Neue Nachbarn in der Burgau

Asyl in Wasserburg: Blick in die erste Bezirks-Gemeinschaftsunterkunft

Es ist die ehemalige Käserei in der Wasserburger Burgau, die ab sofort Wohnraum für bis zu 80 Asylsuchende bietet. Nachdem die Umbauarbeiten Anfang Februar abgeschlossen waren, ziehen heute die ersten zwölf Flüchtlinge in die Gemeinschaftsunterkunft – insgesamt 17 Personen wurden bisher Plätze zugesagt. Ein Tag der offenen Tür bot Nachbarn und Interessierten gestern einen Einblick in die Räumlichkeiten. Kurzfristig hatte die Regierung dazu noch eingeladen …

Petra Dubbert (Bild unten, Mitte), Koordinatorin der Regierung Oberbayern für den Bereich Süd-Ost, verwaltet sieben Häuser für Asylsuchende. Momentan werden in der Region insgesamt 36 betreibergeführte Häuser von der Regierung betreut. Das Familienunternehmen European Homecare betreibt unter der Leitung von Chefin Renate Walkenhorst und Hausverwalter Ulrich Wild die Gemeinschaftsunterkunft in der Burgau.

„Wir möchten, dass in diese Unterkunft hauptsächlich Familien einziehen. Das war auch der ausdrückliche Wunsch des Wasserburger Bürgermeisters Michael Kölbl„, betont Dubbert die bisherige Planung. Interessant dieser Aspekt: Außerdem plädiert sie für eine „bunte Mischung“ verschiedener Nationalitäten: „Wir möchten keine Inseln und Gruppen in der Unterkunft. Die sprachliche Verständigung unter den Flüchtlingen ist nur dann gewährleistet, wenn jeder eine andere Sprache spricht.“

Am heutigen Tag der offenen Türe herrschte ein großer Andrang: Viele Nachbarn und interessierte Wasserburger kamen, um sich ein Bild von der neuen Unterkunft zu machen. „Man merkt schon deutlich, dass das mal eine Käserei war“, so ein Besucher.

„Die triste Aufmachung der Räumlichkeiten ist dem Umstand geschuldet, dass es sich hier nur um eine Übergangsunterkunft handelt“, so Dubbert zum allgemeinen Tenor, das Haus sei ungemütlich. „Natürlich ist die Einrichtung dementsprechend zweckmäßig. Außerdem sind wir im Vergleich zu anderen Unterkünften wie Traglufthallen sehr komfortabel eingerichtet.“

Auch war der Wasserburger Stadtrat in der neuen Unterkunft vertreten, unter anderem Armin Sinzinger (Freie Wähler), Peter Stenger (SPD) und Sophia Jokisch (Linke Liste), die gleich mal ein Kinderbettchen mit ihrem kleinen Nachwuchs ausprobierte (Bild unten). „Man kann nur hoffen, dass das kleine Kind hier auch gut schlafen kann, direkt neben dem Hauseingang“, beschrieb Jokisch die Lage des Apartments, in das morgen eine junge Mutter mit ihrem Baby einziehen wird.

Hausverwalter Wild wird täglich für vier Stunden vor Ort sein und sich um die verwaltungstechnischen Belange der Asylsuchenden kümmern, außerdem wurde ein Hausmeister eingestellt. Für weitere Maßnahmen wie Hausaufgabenbetreuung und Hilfe bei alltäglichen Dingen wurde Kontakt mit dem Helferkreis Asyl und dem Mehrgenerationenhaus Burgau aufgenommen.

Um Spenden wird ausdrücklich NICHT gebeten: „Wir möchten in diesem Gebäude keine Sofas und Regale – es dient ja nicht dem Zweck, dass sich die Asylsuchenden hier für lange Zeit häuslich einrichten“, erklärt Dubbert.

Auch Sachspenden seien nicht erwünscht: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Klamotten und Gegenstände nicht wertgeschätzt werden, wenn sie nicht selbst bezahlt worden sind. Da die neuen Bewohner einen Anspruch auf Sozialhilfe haben und somit die nötigen finanziellen Mittel besitzen, sich das Nötigste selbst zu kaufen, besteht hier kein Unterstützungsbedarf“, so die Koordinatorin der Regierung gestern …

Die Unterkunft bietet Wohnraum für insgesamt 80 Personen, aufgeteilt in elf Wohnungen mit Sanitäranlagen, Gemeinschaftsräumen und Küchen. In den kommenden Tagen können die Anwohner im Burgerfeld 17 neue Nachbarn begrüßen. Ob und wann die Unterkunft vollständig bewohnt sein wird, ist laut Dubbert noch nicht einschätzbar.

HF

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Ein Gedanke zu „Neue Nachbarn in der Burgau

  1. Nachdem ich schon ein paar Anfragen wegen Kleiderspenden bekommen habe: Bitte beim Kleiderladen vom Roten Kreuz abgeben. Da können ALLE Bedürftigen zum halben Preis einkaufen. So wird die Unterkunft nicht vollgemüllt, die Leute haben ihr „Einkaufsfeeling“ und was bezahlt werden muss, ist auch mehr wert.

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