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Gedanken zur Wasserburger Altstadtbahn von unserem Leser

Dietmar Gebert aus Edling

Und täglich grüßt die Altstadtbahn! Na ja so oft doch nicht. Aber regelmäßig wird die Altstadtbahn, wie die berühmte Sau, durch’s Dorf getrieben.

Ich muss zugeben, dass auch ich die Befürworter der Altstadtstrecke belächelt hab, die um eine Reaktivierung kämpfen wie Hans Moser im „Sündenbock von Spatzenhausen“ um seine Eilzugstation. Vor einiger Zeit habe ich mit einem höchst engagierten Befürworter der Bahn, egal ob Filzenexpress oder Altstadtbahn ein interessantes Gespräch geführt. Er nannte viele gute Ansätze, die sich schwer von der Hand weisen ließen. Auf die Fragen der Machbarkeit und des Betriebes wusste er plausible Antworten.

Auch eine Podiumsdiskussion im Frühjahr dieses Jahres in Pfaffing brachte interessante Aspekte, die auf den ersten Blick für die Bahn sprechen. Nur beim Punkt der Finanzierung kamen mir immer wieder Zweifel.

Wenn man nämlich die Bahnbefürworter hört, dann ist das alles ganz easy, ja mit einem privaten Investor sogar für Peanuts zu haben. Wenn das so wäre, warum hat dann noch keiner das ganze Projekt schon vor Jahren in die Hand genommen? Vermutlich weil keiner genau vorhersagen kann, wie viel das Ganze kostet und niemand die Verantwortung dafür tragen will, wenn’s mal wieder mehr kostet und erfahrungsgemäß kostet es immer deutlich mehr.

Altstadt

Es geht hier nicht darum, mal schnell ein wenig sauber zu machen und neu zu streichen. Der Gleiskörper ist streckenweise gar nicht mehr zu erkennen oder gar nicht mehr da. Bahnübergänge, Signal- und Sicherungsanlagen und die Kommunikation dafür müssten neu errichtet werden. Soweit ich mich erinnere kostete der Umbau zur Verkehrssicherung eines Bahnübergangs auf der Filzenexpressstrecke vor Jahren weit mehr als eine viertel Million. Dazu kommt noch als größter Posten der Lückenschluss an der Abbruchstelle, einem offensichtlichen Schwachpunkt der Strecke, denn der Gleiskörper verschwand an selber Stelle schon mal in den 20er Jahren in Richtung Inn.

Alles in allem, ob jetzt schön gerechnet oder nicht, eine riesige Investitionssumme die erst mal, egal von wem, aufgebracht werden muss. Wenn man nun die Kosten für Betrieb und Unterhalt der Strecke mit einrechnet, braucht es täglich zu den Romantikern und Nostalgikern tatsächlich eine große Menge an Schulkindern und Berufspendler, um die Strecke kostendeckend zu nutzen. Was aber am meisten nervt, ist die Tatsache dass beim Thema Altstadtstrecke sofort die Firma Meggle an den Pranger gestellt wird.

Bei manchen Zeitgenossen bekommt man das Gefühl, dass es nur darum geht, Meggle eines auszuwischen, um sich tierisch darüber zu freuen, wenn sich eine Entscheidung wieder um Monate verzögert. Was ist daran so verwerflich, wenn ein Unternehmen nach fast drei Jahrzehnten auf eine verlässliche Entscheidung drängt, um wichtige Planungen für die Zukunft des Unternehmens voran zu treiben? Ist es verkehrt, wenn ein Unternehmen damit argumentiert, einer der größten Arbeitgeber und Steuerzahler der Stadt zu sein? Jedes Unternehmen würde so argumentieren.

Frau Hof-Hippke sollte in diesem Zusammenhang mal überdenken, womit die zwei Drittel Zuschuss, die die VHS von der Stadt erhält, finanziert werden. Ungeachtet der Steuern und Abgaben ist es das weite und großzügige, soziale Engagement der Firma Meggle, das viele Projekte in und um Wasserburg am laufen hält.

Wie stellt sich Herr Stadler die Gesprächsbereitschaft und das Interesse der Firma Meggle zum Thema Altstadtbahn vor? Nach fast dreißig Jahren sollte man sich von der Altstadtbahn verabschieden. Stattdessen sollte daran gearbeitet werden, Wasserburg in den Bereich des MVV zu bringen. Hierzu sind schon wichtige Schritte gemacht worden. Wenn man nun noch das Geld, das eine Ertüchtigung der Altstadtstrecke verschlingt in die Elektrifizierung der Strecke Ebersberg-Wasserburg investieren würde, um so an das S-Bahn Netz zu kommen, so wäre das für die Region mit Sicherheit ein Mehrwert.

Zum Ausbau B 15 – B 15 neu schreibt uns Dietmar Gebert aus Edling:

So, was jetzt nun. Wieder einmal halten sich die Damen und Herren in Berlin bedeckt und wieder darf oracelt werden, was man denn nun mit der B15 machen soll. Des Bürgers Wille steht nicht zur Debatte, das ist ja sowieso klar.

Das bei der Planung neuer Straßen oder der Erweiterung der bestehenden Trassen immer Interessen der jeweiligen Anwohner tangiert werden, ist klar. Keiner möchte direkt neben einer Schnellstraße wohnen. Da darf man ruhig vom Floriansprinzip reden.

Das Gespenst der B15 neu spukte schon vor mindestens dreißig Jahren bei uns in der Gegend rum. Gut zwei Jahrzehnte herrschte jetzt eigentlich Ruhe und der Ausbau der alten B15 machte kleine, aber merkbare Fortschritte. Und genau dort sollte jetzt weiter gemacht werden. Nachdem wieder einmal ein Mensch auf so tragische Weise auf der B15 um’s Leben kam, werden natürlich die Rufe nach einem vernünftigen Ausbau laut.

