Wer Wind sät, wird Sturm ernten?

Unser Kommentar zum Windpark-Antrag einer Firma aus Husum in Pfaffing

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OLYMPUS DIGITAL CAMERAEin Windpark zwischen Pfaffing und Edling mitten im Wald – ein Antrag einer Firma aus dem entfernten Husum (kurz vor Dänemark) liegt vor. Auch das noch! Sitzt doch die B15 neu-Autobahn quer durch die Heimat noch allen im Gnack. Neue, heiße Diskussionen stehen also bevor. Mit Argumenten pro und contra – und manchmal wohl zwei Herzen in einer Brust. Von „alle wollen die Energiewende, aber keiner ein Windrad vor der Tür“ bis zu „aha, die Wende – wir holzen die Bäume ab, zerstören den Wald. Für Windräder, befestigt mit Tausenden Kubikmetern Stahlbeton – für immer in der Erde“. Und dann ausgerechnet auch noch genau …

… auf dem hallstattzeitlichen Grabhügel aus dem Jahre etwa 500 vor Christi – einer archäologischen Kostbarkeit auf der beliebten Pfaffinger und Edlinger Kulturspur. Aber was kümmert das Husum! Ganz ohne Unterstellung einer Geschäftemacherei grundsätzlich von Herstellern und Betreibern – weil ja klar, der Windpark-Weltmarktführer spricht – sondern mit der Unterstellung der bloßen gut gemeinten Projekt-Idee, geht es in erster Linie freilich einfach um die Wahl des Standorts an sich.

Gute Energiebilanz, schlechte Energiebilanz. Wenn es stimmt, dass zum Bau von vier Olympiaturm hohen Windrädern leider schon so viel Energie verwendet wird, für die diese Jahrzehnte brauchen, bis sie selbige überhaupt erst mal wieder erzeugt haben – dann wäre eine Entscheidung ja ohnehin leicht.

Dann könnte man sich an der Straße zwischen Pfaffing und Edling – samt so schön neu erbautem Radlweg – und im ganzen Wald für alle Läufer und Spaziergänger zumindest diese Schilder in den kommenden Wintern ersparen: Mit Eiswurf von den Rotoren ist zu rechnen … moand d’Renate.

Siehe auch unseren Bericht dazu (Überschrift einfach anklicken):

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7 Gedanken zu „Wer Wind sät, wird Sturm ernten?

  1. daganzdaanda

    … bloß ned vor meiner Haustür, gell, Renate?
    So viel Standorte bleiben ja da in Bayern nimmer über. Der Standort hier im Wald scheint mir doch bei aller Abwägung von Pro und Contra ganz geeignet.

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    1. daganzdaanda

      …no wos:
      Die „Firma aus Husum“ is mir grundsätzlich lieber als Gas vom Putin, Atomstom aus Tschechien, oder Öl von de Scheichs.
      Natürlich ging´s noch besser: Windradl, an dem sich die Bürger der Region beteiligen können…

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    2. Moi ganz sachlich: 1. de energiekosten von am durchschnittswindradl amortisiern si in 5 bis 8 monat, bei na laufzeit von 20 jahr werd mindestens 19 jahr sauberer strom erzeugt und 2. wia funktioniert denn forstwirtschaft? richtig, bam wern obghoizt und neie opflanzt und des is beim bau von am windradl im woid a ned anders. do bleim koane 5 hektar freifläche über, wia anscheinend einige leida moanan.
      Ausserdem: wenn ned endlich moi mid dem ewigen egoismus aufghead werd, dann kema de energiewende glei vergessen. De denkweise „mei soin hoid de andan a atomkraftwerk oder a riesige trasse vor da dür ham“ funktioniert einfach ned.
      Aber hauptsach man ko am sonndog ungestört von windradllärm und dem (eigentlich ned) erhöhten infraschallpegel sein hund indn woid scheissn lossn.

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  2. Es gehört mal nach einer Lösung gesucht, wo man nicht vom Wetter abhängig ist, find ich. Und bei uns in Bayern weht ja sowieso jeden Tag der Wind, oder? Ich bin auch ein Befürworter für die Energiewende, aber nicht so, wie sie jetzt gemacht wird. Auf dem Meer, wo wirklich der Wind weht. werden ganze Windparks abgeschaltet und dann sollen bei uns für ein paar Millionen Euro Windräder aufgebaut werden? Die sollen erstmal eine Trasse zu uns runterbauen und dann können wir hier über Windräder reden. 2. der Lärm der Windräder stört nicht nur uns, sondern auch die Tiere, seits mal nicht so egoistisch und denkt auch mal an die Vögel oder andere Waldbewohner. Auf dem offenen Meer stört es keine Tiere oder können Fische hören? Also das ist meine Meinung zu dem Thema.

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  3. Des eigentliche Problem von denne Windradl is ja, dass ma automatisch zu denne hischaugn muas, wenn ma vobei kimmt. Ma nennt des Sichtverschmutzung. Da Pfaffinger Woid is meines Wissens ja gemeindefreies Gebiet. De Grundsteier kassiert da Landkreis Rousnham. Und damit wahrscheinlich a de Gewerbesteier von denne Sichtverschmutzer. I kon drauf vozichtn.

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  4. Holger Kalvelage

    Die Problematik liegt doch vor allem darin, dass immer weiter nur „groß“ gedacht wird, national, im Sinne der Energiekonzerne, damit die ihre Produktions- und Verteilungshoheit behalten. Wie groß muss ein Windrad sein, damit es ergänzend Strom für die Region produziert, in der es steht? Welche Alternativen gibt es in der Region zur Erzeugung von Strom ohne Atom und Kohle? Wie können wir durch vom Stromnetz unabhängige lokale Verbrauchergemeinschaften das Beste und Meiste aus der im Überschuss produzierten Sonnenenergie machen, wenn die Sonne scheint? Warum werden kleine Biogasanlagen bis 30kw nicht (mehr) gefördert, in einer Region in der viele Bauern mit Odel und Dung diese 365 Tage im Jahr 24 Stunden betreiben könnten und sich und regionale Netze mit Strom versorgen? Fragen über Fragen, die unsere Wirtschaft nicht gestellt haben will. Stattdessen „drohen“ sie mit immer gigantischeren Windrädern. Damit wir uns dagegen wehren und sie zur konventionellen Atomtechnik zurückkehren können.

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    1. daganzdaanda

      Sehr gut auf den Punkt gebracht, Holger Kalvelage!
      Wenn ich die Gfoidmas hier anschaue, gfoid mia, dass die Stimmung no ned gekippt is und bis jetzt nur ein „Mensch mit Verstand“ (?) die Rückkehr zur konventionellen Atomtechnik wünscht.

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