Heroin im Darm versteckt

Kripo stoppt Dealer auf B304 - Schlag gegen regionalen Handel

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Landkreis – Gleich fünf Festnahmen: Den Drogenfahndern der Rosenheimer Kripo ist jetzt zusammen mit Kollegen weiterer Behörden ein empfindlicher Schlag gegen den regionalen Rauschgifthandel im Landkreis Rosenheim gelungen. Zwei Rosenheimer, ein Priener und zwei Männer aus Seebruck und Eggstätt befinden sich in Untersuchungshaft.

Die Fahnder konnten bereits vor etwa zwei Wochen in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen aus Augsburg und dem Rauschgifteinsatzkommando des Bayerischen Landeskriminalamtes einen 35-jährigen Mann aus Lesotho an seinem Wohnsitz in Rosenheim festnehmen, als er etwa 50 g Heroin verkaufen wollte, teilte die Kripo heute mit. Gegen den amtsbekannten Dealer wurde die Untersuchungshaft angeordnet. Die Folgeermittlungen führten die Beamten zu einem 43-jährigen Angolaner, ebenfalls aus Rosenheim, in dessen Wohnung weitere rund 100 g Heroin beschlagnahmt werden konnten. Da dieser einschlägig vorbestrafte Drogendealer zunächst flüchtig war, wurde auch gegen ihn Haftbefehl erlassen. Am vergangenen Montag konnte er schließlich von Beamten der Zivilen Einsatzgruppe Rosenheim in seiner Wohnung dingfest gemacht und in Haft genommen werden, heißt es heute in einer Pressemitteilung.

Am vergangenen Wochenende legten sich die Rosenheimer Drogenfahnder zusammen mit ihren Kollegen vom Rauschgifteinsatzkommando die ganze Nacht über auf die Lauer, weil sie nach internen Erkenntnissen mit der Rückkehr von drei Drogenhändlern aus dem Landkreis Rosenheim von einer Drogenbeschaffungsfahrt nach Holland rechneten. Der Aufwand und die Mühe wurden laut Polizei belohnt, nachdem die drei Männer im Alter von 44, 38 und 36 Jahren aus Seebruck, Prien und Eggstätt letzten Sonntagmittag auf der B 304 in Zorneding mit ihrem Leihfahrzeug gestoppt und festgenommen werden konnten.

Beschaffungsfahrten aus Holland

Die Beamten staunten nicht schlecht, als sich schließlich jeder der drei Beschuldigten in den Räumen der Rosenheimer Kriminalpolizei freiwillig und eigenhändig je zwei Plomben mit jeweils rund 40 g Heroin aus dem Enddarm entfernten. Dadurch konnten die Beamten auf diese relativ ungewöhnliche Art und Weise insgesamt rund 240 g Heroin als Beweismittel sicherstellen. Der Initiator der Schmuggelfahrt, der 38-jährige Priener, räumte inzwischen weitere rund 20 Beschaffungsfahrten mit einem Gesamtumfang von etwa zwei Kilgramm Heroin nach Holland ein.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein erließ der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Rosenheim gegen alle drei Tatbeteiligten Haftbefehle wegen eines Verbrechens der illegalen Einfuhr von Heroin in nicht geringen Mengen. Sie wurden aus Trennungsgründen in verschiedene Haftanstalten eingeliefert.

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