Aber selbst ein Ausbau oder Neubau auf Autobahnniveau wird hier keine Lösung bringen, weil derartige Unglücke unabhängig von der Straßenart immer wieder passieren. Es ist ja noch keiner auf die Idee gekommen, die Stecke von Edling über Albaching nach Hohenlinden autobahnähnlich auszubauen. Zugegeben gibt es auf der B15 Passagen, die man wegen ihrer Unfallhäufigkeit verändern müsste.

Warum damals keiner auf den Gedanken gekommen ist, den Ausbau der B15 nach der Ortsumführung Hochstätt geradlinig bis Rott weiterzuführen ist mir ein Rätsel. Dies wäre allemal billiger als ein kompletter Neubau durch eine der schönsten Naturlandschaften unserer Gegend. Alleine, was die Planung an Geld verschlingt, dafür lassen sich viele Kilometer der alten B15 auf einen ordentlichen Stand bringen.

Sollte dann noch die eine oder andere seltene Kröte oder Fledermaus auf der neuen Trasse heimisch sein, werden für Gutachten und Planungsänderung nochmals Millionen verpulvert. Und während unser Staat dann mit einer nach der anderen Bürgerinitiative prozessiert, fahren wir noch viele Jahre oder Jahrzehnte auf dem Flickwerk B15 alt.

Viele Orte, durch die die alte B15 führt, haben schon ein Konzept zur Ortsumfahrung im Schreibtisch, dessen Umsetzung aber u.a. daran scheitert, weil in Berlin die Mittel zurückgehalten werden, weil man was anderes plant.

Vor einiger Zeit fuhr ich auf der B20 von Landau an der Isar Richtung Cham. Das ist für mich ein Beispiel für einen gelungenen Ausbau einer Bundesstraße, auf der man trotz großen LKW-Aufkommen zügig voran kommt. Dreispurig mit wechselseitigen Zweispurbetrieb geben genügend Möglichkeit, sicher an den Brummis vorbei zu kommen.

Ich glaube, dass mit dem Bau der Westtangente in Rosenheim der richtige Anfang gemacht ist und man die ganze Energie in Richtung Ausbau und Erneuerung der alten Trasse stecken sollte. Wenn es dann noch jemand schafft, die Mautflüchtlinge auf den richtigen Weg zu führen, dann ist es nicht nur auf der B15 wieder etwas ruhiger.

Eine schöne Woche noch wünscht … da Dieda aus Edling.

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Zur Veranstaltung von PRO BAHN und Agenda 21-Gruppe Pfaffing – wir berichteten Wer hat den Schlüssel zum Bahn-Bus-Erfolg?schreibt uns Josef Rester aus Pfaffing:

 Ein Appell an den Landrat und an den Kreistag: Tun Sie etwas für uns!

Ab Dezember 2014 soll der Filzenexpress von  Wasserburg  nach Grafing und weiter (meist ohne umzusteigen)  zum Münchner Ostbahnhof in beide Richtungen im Stundentakt verkehren.

Die vielen Pendler nach München, aber auch die in Richtung Wasserburg sind begeistert.

Wie kann man aber noch mehr Pendler aus den beiderseits der Schiene liegenden Ortschaften – vorrangig ging es natürlich um Pfaffing und Albaching – dazu bringen, das Angebot der Bahn vermehrt zu nutzen.

Dies war das Thema der gut besuchten Veranstaltung im Pfaffinger Gemeindesaal. Es diskutierten zunächst auf dem Podium die Vertreter von PRO BAHN,  RVO (Regionalverkehr Oberbayern), RoVG (Rosenheimer Verkehrsgesellschaft), SOB Südostbayernbahn und als Gastgeber der Pfaffinger Bürgermeister, Lorenz Ostermaier. Moderiert wurde das Ganze vom Vertreter der Agenda 21-Gruppe in Pfaffing, Dr. Burghard Müller.

Schon da gingen die Meinungen weit auseinander, insbesondere bei der Frage, ob man den bisherigen Schulbuseinsatz  nicht auch reduzieren oder ganz abschaffen könnte. Auch die Frage, ob man nach Einführung des Stundentaktes die Buslinie 9421 (Wasserburg – Grafing) überhaupt noch benötigt, wurde kontrovers diskutiert.

Etwas später, als dann auch die Besucher der Veranstaltung sich zu Wort melden durften, war es ähnlich: die Meinungen waren sehr unterschiedlich. Nachdenklich wurde man auch als Sebastian Kurzmeier, der Schülersprecher der Fachoberschule in Wasserburg, sich zu Wort meldete. Er stellte klar, dass viele Schüler, vor allem diejenigen, die von etwas weiter her kommen, gerne mit dem Zug fahren würden.

Als Begründung führte er an, „ … mit dem Zug geht es viel entspannter und letztendlich schneller. Mit dem Bus ist man gerade im Berufsverkehr für ein paar Kilometer eine gefühlte Ewigkeit unterwegs.“

Mit großer Aufmerksamkeit im Saal wurde dann das Thema „Erweiterung des Münchner Verkehrsverbundes (MVV)“ verfolgt. War doch jedem klar, dass eine mögliche MVV-Tarif-erweiterung  über Tulling hinaus bis Wasserburg für die Pendler von großem Vorteil wäre. So würden die Kosten für die Fahrkarten im MVV-Tarif um einiges geringer sein als dies derzeit der Fall ist. Die Einbeziehung der Bahnstrecke bis Wasserburg in den MVV gibt es allerdings nicht kostenlos. Der Landkreis Rosenheim, so wurde vom Vertreter der RoVG vorgetragen, hätte in diesem Fall ca.130 000 Euro jährlich an Mehrkosten zu tragen. Warum diese Mehrkosten entstehen und wer in diesem Fall das Geld erhält, wurde nicht dargelegt.

