Lkw an Allerheiligen gestoppt

Gefähliche Ladung, gefährliches Fahrzeug

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BlaulichtWasserburg – In der Nacht von Donnerstag auf Allerheiligen erregte ein türkischer Sattelzug die Aufmerksamkeit eines Beamten des Schwerlastkontrolltrupps in Wasserburg. Bei der Kontrolle des Richtung Istanbul fahrenden Gespanns stellte sich anhand der Ladepapiere schnell heraus, dass aufgrund des Feiertagfahrverbots der Sattelzug eigentlich auf einem Parkplatz zu stehen hätte. Das war aber nur der Anfang. Der Lkw-Fahrer hatte sich gleich mehrerer Vergehen schuldig gemacht. 

Mit satten 90 km/h war der Sattelzug kurz vor der Kontrolle auf der B304 bei Wasserburg unterwegs gewesen. Die Ladung (Pflanzenschutzmittel, Schmieröle und Maschinenbauteile) waren derart miserabel gesichert, dass eine einfache Nachsicherung durch den Fahrer schier unmöglich war. Zudem machte ein verdächtiges „Zischen“, welches unter dem Lkw zu hören war, den Beamten stutzig.

Der Lkw wurde zur weiteren Untersuchung in eine Verwahrstelle gebracht und dort technisch von einem Sachverständigen untersucht. Das Ergebnis war katastrophal: Ein defekter Reifen, ein durchrosteter Druckluftbehälter der Bremsanlage, ein defektes ABS-System und ein fast abfallender Unterfahrschutz führten zum Urteil „verkehrsunsicher“. Neben der sofortigen Beseitigung der Mängel muss sich die türkische Transportfirma auch um eine komplette Umladung der Fracht kümmern. Hierzu ist aber schweres Gerät nötig.

Bis zur völligen Instandsetzung, Beseitigung aller Mängel und Hinterlegung einer Strafkaution von über 800 Euro bleibt der Sattelzug sichergestellt.

Die türkische Transportfirma ließ die Polizei aber nicht im Regen stehen. Seitens der Polizei wurde ihr Hilfestellung gegeben und mehrere Ansprechpartner für Reparatur und Umladung genannt. Ob nun die türkische Firma angesichts der hierzulande gängigen Preise einen Trupp aus Istanbul schickt, oder lieber den sauren Apfel schluckt und die Reparatur durch eine deutsche Fachwerkstätte durchführen lässt, ist noch nicht geklärt. In der Verwahrstelle haben Fahrer und Disponent zumindest jede Menge Zeit, darüber nachzudenken.

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