Ab heute: Bayern lockert die Stallpflicht!

Nur noch örtlich begrenzte Aufstallungspflicht bei neuen Nachweisen der Geflügelpest

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Eine erfreuliche Nachricht: Eier können – rechtzeitig vor Ostern – bei uns wieder als Freilandeier vermarktet werden: Denn Bayern lockert ab heute die Stallpflicht! Das gab die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf am heutigen Donnerstag in München bekannt. Das aktuelle Geflügelpest-Geschehen bei Wildvögeln in Bayern sei in den letzten Wochen rückläufig. „Die allgemeine Stallpflicht für ganz Bayern wird gelockert. Ab sofort gibt es nur noch eine örtlich begrenzte Aufstallungspflicht bei neuen Nachweisen der Geflügelpest. Damit sind bis auf weiteres auch wieder Ausstellungen und Märkte möglich. Eier können wieder als Freilandeier vermarktet werden“, erklärt Scharf. Auch das Landratsamt Rosenheim gab am Nachmittag dazu eine Presseerklärung heraus …

Das Umweltministerium hat die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden gebeten, die Maßnahmen zum Schutz des Nutzgeflügels an die aktuelle Lage anzupassen. Die erhöhten Bio-Sicherheitsmaßnahmen auch in Kleinbetrieben gelten weiterhin.

Vogelgrippe: Wildmonitoring wird intensiviert
Um eine erneute größere Ausbreitung der Vogelgrippe in der Wildvogelpopulation rasch zu erkennen, führt Bayern das bestehende Wildvogelmonitoring intensiv weiter.

Scharf: „Das konsequente Handeln der Veterinärbehörden und die Vernunft der Geflügelhalter haben ein großflächiges Übergreifen der Geflügelpest auf Nutztierbestände in Bayern verhindert. Dennoch beobachten wir die Situation weiterhin genau und stehen in engem Kontakt mit den Behörden des Bundes und der Länder. Wenn es die Situation erfordert, werden wir weiterhin konsequent im Sinne der Tiergesundheit und der Seuchenbekämpfung handeln.“

Da immer wieder Situationen eintreten können, die eine Stallpflicht für das Geflügel notwendig machen, sollten sich Geflügelhalter grundsätzlich Gedanken machen, wie die Auswirkungen derartiger Schutzmaßnahmen in Zukunft möglichst gering gehalten werden können, heißt es aus München.

Und das ist die Presseerklärung des Rosenheimer Landratsamtes aktuell am Nachmittag dazu:

Es gibt wieder Freilandeier!

Die Aufstallungsgebote in Stadt und Landkreis Rosenheim werden aufgehoben.

Alle privaten und gewerblichen Tierhalter können ihr Geflügel wieder ins Freie lassen. Das vom Amt für Sicherheit und Ordnung der Stadt sowie vom Sachgebiet Gesundheits-, Veterinär- und Gewerberecht im Landratsamt Rosenheim Mitte November 2016 erlassene Aufstallungsgebot wird aufgehoben.

Auch die Durchführung von Börsen und Märkten mit Geflügel oder Vögeln ist wieder möglich. Dr. Michael Helbing, der Leiter des Staatlichen Veterinäramtes weist aber ausdrücklich darauf hin, dass die vom Bundeslandwirtschaftsministerium erlassene „Verordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen“ bis 20. Mai gültig bleibt.

Die Verordnung kann auf der Internetseite www.landkreis-rosenheim.de unter der Rubrik „Veterinärwesen“ nachgelesen werden. Mit der Aufhebung der Allgemeinverfügung setzen die Stadtverwaltung Rosenheim und das Landratsamt Rosenheim eine Vorgabe des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz um.

Das Ministerium wiederum begründet ihr Vorgehen mit Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelüberwachung, wonach beim Hausgeflügel in den letzten Wochen keine weiteren Fälle nachgewiesen und die Untersuchungen von Wildvögeln auf ein rückläufiges Krankheitsgeschehen hinweisen.

Das Staatliche Veterinäramt Rosenheim schickte bisher 88 Proben von toten Wildvögeln ein. 38 davon wurden positiv auf Aviäres Influenza Virus H5 getestet. Der letzte positive Befund stammt von einer Lachmöwe, die am 1. Dezember tot aufgefunden wurde. Im Unterschied zu anderen Landkreisen blieben die privaten und gewerblichen Tierhalter in Stadt und Landkreis von der Geflügelpest verschont.

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