Spätestens an dieser Stelle wurde mir klar, dass bei der Veranstaltung ein kompetenter Vertreter des Landratsamtes fehlte. Denn es geht letztendlich nur ums Geld.

Mit der Erweiterung des MVV-Bereiches werden einige wenige Buslinien der RoVG  nicht mehr notwendig sein. Auch beim RVO könnte es Reduzierungen geben. Und da stehen sich halt  unterschiedliche Interessen gegenüber.

Doch eines ist für mich ganz klar. Die Erweiterung des MVV-Bereiches bis Wasserburg wäre ein guter, erster und entscheidender Schritt für die Lösung der gesamten Pendlerproblematik. Das weiß auch unser Landrat Josef Neiderhell und der für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel zuständige Kreisrat.

Deshalb an dieser Stelle mein Appell an unseren Landrat und den Kreistag: Tun Sie etwas für ihre am weitesten nördlich gelegenen Gemeinden Albaching und Pfaffing, tun Sie etwas für die Stadt Wasserburg und den „Altkreis Wasserburg“.

Um beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) etwas zu verbessern, muss man halt auch mal im nördlichen Landkreis investieren. Wird der MVV bis Wasserburg erweitert, dann ist der ÖPNV in dieser Region auch attraktiv. Der Individualverkehr wird zunehmend geringer werden. Die Folge ist eine nicht unerhebliche Reduzierung der Umweltbelastung durch täglich tausende Pendlerautos.

Soweit so gut! Nach der Installierung des erweiterten MVV-Bereiches wird sich das Problem der Zubringerdienste in einem zweiten Schritt wahrscheinlich leichter lösen lassen als dies heute der Fall ist. So könnte es doch durchaus möglich sein, dass als Zubringer auch MVV- Busse eingesetzt werden können. Diese steuern doch auch weit abgelegene Gemeinden im Nachbarlandkreis Ebersberg an. Warum nicht auch Pfaffing und Albaching?

Und dann im dritten Schritt kann man sich mit dem Problem der Schülerbeförderung per Bahn auseinandersetzen. Der Pfaffinger Bürgermeister, Lorenz Ostermeier, hat sicherlich Recht, wenn er sagt, zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es nicht sinnvoll, die Schüler aus Pfaffing und Albaching mit dem Bus zum Bahnhof nach Forsting zu bringen. In Reitmehring müssten die Schüler dann erneut in den Bus umsteigen, um die Schulen drunten in der Stadt zu erreichen.

Übrigens, da fällt mir ein: Dieses Problem würde es ja gar nicht geben, hätte man die Reaktivierung der Altstadtstrecke seitens des Wasserburger Stadtrates nicht ad acta gelegt. Mit dieser Maßnahme wurden jede Menge Entwicklungsmöglichkeiten im Nah- und Fernverkehr lahm gelegt.

Ich möchte daher nochmals an unseren Landrat, an den Kreistag, an den Bürgermeister der Stadt Wasserburg und an die Bürgermeister von Albaching und Pfaffing den folgenden Appell richten:

Erster Schritt:      MVV-Erweiterung bis Wasserburg

Zweiter Schritt:   Organisation der Zubringerdienste

Dritter Schritt:     Reaktivierung der Altstadtstrecke

Bliebe das Problem des Bahnüberganges in Reitmehring:

Mit der Einführung des Stundentaktes verdoppelt sich voraussichtlich die Zahl der Schließzeiten am Bahnübergang. Und damit verdoppeln sich auch die Stehzeiten für die Autofahrer. Wie dieses Problem zu lösen ist, dafür habe ich nun keinen Vorschlag, denn das Problem ist ja seit Jahren gelöst, zumindest theoretisch. Es fehlt lediglich die Umsetzung.

Vielleicht wäre es gut, diesen Brief auch an all die Bundestagsabgeordneten zu versenden, die sich vor der letzten Bundestagswahl recht medienwirksam am Bahnübergang in Reitmehring gezeigt haben. Und auch an den damaligen Minister Peter Ramsauer, der jetzt keiner mehr ist. Doch der hat einen Parteifreund, und dieser ist zufällig unser Ministerpräsident Horst Seehofer. Der könnt es richten!!!

Josef Rester, Pfaffing

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Da Dieda moand: Züchter verantwortungsvoll

Kommentar zum Aus des Taubenmarktes in Wasserburg

Mit dem Aus des Wasserburger Taubenmarktes nehmen wir unseren Kindern die Möglichkeit, über die Vielfalt an Rassen zu staunen. Jedes Jahr besuchten eine große Zahl von Schulklassen die gleichzeitig zum Taubenmarkt stattfindende Vereinsschau. Wir und Generationen vor uns haben durch die Kleintierzucht den respektvollen Umgang mit Tieren gelernt – ebenso aber auch, dass an jedem Schnitzel oder Burger auch mal ein Tier daran gehangen hat. Erfahrungen die wir auch weitergeben sollten in unserer so sterilen und heilen Welt.

Tierschutz ist eine wichtige Sache, die uns alle angeht und bei der es noch viel zu tun gibt. Hier aber trifft es die Verkehrten, denn jeder Kleintierzüchter, der viel Zeit, Geld und Mühe zum Wohl seiner Tiere investiert, ist sich seiner Verantwortung bewusst.

Ach ja, wenn sie mal wieder beim Discounter vor den Festtagen in der Fleischtheke ein frisches Kaninchen antreffen, dann bedenken sie das dieses auf ganz beengten Verhältnissen, wie in vielen industriellen Zuchtbetrieben, in nur vier Monate gemästet wurde bevor man ihm das Fell über die Ohren zog.

