„Der Türk“ mit scharfer Zunge

Kabarettist Django Asül begeisterte das Publikum in Staudham

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Ein Kabarettist mit erhobenem Zeigefinger - das verheißt Hintergründiges: Django Asül in Staudham.

Ein Kabarettist mit erhobenem Zeigefinger – das verheißt Hintergründiges: Django Asül in Staudham.  Fotos: Renate Drax

Staudham – „Der Türk“ hat jetzt die deutsche Staatsbürgerschaft und holt zum politischen Rundumschlag aus: Kabarettist Django Asül sprach auch in der LandWirtschaft in Staudham mit scharfer Zunge – zur Freude des voll besetzten Saales. Er ist nun also „Deutscher“ und schildert  in seinem aktuellen Tour-Programm Paradigma seine Reise dahin. Vorbei an Stammtisch-Gesprächen, Schul-Besuchen und Sport-Ereignissen – ein Lacher nach dem anderen. Django Asül ging dabei auch in Staudham mit den Politikern hart ins Gericht. Paradigma handelt – gerade im Wahljahr – permanent ganz geschickt vom normalen politischen Wahnsinn in diesem, unserem Lande.

Sudoko - das Kreuzworträtsel für Analphabeten - sagt Django Asül.

Sudoku – das Kreuzworträtsel für Analphabeten – sagt Django Asül.

Ja, Wasserburg hatte es ihm angetan. Wegen Staudham als Veranstaltungsort – und wegen der Deutschen Meisterschaft im Basketball. Eine frühere Salzgegend, wie er gut informiert feststellte – nur a bissal problematisch sei des wegam hohen Blutdruck. Der Herr Meggle sei ja quasi der Bill Gates vo Wasserburg. Und überhaupt weil ein Roter der Bürgermeister sei, gebe es wohl die rote Brücke und den roten Turm, wie er bei einem Bummel durch die Stadt entdeckt habe. Aber wer wisse schon, ob es nach den Kommunalwahlen dann nicht einen schwarzen Turm geben werde – oder eine grüne Brücke. Sehr praktisch fand er das in Wasserburg. Auch unsere Heimatzeitung Wasserburger Stimme baute er immer wieder in sein Programm mit ein – so sehr begeisterte ihn schon allein der Name unserer Online-Zeitung für die Heimat – und bewies laufend, wie spontan und gedanklich kreativ er auf einer Bühne agiert.

Django Asül, der es mit seinem niederbayrischen Dialekt sogar auf den legendären Nockherberg beim berühmten Starkbieranstich in München gebracht hat und damit die Nachfolge solcher Komiker und Schauspieler wie Weiß Ferdl, Walter Sedlmayr oder Bruno Jonas antreten konnte, durfte es sich auch erlauben, den Rassismus im Lande auf kabarettistische Art anzusprechen. In den Schulen sei ja die eine Hälfte grantig und die andere migrantig – ein Lehrer wolle er sowieso nie sein. Da würden ihm ja heutzutage schon allein die Vereinssporttrainer leidtun. „Früher kamen die Kids nachmittags entspannt von daheim vom Mittagessen,“ setzt er an. „Jez kemmans aus da Spätschicht – und da konst ja gar nix mehr mit eana ofanga“.- lautete sein Seitenhieb aufs G 8 am Gymnasium.

Natürlich wurden aber auch Stuttgart 21, Griechenland, das Dilemma um den Berliner Flughafen, die Hygiene-Mängel in den Krankenhäusern und vieles andere durch den Kakao gezogen – mit seinem Schalk im Nacken und seinen entwaffneten Schlussfolgerungen. Denn „alles hängt mit allem zusammen“, sagt Django Asül. Und der muss es ja wissen.

 

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