Traumhaft suggestives Musiktheater

Im Belacqua Wasserburg startet am Freitag, 7. Juni, Trilogie

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trio_3_webWasserburg – Einzigartig im deutschsprachigen Theaterraum ist, dass Wasserburgs Belacqua-  Regisseur Uwe Bertram alle drei Waits-Wilson-Produktionen in direkter Folge inszeniert hat. Ab Freitag, 7. Juni, gibt’s ein Revival. Denn bereits 2011 hatte „The Black Rider” in Wasserburg Premiere, 2012 „Alice”, 2013 „Woyzeck”. Vollendet wurde die „Trilogie der Zauberstückchen”, wie Kritiker schrieben, „mit traumhaft suggestivem Musiktheater”. Den Auftakt am 7. Juni macht The Black Rider.

Theaterleiter und Regisseur Uwe Bertram und der musikalische Leiter Georg Karger schraubten an einer gemeinsamen Übersetzung der Waits-typischen Stimmung und Kraft. Es entstanden Welten, die schon für die Jury der 30. Bayerischen Theatertage in Augsburg den Ausschlag für einen Preis gegeben haben. Da war es die Welt von „The Black Rider“, die sich die Jury „in keinem Detail anders vorstellen“ wollte. Dann kam „Alice“: eine Welt aus Phantasie und Obsession, die Welt von „Alice im Wunderland“-Autor Lewis Carroll. Im Sinne dieses Autors entsteht laut Kritiker Rainer W. Janka eine „Odyssee durch Träume und Nonsense“, mit einer Musik, die mit „liebender Hingabe und fiebrig-intensiver Genauigkeit“ gespielt wird. Und bei „Woyzeck” setzt sich das fort.

Im ersten Stück – The Black Rider – liebt Käthchen ihren Wilhelm. Wilhelm liebt Käthchen. Soweit so gut. Das Problem ist: Käthchens Vater ist davon nicht begeistert. Der Förster will keinen sensiblen Schreiberling als Schwiegersohn. Ihm wäre ein echter Kerl lieber, so ein kerniger Typ wie der Jäger Robert. Wer Käthchen will, muss also mit dem Gewehr umgehen können. Das bringt Wilhelm dazu, schießen zu lernen. Er erweist sich – Überraschung – als nicht besonders talentiert. Da springt ihm Hilfe von außen bei, in Gestalt von Stelzfuß. Der bietet Wilhelm wundersam treffsichere Kugeln an. Damit trifft Wilhelm nun immer, egal wo er hinzielt. Da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, dass er Käthchen nicht bekommt …

Die Volkssage des „Freischütz“, die 1811 als erste Geschichte im „Gespensterbuch“ von August Apel und Friedrich August Schulze erschienen ist, hat Carl Maria von Weber umgehend zu einer Oper inspiriert, die 1821 am Schauspielhaus Berlin uraufgeführt wurde. Robert Wilson, Tom Waits und William S. Burroughs holten die Sage Ende des letzten Jahrhunderts wieder hervor. Sie schufen aus der Thematik ein Musiktheaterstück, das sie „The Black Rider: The Casting of the Magic Bullets“ nannten.

Sänger und Komponist Waits schrieb die Musik, Schriftsteller Burroughs erfand die Texte und Regisseur Wilson inszenierte. 1990 wurde die Produktion am Thalia-Theater in Hamburg uraufgeführt. Regie: Uwe Bertram. Musikalische Leitung: Georg Karger. Arrangements: Georg Karger. Es spielen: Ernst Matthias Friedrich, Brita Halder, Susan Hecker, Toby Heinz, Hilmar Henjes, Nik Mayr, Annett Segerer. Musiker: Pit Holzapfel, Georg Karger, Anno Kesting, Leonhard Schilde, Regina Alma Semmler. Telefonische Kartenreservierung 08071 / 10 32 61.

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