Ein schönes Wochenende wünscht…

da Dieda (unser Leserreporter Dietmar Gebert)

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Da Dieda und Weihnachten …

Servus Huaba!

Gestern hod a große deutsche Boulevard-Zeitung 24 Tips für Weihnachten bereit g’habt. Darunter waren so altbekannte wia, das Zeit werd an Christbam zu kaffa, de letzten Geschenke g’hörn no zamtrogn, de Weihnachtspost wegschicka und übers Essen an de Feiertag soi ma a scho moi nachdengga. Wenn ma de bunten Werbezettl von de Discounter so o schaugt kunnt ma moana das ma an de Weihnachtsdog statt der üblichen drei Mahlzeiten täglich, plötzlich 18 Mahlzeiten eine haut. Oana von de Tips hod mir guad gfoin, wenn da der B’suach lästig werd, einfach Heizung oba drahn dann gengans scho hoam.

A anderer hod dazua grod’n de Bande zum Spazierngeh außi zu schicken damit die Herrin des Hauses a bisserl durchschnaufa ko. Doch dann is mir aufgfoin das sich a Haufa von de Ratschläge mit der Problematik beschäftigt ham, wia ma sich an Weihnachten ned in’d Wolle kriagt oder an de Gurgel geht. Und wia i heid unser Heimatzeitung o schaug, steht auf der ersten Seite ganz groß das an Weihnachten des Herzinfarktrisiko b’sonders groß is. Sauber sog i!

Des Fest der Liebe eine Gefahr für Leib und Leben und des ned blos wegen der Fresserei. Liabe Leut lasst’s de Kirch beim Dorf. De eigentlich stade Zeit war scho stressig g’nua. Niemand muaß an Weihnachten perfekt sein, Schuldzuweisungen und Vorwürfe ham unterm Christbaum nix zum suacha. Setzt’s de Erwartungen an eure Mitmensch’n ned so hoch o. Vui Sachan konn ma scho vorher ausred’n und damit Mißverständnisse vermeiden. Einfach des ganze laffa lassen wias kimmt weil die schönsten Momente kemman spontan und ungeplant.

Da Dieda wünscht eng auf alle Fälle a friedliches und gesundes Weihnachtfest damit ma olle unbeschadet in’s neue Jahre ummirutschn können. So und jetz brauch i meine Kreislauftropfen weil i grod den Malefiz Wetterbericht von Weihnachten g’seng hob und heuer scho wieder koa Schnee in Sicht is, sakradi. A scheene Woch wünscht eng no… da Dieda

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San ganz schee vui ohne Fernseher …

Servus Huaba – des mit dem Weltfernsehtag, wos Du g’schrim host, hod mi hellhörig g’macht. Ned wegam Programm, weil do werd da Schmarrn oiwei irga. Alloa wennst am Nachmittag bei SchreiTL vorbei kimmst, dann muaßt aufpassn, dass koan Hirnschwurgl griagst.

Vor ettliche Jahr hod a Arbeitskollege zu mir g’sogt: “Er braucht koan Fernseher.” Dann hob i mit Unverständnis reagiert, heid konn i eam versteh und mia geht’s genau so. Aber wia g’sogt, interessiert hod mi des scho weil wenn de im Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung gsogt hätten, dass fuchzig oder hundert Haushalte koan Fernseher ham dann hätt i des moi als Rechenfehler oder Zahlendreher so steh lassen.

De sechs Prozent ham mi aber neigierig g’macht und so hob i erst moi nachg’schaugt, wieviel Haushalte hod eigentlich Bayern und des woaß des Landesamt ganz genau ( zumindest für 2012 ). Bayern hod 6,161 Mio. Privathaushalte, wos dann hoast, 369.660 Haushalte ham koan Fernseher. So g’seng würde in a Stod wia Frankfurt am Main bis auf a paar Ausnahmen in koan Privathaushalt a Fernseher steh. Und nachdem in Bayern ein Haushalt statistisch aus 2,06 Personen besteht, san fast 740.000 Menschen in Bayern ohne Glotzkasten. Guad de 0,06 Haushaltsmitglieder san dann wahrscheinlich Hamster, Katzn oder Meerschweindl.

So Huaba, jetz hob i für di glei weida dramt. Weil wenn olle de Haushalte de Wasserburger Stimme les’n würden … Des Problem derfad aber sei, wer koan Fernseher hod, der hod a koan Computer … I jedenfois g’frei mi, wenn in da Wasserburger Stimme wieda interessante Sachan aus unserer Gegend stengan. Na ja und im Fernseher kimmt ab und zua ja doch wos zum o schaug’n. Die besten Grüße… da Dieda

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Servus Hiltrud – i gfrei mi!

A richtiger Bayer lässt se ned vo Äußerlichkeiten leiten

A offener Briaf vom Dieda an die Hiltrud, unsere Neubürgerin

Liebe Hiltrud.

Um es vorweg zu nehmen: Nein, wir schicken Dich nicht mehr nach Hause! Wir Bayern und speziell wir Wasserburger sind ein sehr liberales Völkchen und greifen jeden “Zuagroasten” gerne unter die Arme und zeigen ihm mit großer Geduld, wo da Bartl an Most holt.

In vielen großen Firmen bekommen die neuen Mitarbeiter einen Paten anbei gestellt, der selbige in die Örtlichkeiten und Gepflogenheiten des neuen Arbeitsplatzes einweist. Wer dann integrationsfähig ist. der ist gerne gesehen und darf am bayerischen Savoir Vivre teilhaben. Die Zahlen derer, die bei uns sesshaft werden, sprechen dafür. Ehrlich gesagt hab ich die Hille mit ihren großen und kleinen Wehwehchen schon richtig in’s Herz geschlossen und möchte sie nicht mehr missen.

