedauern es sehr!"

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Aus und vorbei: Die Geburtsstation am Aiblinger RoMed-Klinikum schließt heute um Mitternacht – wie mehrmals berichtet – ihre Pforten! Im kommenden November soll an einem runden Tisch erneut diskutiert werden, ob es eine Zukunft gibt für die Abteilung. Tausende Bürger hatten eine Online-Petition unterzeichnet und der Aiblinger Stadtrat hatte eine Resolution an Ilse Aigner, Bayerns stellvertretende Ministerpräsidentin, überreicht. Die aktuelle Info der Klinik dazu …

… die auf der Homepage des Krankenhauses so veröffentlicht ist:

Ab 15. August 2017 keine Entbindungen mehr in der RoMed Klinik Bad Aibling!

„Zum 15. August 2017 wird der geburtshilfliche Bereich am Standort Bad Aibling zumindest vorübergehend stillgelegt. Wir bedauern das außerordentlich und da spreche ich für alle Beteiligten“, erklärt Dr. Guido Pfeiffer, Ärztlicher Leiter der RoMed Klinik Bad Aibling.

Ursache dafür ist die personelle Situation.

Nach langer Suche konnte zwar ein dritter Gynäkologe und Geburtshelfer als Belegarzt gewonnen werden, bei den Hebammen glückte das leider nicht – trotz regelmäßigen Stellenausschreibungen und intensiver Suche. 

Aufgrund der allgemeinen Rahmenbedingungen ist es für freiberufliche Hebammen und Entbindungspfleger immer unattraktiver geworden, sich in der Geburtshilfe zu engagieren. Ein Grund dafür sind die nach wie vor extrem hohen Versicherungsprämien.

Die angespannte Personalsituation führt zunehmend zu Engpässen bei den zu organisierenden Diensten, die ab dem 15.08.17 nicht mehr sicher gewährleistet werden können. Daher sieht sich die Geschäftsführung der RoMed Kliniken nunmehr dazu veranlasst, die Geburtshilfe an der RoMed Klinik Bad Aibling zu diesem Zeitpunkt einzustellen. 

Natürlich können Schwangere in den geburtshilflichen Abteilungen der RoMed Kliniken Rosenheim und Wasserburg, die bestens ausgestattet sind, versorgt werden und sind dort herzlich willkommen. Das RoMed Klinikum Rosenheim ist zudem als Perinatalzentrum, Level 1, zertifiziert.

Gynäkologische Eingriffe werden weiterhin in der RoMed Klinik Bad Aibling durchgeführt.

 

 

 

 

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7 Gedanken zu „Ab Mitternacht keine Geburten mehr!

  1. Kein Baby mehr

    Solange sich die Rahmenbedingungen für z.B. die Geburtshilfe nicht grundlegend verändern, wird es in Bad Aibling nie wieder eine entsprechende Station in der Klinik geben.

    Selbst ein ganz zentrales Element unseres Lebens – die Geburt – ist durch die Krankenkassen längst vollständig durchkommerzialisiert und nicht mehr „wirtschaftlich“.

    An solchen nicht zuletzt ethischen Fragen bzw. Problemen muss sich unsere Gesellschaft in Zukunft messen lassen!

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    1. Ja! Und das ist schockierend und beschämend zugleich!

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  2. Was ist denn aus unserem Land geworden? Nicht mal Geburten können wir uns noch leisten?
    Für alles andere haben wir Geld echt unglaublich.
    Deshalb brauchen wir Zuwanderer.
    Denk mal darüber nach.

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  3. Für so was hat die Regierung keine 150 Millionen übrig!
    Na ja, ist ja a ned so wichtig wie Air Berlin 🤔

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  4. Bedauern bald auch in Wasserburg?

    Jetzt gilt es aufzuwachen und sich zu engagdieren.
    Wenn diese Entwicklung nicht gestoppt wird, ist es nicht völlig abwägig, dass wir in wenigen Jahren einen ähnlichen Artikel lesen, indem mit Krokodilstränen das Ende der Geburtshilfe in Wasserburg verkündet wird. Aber es gibt dann ja noch die Kliniken in Rosenheim und München….

    Hat eigentlich die Stadt, der Bürgermeister, unser Stadtrat hierzu Meinung oder gar eine Position?
    Hier wäre es gut Stellung zu beziehen uns Farbe zu bekennen.
    Arsch hoch sonst kommt das Bedauern auch nach Wasserburg!

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    1. Es gibt doch nur noch Rückschritte! Bald müssen Frauen ganz allein Zuhause entbinden, so wie im Mittelalter! Schon mehr als traurig. Kein Wunder, wenn die Geburtenrate wieder sinken sollten. Hebammen und Pflegepersonal haben in unserem Staat echt die schlechtesten Karten. Menschen die sich was leisten und für unser Wohl sehr hart arbeiten, werden finanziell in Stich gelassen! Beschämend!

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    2. Die Frage ist ja nicht, ob Stadt, Bürgermeister und Stadtrat hierzu eine Position oder Meinung haben, sondern ob die Genannten auch Einflussmöglichkeiten haben, an den im Artikel genannten Rahmenbedingungen, insbesondere den „extrem hohen Versicherungsprämien“ etwas zu ändern. Vermutlich eher nicht. Auch in Bad Aibling werden es Stadtrat und Bürgermeister geschlossen ziemlich doof finden, dass dort jetzt mit der Geburtshilfe erst einmal Schluss ist. Aber das hilft nicht wirklich weiter, denn nur mit „Stellung beziehen und Farbe bekennen“ wird man nichts zum Besseren ändern.
      Farbe sollten im aktuellen Wahlkampf eher die örtlichen Bundestagskandidaten bekennen – schließlich ist das ein bundesweites Problem, dessen Lösungskompetenz auch bei der Bundespolitik anzusiedeln wäre.

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