Von der Werkstatt direkt ins Gefängnis

Schleuser wollte Wagen richten lassen - Acht Syrer mit drei Kindern als Mitfahrer

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BlaulichtDas hatte er sich sicher anders vorgestellt: Die Schleusertour eines 41-jährigen Kolumbianers endete gestern hinter Gefängnismauern. Kaputte Bremsen seines Fahrzeugs hatten den Menschenschlepper zum Halt in einer Rosenheimer Kfz-Werkstatt gezwungen. Dort wurde er festgenommen. In seinem Wagen befanden sich elf Syrer ohne Papiere. Dem Inhaber der Kfz-Werkstatt kam das italienische Fahrzeug mit den zwölf Insassen offenbar „spanisch“ vor. Er verständigte die Rosenheimer Polizei. Zu Recht: Bei der Kontrolle durch die Beamten stellte sich heraus, dass lediglich der kolumbianische Fahrer Dokumente dabei hatte. Seine elf syrischen Mitfahrer, darunter drei Kinder …

… konnten sich nicht ausweisen, sagt die Polizei am späten Freitagnachmittag. Der 41-jährige Südamerikaner gab an, die Gruppe in Monza (Italien) abgeholt zu haben. Ein Bekannter habe ihm 1.000 Euro für die Fahrt bis nach Berlin versprochen. Er habe nur das Geld vor Augen gehabt und nicht einmal gewusst, wie viele Personen er transportierte. Auch, dass der zur Verfügung gestellte Wagen in einem so schlechten Zustand war, habe er nicht erkannt.

Nach der Reparatur der Bremsen hätte die Fahrt bis nach Berlin gehen sollen. Ersten Ermittlungen der Bundespolizei zufolge hatten die Geschleusten insgesamt 5.000 Euro an den Mittelsmann zahlen müssen. Ihr eigentliches Ziel sei Dänemark beziehungsweise Schweden gewesen.

Die syrischen Erwachsenen im Alter von 29 bis 41 Jahren brachten für sich und ihre Kinder Asylgesuche vor. Sie konnten einer Flüchtlingsaufnahmestelle in München zugeleitet werden. Ihren Fahrer lieferten die Bundespolizisten, die nun wegen Einschleusens von Ausländern ermitteln, zur Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt Traunstein ein. Der Mann wird sich strafrechtlich verantworten müssen.

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