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Da nun anscheinen unsere Gebete erhört wurden und Amor seine Pfeile in die richtige Richtung geschossen hat, gilt es jetzt die Sache in trockene Tücher zu packen. Dabei scheint die Hiltrud einen echten Kavalier der alten Schule aufgetan zu haben, einen bayerischen Gentleman mit Stil. Keinen Alpen-Casanova, der die wehrlose Hille in ihrer prekären Situation schamlos ausgenutzt hätte. Im Gegenteil. Der Mane sorgt dafür, dass seine neue Bekanntschaft sicher nach Hause kommt, indem er sie unter größter Anstrengung zwei Stockwerke bis zu ihrer Wohnungstür hoch schleppt.

Er scheint ein feinsinniger Mensch zu sein, umspielt er doch galant Hille’s Fauxpas mit dem Geist des Weines und lädt sie zum ersten Date in’s Theater ein. Romantik pur!

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Liebe Hiltrud, du solltest die Sache ganz locker angehen. Der Pickel ist jetzt das kleinste Problem. Ok, die stoppeligen Beine solltest du noch in den Griff kriegen. Aber alle vorherigen Versuche der Partnerfindung mit Aufbrezeln usw. sind im Sande verlaufen, weil der richtige Bayer sich nicht von Äußerlichkeiten leiten lässt. Dein Mane braucht keinen WOW-Effekt mehr, er hat dich kennen gelernt als Hiltrud pur, nichts gekünstelt, nichts gefälscht einfach nur du. Er hat deine Telefonnummer raus gefunden, dich angerufen und ein Date mit dir festgemacht. Er ist DEIN Märchenprinz, der an dir vorüber reitet – also rauf auf’s Pferd. Und wenn’s jetzt kein Chipendale ist, Stil und Anstand hat er auf alle Fälle und das ist heute schon ein großes Kapital.

Einen zauberhaften Abend mit richtig vielen Schmetterlingen im Bauch

wünscht dir und dem Mane … da Dieda

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Die Hiltrud und … is denn Bayern wirklich so kompliziert?

Fragt sich da Dieda!

Die Hiltrud kann einem aber auch leid tun. Unsere “heiße Theke” aus Westfalen trifft es momentan ja knüppeldick. Das mit dem Banker in der letzten Woche hat ja in die Hose gehen müssen. Wenn sich hier in der Provinz ein junger Mann für eine Bankkaufmannslehre entscheidet, er die Krawatte bindet, ohne sich selbst zu strangulieren, den Startknopf für den Kugelschreiber blind trifft und dann die Kästchen auf dem Überweisungsträger nicht mehr als Kreuzworträtsel sieht – dann beginnt er sein Leben zu planen. Frei nach dem Motto: Einen Bären töten, einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und ein Kind zeugen, wird hier nichts dem Zufall überlassen. Wir wollen ja nicht die eine oder andere Förderung und Prämie liegen lassen.

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Selbst bei der Auswahl seiner Frau geht der junge Banker kein Risiko ein, denn schnell kann sich hier ein schwer kalkulierbarer Kostenfaktor entwickeln. Wer sich dann erfolgreich und solide, im privaten wie im geschäftlichen Bereich, hervor tut der bekommt von “seiner Bank” eine Anstellung als Filialleiter. Wenn einer diese Karriereleiter erfolgreich erklommen hat, dann gefährdet er seinen Triumph nicht mit einem amourösen Abenteuer mit einer Fleischereifachverkäuferin. Und während die Hille von ihrem Geld beladenen Hengst träumt, stehen mittags die potenziellen Opfer vor ihrer Theke Schlange, jeder mit gestähltem Körper, Six-Pack und Waschbrettbauch

Die Sache mit den Hunden …

Über die Sache mit den Hunden und deren Hinterlassenschaften braucht’s der Worte nicht viel. Eigentlich sollte es keine Probleme bereiten, den Haufen seines Vierbeiners mitzunehmen. Der Hundeführer von Welt hat dazu seine Plastikbeutel plakativ nacheinander an die Leine geknotet und für die Anderen steht an fast jeder Ecke ein Beutelspender nebst Abfalleimer. Ein neuer Trend ist es, den Beutel mit dem Käckerchen an Ort und Stelle liegen zu lassen. Zumindest geht dabei von dem Haufen keine Gefahr mehr aus.

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Die Hiltrud trifft in ihrer Pechsträhne natürlich voll eine dieser ungeschützten Tretmienen, welche sich dann sofort geschmeidig in das Profil der neuen Schuhe schmiegte. Dass wir Bayern mit einem Seppl-Image zu kämpfen haben, ist klar. Aber ganz dämlich sind auch wir nicht, da hilft auch der naivste Blick nicht weiter. Freiherr Adolph Knigge weiß auch keinen Rat, wie man(n) sich hier verhalten sollte. Selbst ist die Frau! Eine bayerische Dame hätte sich nach diesem Malheur dezent und umgehend einen “Groswosn” gesucht und hätte dann, leise fluchend auf den versch…enen Drecksköter nebst seinem Herrchen, sich deren Hinterlassenschaft entledigt. Selbige wäre niemals auf die Idee gekommen mit der tierischen Trittschalldämmung als Andenken nach Hause zu latschen.

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Die einzigen Männer aus Münster, die ich kenne, kommen regelmäßig im Fernsehen. Ein Gerichtsmediziner, ein Kriminalkommissar und dessen Vater. Alle drei recht angenehme Männer – jedoch ohne feste Beziehung zu einer Frau. So nach und nach weiß ich auch, warum…

Ein schönes Wochenende wünscht eng – da Dieda.

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Die Antwort eines Mannes – vom Dieda

… an die Wasserburger Neubürgerin Hiltrud

Heute habe ich meine Tastatur gleich auf Hochdeutsch gestellt. Die emotionale Schieflage unserer Westfälischen Hormonnudel trifft mich voll. Ist es der tägliche Umgang mit rohem Frischfleisch oder der schwindende Vorrat an Wechselwäsche, der die Hiltrud so wuschig macht? Egal, ein Mann muss her! Aber das dürfte etwas schwierig werden, weil das Problem nicht bei uns Männern, sondern an dem Katalog an Anforderungen liegt.

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Es ist eben schwierig die männliche, eierlegende Wollmilchsau zu finden. Eine Frau, die ein solches Exemplar zu Hause hat, wird dieses zu schätzen wissen. Männer in dem in Frage kommenden Alter, also Best Agers, leben meist in einer festen und intakten Beziehung. Der andere Teil dieser Gruppe hat keine Lust mehr zum Maschinisten des Waschautomaten oder Staubsaugers ihrer Partnerin degradiert zu werden. Gundolf aus Münster weiß, was ich meine. Natürlich helfen wir Männer unserer Liebsten gerne nach besten Wissen und Können und immer im Rahmen unserer Möglichkeiten bei der Hausarbeit. Schließlich haben wir ja lange um die Emanzipation gekämpft. Eine Frau ,gerade im reiferen Alter, muss auch mal einsehen, dass man nicht immer Handelsklasse 1 bekommt und vielleicht mit der B-Sortierung zufrieden sein muss, welche geschält und richtig zubereitet ganz lecker sein kann. Vor allem aber, richtig behandelt und gepflegt, bleibt einem der Partner erhalten und geht nicht an einen Jüngere, Hübschere…und,und,und verloren.

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Das andere Thema ist, zwangsweise sind nicht alle Mädels die beim Discounter an der Kasse sitzen, von minderem IQ. Vielmehr ist es ein Schutzreflex, damit die Damen nicht nach acht Stunden am Rad drehen und einer nörgelnden Kundschaft oder einem plärrenden Schropp die Kehle durchbeißen. Die Szene, welche die Hiltrud erlebt hat, war nur eine Momentaufnahme, für die Dame an der Kasse ist das die Regel. Darum größte Hochachtung an die Mädels, die täglich, oft für eine unwürdige Entlohnung, aber trotzdem mit einem freundlichen Lächeln, an der Kasse sitzen. Nun hoffen wir noch, dass sich der Hille ihr Problem bald löst. Die Wasserburger Stimme organisiert ja schon ein Ü30 treffen….!

Ein schönes Wochenende vom Dieda (= Leserreporter Dietmar Gebert)

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 Von unserem Leserreporter Dietmar Gebert

Wos dei Lebtag nimma vagisst …

Zum 25. Todestag von Franz Josef Strauß

Eigentlich woit i ja scho zum Bussi Schorsch sein Abgang wos schreibn,
aber des war ja schod um’d Zeit g’wesen. Ned RTL II hod entschieden,
sondern da mündige Bürger, der ned z’faul war, den Aus-Knopf zu drucka.
“Regnet populus”…und des is guad so.

A bisserl nachdenklich macht mi do eha an Franz Josef Strauß sei
Sterbedog oder eigentlich der Dog, an dem’s im Radio bracht ham, dass er
beim Jagern zammbrocha is und dass eam ned guad geht. Des san soiche Dog,
des’d dei Lebtag nimma vergisst – wia an 11.September oder wia da Günter
Schabowski verkündet hod, dass zwischen Deutschland koa Grenz mehr gibt,
wos’d genau woast, wos’d warst und wos’d do host.

Und genau so war’s aa am
1. Oktober 1988, Samstag Nachmittag. In Seoul war’n de Olympischen
Spiele und in Minga as letzte Oktoberfest-Wochenende im vollen Gange. I
hob dahoam mei Bude umbaut und dann a soiche Nachricht. D’rauf großes
Bangen, ob er’s schafft und am Montag in da Arbad dann de Nachricht das
er verlor’n hod.

Für mi is jetz zwar koa Welt zambrocha, aber traurig war
i scho, weil da Franz Josef, i war do knapp 23 Jahr oid, mei politische
Ausrichtung geprägt hod – von da Vorbildfunktion ganz zu schweigen. Sei
Aussage: “Song wos ma denkt und doa wos ma sogt!” hob i scho im
Hinterkopf behoit’n. Und wenn ma heid moi bei Youtube den oan oder
andern Filmschnippsl o’schaugt mit seine Red’n, dann sigsd erst, wos für a
begnadeter Rhetoriker er war, der koana Antwort verlegen war und sein
politischen Gegner aus’m Stehgreif de Fakten um de Ohr’n g’haut hod,dass
dem hör’n und seh’n verganga is.

Da oanzige von dem selb’n Hoiz is da
Helmut Schmidt. Soiche Leid finds’t heid nimmer leicht, aber
Lichtblicke san scho do. Bitte jetz ned verwechsl’n mit Lichtgestalten.
An dem Freitag nach seim Tod bin i dann in Stoahart, über Pfaffing,
g’standn und hob g’hofft das der Konvoi mit’m Franz Josef auf’m Weg nach
Rott do vorbei kimmt und tatsächlich hams dann den Weg g’nomma und
“unsern Landesvater” is a paar Meter von mir vorbei g’fahrn…

Später, wenn
i grod in Rott war und Zeit g’habt hob, bin i dann no a paar Moi bei eam
in da Kaisergruft g’wesn. Glei nach da Beerdigung is ja zua ganga, irga
wia am Aschermittwoch in Passau. Wenns ma aussegeht, werd i mir a no de
Ausstellung o’schaugn.
Und so glab i,dass er heut im bayerischen Himmel auf seiner Wolke sitzt
und eigentlich recht zufrieden mit seine Bayern is – auch wenn vielleicht
beim Frohlocken statt dem Halleluja ab und diam blos no a …luja raus
kimmt. Außerdem werd er an Petrus zur Hand geh, den wia hoaßt’s so schee
beim Brandner Kasper: “S‘ Paradies is do, wo oana is, der aufpasst das
koa Depp eina kimmt!”

An scheena Tag der deutschen Einheit wünscht eng … da Dieda

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Hier ein Beitrag von unserem Leserreporter Dietmar Gebert zum Besuch von Innenminister Herrmann bei der Polizeiinspektion Wasserburg (siehe Bericht unter Wasserburg aktuell „A scheene Dienststelle schaut anders aus …“ vom 9. August)

Hurra, jetz is Wahlkampf …

… und do hams unsere Volksvertreter b’sondas gnädig. Aber dass se do glei unser oberster bayerischer Sicherheitswächter, da Hermann Joachim nebst da Biechl Annemarie de Ehre gibt, Respekt. Dem Herrmann sei Entsetzen kaf i eam a ob. Wer unser Polizeiinspektion in Wasserburg kennt, der werd eam a beipflichten, weil a Anblick is des fei nimmer. Da letzte Maler derfad do gwesen sei wias Petroleumlicht obg’schaft ham und wennst a Tür zuamacha mechst dann sogt da Polizist zu dir freundlich und a bissal verschämt, dass das ruhig off lassen konnst, weils e ned zua bleibt. Das do da oane oder andere ned so vui Freid am Dienst hod, verständlich.

Aber jetz kemma zum Wahlkampf und do werd scho wieda versprocha, dass auf koa Kuahaut geht. Kost ja nix. A neie Polizeiinspektion is ja scho seit mindestens zwanzig Jahr im Gespräch und zwar z’Gabersee am Hopfastangl-Kreisel, do war da Herrmann no gar ned im Amt. Ned vui besser is mit der Verkehrsregelung in Reimaring. Do hod se da Ramsauer Peter recht werbewirksam mit n‘ Meggle Toni fotografiern lass’n, war a ganz entsetzt über de Zuaständ in Reimaring und hod gmoand, dass ma do wos macha muaß.

G’macht hod dann de Rote Frau Graf wos. Ganz werbewirksam hod’s nämlich des G’fui aufkemma lass’n, dass jetz boid losgeht mit dem Bau. In Wahrheit hod da Rechnungsprüfungsausschuß blos ned richtig na g’sogt. Des is dann ungefähr wia beim Golfspuin, wennst de g’freist, dasd an Hole-In-One host, aber der Ball immer no am Abschlag liegt. Und so wearn ma de nächsten Wochan no vui Versprechen hearn und wennst dann frogst wos mit de uneingelösten Versprechen von da letzten Wahl is, werns da sogn: “Ja mei, do host a neis Versprechen!” Oiso wunderds eich ned, wenn a moi da Papst in Reimaring am Bahübergang steht oder zur Polizeiinspektion in Wasserburg kimmt, denn der hod a versprocha, das er do hi geht, wo de Not am größten is. A scheens Wochenend wünscht eng… da Dieda

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Die Geschichte der Stadt Wasserburg

Das alte städtische Krankenhaus Im Hag, um 1950.

Das alte städtische Krankenhaus Im Hag, um 1950.

… die möchte unser Leser Max Brand, ein gebürtiger Wasserburger, der die Landkreis-Auflösung 1972 miterlebt hat, gern an dieser Stelle a bissal aufleben lassen – zumindest in der Erinnerung. Passend zum neuen WS-Autokennzeichen und „weil ja viele junge Leute diese Veränderung der Altstadt um 1970 bis 1990 überhaupt nicht mehr kennen.“ Dabei sei gerade die Veränderung der Altstadt wichtig: z.B. gab’s ja einen Durchgangsverkehr der B 304 am Marienplatz mit dem Kreishaus, Rathaus, der Neustraße. Auch der Inndamm (ohne Hochwasser-Freilegung) sowie das alte Feuerwehrhaus am Rathaus und die alte Mittelschule und das Frühlingsfest und die Eisbahn sowie die regelmäßigen Überschwemmungen am Gries seien ebenfalls Geschichte,

Wer hat alte Bilder von der Stadt Wasserburg aus der Zeit um 1960/1970? Bitte uns zumailen (eventuell abfotografieren oder scannen) oder zuschicken oder im Redaktions-Briefkasten (Bauernschweizer-Durchgang in Wasserburg) einwerfen – wir veröffentlichen sie gerne …

Der Landkreis Wasserburg am Inn (Kfz-Kennzeichen ab 1956: WS) mit Sitz des Landratsamtes in Wasserburg wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst und sein Gebiet den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf, Erding und Ebersberg zugeteilt. Der Landkreis umfasste vier Märkte und 22 Gemeinden. Der Landkreis Wasserburg hatte eine Fläche von rund 654,38 Quadratkilometern – mit 62 vorwiegend ländlichen Gemeinden mit 1352 Orten, Weilern und Einöden. Die Bevölkerung betrug annähernd 50.000 Einwohner (Stand 1962).

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A SOMMERNACHT IN DA STOD

Wasserburg Sommernacht_21 07 13 Mond BearbeitetWia i gestern auf’d Nacht auße geh, lacht mi der Mond o und wer so schee lacht, der g’hert a fotografiert. Siehe mei Buidl. Dann hod mi aber der Rappe packt und i bin in’d Stod nach Wasserburg einegfahrn. Traumhaft war’s! Überoi san’d Leid auf der Straß d’raußen g’wehn oder auf’m Dochgart’n, alle warn guad drauf. Sämtliche Sitzplätz‘ im Außenbereich der Lokale san b’setzt, inklusive der Trepp’n vor da Frauenkirch‘. Ois ganz easy und relaxt. Drom auf da Aussicht ham se a paar Junge z’amm g’hockt mit da Wasserpfeif, heid hoast ma des, glab i, Schischa, und ham den Sonnenuntergang genossen.

Do hod dann de Natur ganz besonders in den Farbkübe eidaucht, des ois ohne oa Wolk’n und mid an riesigen Mond, der boid ois in sei geheimnisvolles Liacht ei’daucht hod. Und wia i do so dahiziag von oan Platz zum andern, denk i mir, an wos für an sakrisch schena Fleck mir doch do dahoam sein derfan.

Das des Andere a wiss’n, zoag’n dann de vui’n auswärtigen Kennzeichen von de Autos auf’m Huaba-Wirt sein Parkplatz. Ned ois ko ma im Buidl festhoit’n, aber i hoff a bissl wos kimmt doch rüber. Oiso dann, it’s Summer in the City. Genieß‘ man so lang, wias geht. I persönlich glab inzwischen scho an an Jahrhundert-Sommer, wünschn dad i uns den olle…

Da Dieda

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Kunstwerke am Inn

Gefunden von Monika Stanner.

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Mit Humor nehmen die Pfaffinger Golfer die Überschwemmungen auf ihrem Platz – folgende Mail erreichte uns am 2. Juni: „Der Pfaffinger Golfclub könnte eine Unterabteilung Kanu Club eröffnen. Aufnahme von heute – Sonntag 10. 30 Uhr – auf der Bahn 9 gemacht. Herzliche Grüße, Franz Alt, Vizepräsident des Golfclubs Pfaffing/Wasserburger Land“.

Foto 1

 

Farbenpracht dank Frühling in der Ledererzeile in Wasserburg – dieses schöne Foto schickte uns Abiturientin Michaela Pfeiffer aus Reitmehring. Dauernd für die Prüfungen lernen geht schließlich gar nicht!

Foto Leserreporterin

 

Die Krokusse blühen: Dieser Schnappschuss gelang unserem Leser Martin Fuchs aus Griesstätt am Wochenende auf dem Heuberg.

Krokusse

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2 Gedanken zu „Leserreporter

  1. Gerhard Brandmaier

    Hallo Wasserburger,
    ich bin in Wasserburg geboren, habe meine Schulzeit in Wasserburg verbracht, bin dann 1962 aus Wasserburg weggezogen, habe meine Berufsausbildung in Berchtesgaden gemacht und bin dann quer durch Deutschland beruflich unterwegs gewesen, seit 1966 bin ich am Niederrhein seßhaft geworden, durch Zufall bin ich auf die Wasserburger Stimme gestoßen, mittlerweile bekomme ich täglich die Wasserburger Online Zeitung ich finde es toll, jeden Tag zu erfahren was in meiner Heimatstadt täglich so geschieht. Zur Zeit lese ich mit Begeisterung was Hiltrud so in Wasserburg erlebt,mal schauen ob sie eine eingebürgerte Wasserburgerin wird.
    Liebe Grüße
    von
    Gerhard Brandmaier

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  2. Müler Wiebke

    Unser Haager Turm!
    Was hat „Neuschwanstein“ mit dem „Haager Turm“, dem Wahrzeichen unserer alten Kulturlandschaft, quasi dem „Eintrittssymbol“ von Südostbayern zu tun! Zunächst, sicher nichts! Beide sind Denkmäler und kosten Geld! Nur, dass das eine Denkmal, keine 150 Jahre alt, auch Geld einbringt und mit dem anderen, dem Uralten, außer Kosten, sich eben keine Einkünfte erwirtschaften lassen! Die geplante Funkanlage im Dach (!) war nicht realisierbar und somit entließ der Freistaat den Turm, in einen, seiner Substanz eben nicht förderlichen Dornröschenschlaf! Motto: „Denkmalschutz hin – Denkmalschutz her! Bringt nix, mach ma nix!“ Und überhaupt! Was erdreisten sich die Haager, so ein Denkmal überhaupt zu haben“! Trotzdem kann man auch ohne bösen Willen, Zusammenhänge erkennen!
    Da hat man in Neuschwanstein ein System aufgedeckt, das so manchen, auch Mitarbeitern der bay. Schlösserverwaltung, hochwillkommene Nebeneinkünfte beschert hat, von denen die Hauptverwaltung nichts wusste, vielleicht auch nichts wissen wollte! Da sind in einem Tresor Gelder deponiert – wieviel weiß man nicht – irgendwer hat die Tresornummern vergessen! Da wurde nicht nur schlampig abgerechnet, sondern auch in betrügerischer Absicht! Die Recherchen einer Münchner Zeitung ergaben, dass es viel Geld gewesen sein muss, um das es jetzt in einem Prozess geht! Im Klartext: Der dem Denkmalschutz verbal ach so zugetane Freistaat, hat sich aus Schlamperei und mangelnder Kontrolle, viel Geld durch die Lappen gehen lassen! Geld, das anscheinend in Neuschwanstein nicht gefehlt hat, sonst wäre ein großer Aufschrei hörbar gewesen! Geld, das z.B. in Haag, unserem Turm sehr gut getan hätte. Aber vielleicht hat man samt Hühneraugen alle Augen zugedrückt, weil man vielen das Geschäft nicht vermiesen wollte, möglichweise weil man auch selber partizipiert hat! Somit ist Haag wieder ein völlig nichtssagender Nebenschauplatz im Irgendwo und die Haager können selber zusehen, wo sie die Gelder zur Sanierung ihres uralten Denkmals her bekommen!

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